Montag, 21. Dezember 2020

Gechlechterkrieg

Heißt eigentlich Flint und Flinta soll die Mehrzahl sein. ;-)))

Es gab eine Zeit, da gab es Männer und Frauen und a Ruah war. Doch seit geraumer Zeit ist das nicht mehr so einfach. Seit der neuen Gendertheorie haben sich die Geschlechter vervielfacht und es ist gar nicht so einfach da noch die Übersicht zu behalten. Es kommt einen gelegentlich vor, als würde alle paar Tage ein neues Geschlecht entdeckt das man vor Diskriminierung schützen muß.

Und bisher wurde wenn zu einer Demo aufgerufen wurde, davon ausgegangen, jeder der dem Inhalt zustimmt, ist aufgerufen. Nach Geschlecht, Alter, Hautfarbe oder Automarke wurde nicht gefragt, oder daß bestimmte Verhaltensweisen oder Eigenschaften als Voraussetzung für eine Teilnahme vorgegeben wurden. Das könnte sich beizeiten ändern und dann muß man schon sehr genau hinsehen, ob man überhaupt erwünscht ist.

Auf Plakaten wird zu einer Demo aufgerufen und es geht irgendwie um Gewalt gegen Frauen. Soweit so gut erstmal. Doch dann steht da, Flinta s only.
So? Ähm ja? Was soll das wieder sein?
Zum Glück kann man (sic) sich im Internet schlau machen. Und da kann man es lesen. Flinta hat nichts mit Flinte zu tun. Hätt ja sein können, nein, nicht wirklich, mußt nicht gleich die Flinte auspacken, auch wenn man grad mal auf so ne Idee kommen könnte. F steht für Frauen aber eben nicht einfach Frauen sondern Cis Frauen, also heterosexuelle Frauen sie sich als Frauen fühlen. Das L steht für Lesben. (dürften ja auch Frauen sein) Das I für Intersexuelle was immer man sich darunter vorzustellen hat. Echt ist das komplex. Und das N? Das sind Nicht-binäre Personen und hat nichts mit binäre Zahlen zu tun, kann man sich schon denken. Das sollen die sein, die sich weder dem einen noch dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen? Glaubst es? Ja und das T steht für Transgender.
Was ist mit den Männern, die sich für Männer halten, weil sie ….. nun weißt schon, damit auch nie Probleme hatten und sich fragen, was das alles werden soll wenn s fertig ist? Na was wohl. Die sind der Feind, der Unterdrücker und der Abschaum und damit unerwünscht. Die sind an allem schuld. Oder seh ich schon Gespenster und leide unter Paranoia?
Für mich war es das erste Poster, in dem zu einer Aktion aufgerufen wird und man muß schon genauer hinsehen, ob man zu denen gehört, deren Anwesenheit überhaupt erwünscht ist. Früher gab es halt Frauendemos, oder die Walpurgisnacht. Da war aber klar, Männer sind nicht erwünscht und zumeist hatte niemand ein Problem damit. Und es war eindeutig definiert. Männer eben. Keine weiteren Fragen nötig.
Frauendemos waren die Ausnahme, sonst waren Demoaufrufe zumeist an alle gerichtet, welche die Inhalte der Demo unterstützen wollten, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft, welche Stellungen sie im Bett bevorzugten, oder Speiseplan und was noch alles.
Doch heutzutage scheint das nicht mehr so eindeutig. Die Geschlechter werden aufgefächert und da gibt es nicht mehr einfach Männer und Frauen. Und es gibt neue Abkürzungen da mußt erstmal nachsehen was die bedeuten sollen.
LGBTIQA ist so eine unaussprechliche Wortschöpfung und heißt? Lesben, Gays, Bisexuelle, Transsexuelle, Intersexuelle, Quere und Asexuelle.
Wobei Asexuell so definiert wird.

A-sexuelle Personen (Personen ohne /mit wenig sexuellem Verlangen), A-romantische Personen (Menschen die keine/wenig romantische Anziehung verspüren) und/oder A-gender (Personen, die sich keinem Geschlecht zuordnen)

Schwirrt dir schon der Schädel? Verständlich. Und A-romantische Personen? Nie gehört sowas. Unromantische Personen? Da dachte man bisher an eher nüchterne Leut, die sich bei Kitschfilmen langweilen und die man mit Arztromane jagen kann. A-gender Personen. Die sich keinen Geschlecht zuordnen können? Böse Menschen würden da raten, Hose runter und nachsehen. Doch es geht ja nicht um die Biologie des Geschlechts. Ja um was dann? Männer können sich Frauenkleider anziehen und wirken darin äußerst lachhaft, bleiben aber trotzdem Männer.
Es war sicher einiges an Stress und Ärger nötig, bis Frauen auch Jeans tragen konnten. Nun können sie es. Doch dabei ging es nie um die Frage, daß sie damit keine Frauen mehr wären. Solche Vorstellungen wären ihnen seinerzeit auch völlig verrückt erschienen. Und solche Forderungen wurden auch nie gestellt. Doch mittlerweile scheinen wir in verrückten Zeiten zu leben. Zumindest, seit einige ihre verrückten Ideen als Politik verkaufen wollen und zudem noch als linke Politik.
Befindet man sich da als Altlinker nicht mehr auf der Höhe der Zeit und gehört zum alten Eisen? Könnt man fast glauben. Aber nur solange, wie man daran glaubt, diese Irren würden alle vertreten und seien die Speerspitze des gesellschaftliche Fortschritts. Denn darauf basiert schon immer die Vorherrschaft einiger Gruppen, das sie der Mehrheit einreden, sie seien die Mehrheit und vertreten die bestimmende Meinung.
Warum? Weil sie das lauteste Geschrei machen. Davon lässt man sich leicht beeindrucken. Ist wie in der Werbung.
So und damit sich auch kein Mann auf so einer Demo verirrt hier nochmal.
Insbesondere nicht gemeint sind im Kontext von:

LGBTQI* heterosexuelle cis Männer (also cishet Männer) bzw.
FLINT* cis Männer.


Soll heißen, Männer die Fußball sehen, Bier saufen, und auch sonst alle Klischees erfüllen. Kleiner Scherz. Oder doch nicht?  Mit cishet Männer sind wohl hetreosexuelle Männer gemeint, die es auch sein wollen? Echt, da kannst durchdrehen.

Auch wenn nicht ausdrücklich erwähnt, gemeint ist der weiße europäische/westliche Mann. Und du weißt schon auf wen der Finger zeigt. Muß man sich diesen Quatsch antun? Haben die Irren bereits die Macht übernommen und keiner hat s gemerkt? Wär ja denkbar. Doch es geht noch weiter.

Die Abkürzungen FLINT* bzw. Frauen und LGBTIQA* bezeichnen also die Personen, die im Patriarchat diskriminiert werden.

Aha, darum geht es. Das Patriarchat. Halt, nicht ganz. Das Patriarchat in denen der Mann die Beine hochlegt und die Frau rackert, ist dann nicht gemeint, wenn dieser Mann von dunkler Hautfarbe ist, aus Afrika kommt und sich genau so verhält, weil das in seiner Kultur so üblich ist. Kann man dem nicht zum Vorwurf machen, er kann nichts dafür. Das Patriarchat der Moslems mit der klaren Stellung von Mann und Frau ist auch nicht gemeint, denn wir wollen ja keine Rassisten oder Islamophob sein. ;-))) Marokkanische Frauen denen selbst volljährig die Menschenrechte verweigert werden, werden nicht diskriminiert. Wer kommt denn auf sowas? Die Migranten und das Volk mit Migrationshintergrund die eher traditionelle Geschlechterrollen vertreten, muß sich nicht angesprochen fühlen, die stehen unter Artenschutz. Irgendwas passt da nicht zusammen.

Genau, es ist offenkundig. Es handelt sich um eine Veranstaltung von weißen intellektuellen Feministen und Männerhassern. Da sollte sich niemand wundern, wenn wieder einmal der weiße, europäisch/westliche Mann das Feindbild darstellt, selbst wenn er von Hartz 4 lebt.

Und hier noch eine Fundsache aus den Tiefen des Internets.

Wichtig ist durchaus der Unterschied zwischen der sexuellen Orientierung (LGBA) und der Geschlechtsidentität (FINTQ). Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierung haben erstmal nichts miteinander zu tun,


Wieder so unaussprechliche Bezeichnungen. Wie soll man sich das vorstellen? Frauen die auf Frauen stehen sind lesbisch, aber nach wie vor Frauen. Würde ich jetzt mal vermuten, ich könnte mich irren, wer weiß?
Unter LGBT gibt einen Wikieintrag, kann man sich schlau machen, ob man s danach ist, ist ne ne andere Frage.
Und weiter mit dem Irrsinn.
Als Linker gehört mensch nicht automatisch zu „den Guten “!
Fragt so ein Spinner und selbsternannter Gutmensch. Und so schreiben nur Idioten. Man heißt das und ich weigere mich dieses Neusprech mitzumachen. Ok, dann gehör ich als Linker nicht automatisch zu den Guten. Gehör ich überhaupt noch zu den Linken? Um zu den Linken zu gehören, muß man heute schon eine ganze Menge an Regeln und subtilen Grenzen beachten. Brauchst schon n fettes Buch mit Verhaltensregeln. Was man heut alles nicht darf. Ok, dann gehör ich eben nicht mehr zu dieser Linken.
Nichts Neues unter der Sonne. Früher war man bereits Kommunist wenn man Marx buchstabieren konnte. Für die Rechten war man schnell Kommunist und die fackelten nicht lange. Doch in der Welt der Kommunisten war das nicht so einfach. Du glaubst du bist Kommunist? Könnt ja jeder kommen. Nein, da mußte man sich erstmal positionieren, den richtigen Standpunkt einnehmen und die feinen Unterschiede kennen, zwischen Revolutionär und Revisionist. Anhand festgefügter Dogmen entschied sich, ob jemand Reformist, Sozialist, Anarchist, Utopist, Trotzkist, Maoist, Versöhnler, Leninist oder sonst was für n ...ist ist. Heute entscheidet die aktuelle Kenntnis (und Zustimmung) der neusten Gender und Rassentheorien und nicht zu vergessen der Refugees, ob man noch zur Linken zählt. Da kann ich nur raten, vor dem lesen linker Webseiten, bitte Gehirn abschalten.

Für linke Menschen scheint es z.T. schwierig zu sein, Ansätze wie kritisches weißsein …… zu verstehen. Warum muss ich jetzt auch noch das Wort cis-Mann benutzen?


Weil sich das einige Spinner so ausgedacht haben und über andere bestimmen wollen. Weil sie definieren wollen, wer dazu gehören darf und wer nicht. Könnt ja sein, daß sie mal an der Disco abgewiesen wurden und seitdem traumatisiert sind. Nun wollen sie bestimmen, wer rein darf und wer nicht.
Kritisches weißsein? Bitte was? Soll ich mich jetzt für meine Hautfarbe schämen? Na wenn das mal kein Rassismus ist. Oder für meine Privilegien als Weißer? Früher waren's die Privilegien als Student und der kleinbürgerlichen Herkunft. Sorry, jeder kann Dummheiten machen, aber nur einmal.

Denn es ist ein Privileg von weißen Menschen sich nicht mit Rassismus beschäftigen zu müssen.

Ja und warum sind es dann weiße Menschen die Rassismus thematisieren? Hab ich was mißverstanden? Hätte ich besser den Rassismus ignorieren sollen? Was geht's mich an? (Übrigens, auch mit weißer Hautfarbe lernt man Rassismus kennen, da können so manche Volksgruppen was erzählen) Ich weiß doch wie der Dank aussehen wird. Genau so. Du tust nicht genug, du kapierst nichts, du tust nichts gegen deine eigene rassistischen Strukturen, du profitierst selbst vom Rassismus und so weiter. Ich kenn doch das Spiel. Sie sind nie zufrieden. Irgendwas ist immer.
Da hilft nur die Notbremse zu ziehen, sonst wirst irre.
Wie das? Na deswegen. Werfen viele Linke nicht den Israelis Rassimus vor? Israel ist ein Apartheitsstaat, sagen sie. Ja, könnte sein. Und wenn? Einen gewissen Grundrassismus wirst aus dem Menschen nicht rausbekommen. Klingt bitter, aber man muß es einfach akzeptieren. Und damit umgehen können. Will man diesen so wie die selbsternannten Antirassisten beseitigen und ausmerzen, dann endet man in letzter Konsequenz im Zwangssystem mit Lager und Sibirien. Haben wir ja bereits ausprobiert. Der neue Mensch, antikapitalistisch, antirassistisch, antiimperialistisch und antisexistisch, ist dabei nicht herausgekommen. Und wie komm ich jetzt auf Israel? Na rat mal. Gerade von ihnen wird absolutes Wohlverhalten verlangt. Etwas müssen sie doch aus der Geschichte gelernt haben. Ja was bitte?
Schaut man sie diesen fanatischen Antirassismus so an, man erkennt schnell die Züge einer Denkweise, die Zwischentöne und Vielfalt nicht aushält und die Menschen einheitlich formen will. Schon die Inquisition hatte genau dieses Ziel und jedes Gewaltsystem war darauf bedacht, alles zu vereinheitlichen und was nicht reinpasste, zu vernichten.
Ja sicher, politische Bewegungen neigen zur Übertreibung und zu radikalen Aussagen um sich Gehör zu verschaffen. Wie in der Werbung, die ja auch übertreiben muß um ihre Produkte anzupreisen. Doch genau da weiß man, das ist nicht so gemeint und muß man auch nicht  so ernst nehmen.
Was also hindert uns daran, diese Erkenntnis auch auf die Politik anzuwenden? Um dann  diesen selbsternannten Erziehern der Menschheit klarzumachen, ey Freunde, beruhigt euch mal.

Um nicht missverstanden zu werden. Ich hab nichts mit der sogenannten Männerrechtsbewegung zu tun, die in Netz ihre verstaubten Vorstellungen verbreiten. Frau an den Herd und zurück zur guten alten Zeit. Diese vorgeblich antifeministischen Seiten sind kontraproduktiv. Sie setzen jeden unter Distanzierungsdruck, der den Feminismus als menschenverachtende Ideologie ablehnt und kritisiert, gleichzeitig aber erklären muß, mit diesen vorgeblichen Männerrechten nichts zu tun zu haben.
Aber andererseits auch die Nase voll davon hat, sich permanent Asche auf s Haupt zu streuen.
Die Erkenntnis, dass auch ich ein Sexist und Rassist bin, ist nicht schön. Aber sie hilft auch!
Mir nicht. Ok, dann bin ich eben sowohl als auch. Erinnert mich an alte Zeiten, als es darum ging den Standpunkt der Arbeiterklasse einzunehmen und sich von seinen kleinbürgerlichen Privilegien zu reinigen. Und was war das für ein Drama, um einzelne Worte, Halbsätze und kleinbürgerliches Denken oder beharren auf die kleinbürgerlichen Vorrechte die es zu bekämpfen galt. Das war derart komplex, kein Arbeiter hätte das verstanden, aber der mußte das auch nicht. :-))
Und jetzt wieder. Statt Kleinbürger ist es nun die Hautfarbe. Wieder mal ein komplexes System von Selbstvorwürfen und Selbstkritik mit deren Hilfe aus dem weißen linken Rassisten, ein Verbündeter der coloured People (Korrekt ausgedrückt? Hä? Wieso sind die farbig? Grün und Blauhäutige leben nichtmal im tiefsten Afrika) werden soll. So wie aus dem durch Selbstkritik und Partei umerzogenen Kleinbürger ein Verbündeter der Arbeiterklasse werden sollte. Wohlgemerkt ein Verbündeter, kein Arbeiter. Denn der Rest an kleinbürgerlichen Kern und Herkunft verschwindet einfach nie.
Und das ist es. Es ist aussichtslos. So wie der Intellektuelle und Kleinbürger nie zur Arbeiterklasse gehören wird, da kann er sich auf den Kopf stellen, wird der linke Weiße im Kern immer ein Rassist, Sexist und Privilegierter bleiben.
Woraus folgt. Wenn ihr so blöd seid, ok ist ja nicht verboten, aber hört auf andere blöd zu machen.
Man muß wohl schon etwas älter sein um diesen Zusammenhang zu bemerken. Jüngere haben diesen Irrsinn der ML- Zeit ja nicht mehr erlebt. Zu schade auch, wenn sie mal die alten Texte der Selbstkritik und Selbstzerknirschung lesen würden, sie würden sich wundern, wie sich die Inhalte gleichen.

Diese Erkenntnis ist ziemlich anstrengend. Insbesondere für linke, weiße Männer (aber im Kontext von Rassismus auch für linke, weiße Frauen). Schließlich sind wir es gewohnt uns als „die Guten“ zu betrachten. Und zu erkennen, dass ich diese „systemische Arschlochposition“ also die Position des Aggressors habe, ist nicht leicht. Die Abwehr diese Position anzuerkennen ist enorm. Einfacher ist es auf jeden Fall solche Aspekte als Nonsens abzutun, gegen Nazis (also andere) zu sein und sich nicht mit eigenen Sexismen und Rassismen auseinander zu setzten.


Ach ja, kennt man aus der Psychologie. Deine Abwehrreaktion beweist nur, das die Analyse zutrifft. Soll heißen, Widerstand ist zwecklos. Gib gleich zu, das du ein Rassist und Sexist bist. Du bist ein Sünder, leugnen ist zwecklos.
Ja eben, nicht zufällig erinnert dies an das Christentum. Ja wenn du ohnehin ein Sünder bist, dann lasst uns sündigen, dem Himmel kündigen und nur noch sündigen.
Und wenn ich mir die Anstrengung erspare stets mein Verhalten und meine Äußerungen bei jeder Gelegenheit auf möglichen Rassismus zu überprüfen und sofort Abbitte zu leisten, dann bin ich eben fröhlicher Rassist. Oder ein einfältiger Mensch, der sich einbildet nicht rassistisch zu sein und damit ganz gut leben kann? So wie die Mehrheit der Linken seinerzeit. Die dachten es reicht doch wenn sie zwischen Frolic und Frolinat unterscheiden können. Ob das heute noch jemand kapiert?
Diese ganze Rassismusveranstaltung erinnert nicht nur an die berüchtigte Selbstkritik aus ML-Zeiten, sie erinnert genauso an ein gestrenges Christentum. Na da hättest auch gleich in der Kirche bleiben können.

Den sollte ich auch noch einfügen.

…… Zumindest, wenn ich davon ausgehe, dass die Solidarität von Linken für alle Menschen da ist. Insbesondere von sich als links identifizierenden cis-Männern (und teilweise auch cis-Frauen) bekomme ich aber sehr viel Widerstand, selbst wenn ich nur das Wort cis-Mann (oder auch Feminismus) benutze.


Was für mich deutlich zeigt, wenn ich mir die Frage stelle, bin ich der einzige Verrückte unter lauter Normalen? Offenbar nicht. Es gibt auch unter den Linken immer mehr, die genervt sagen, ich kann s nicht mehr hören.
Hatten wir schon mal in Berlin. Als die autonom/antiimp Szene mit ihren Flyern nervte. Kein Aufruf ohne die notorischen gegen Kapitalismus, Rassismus, Sexismus, Patriarchat  und was noch für Plagegeister. Gestandene Linke, die vieles mitmachten, die Demomeilen nicht mehr zählten wandten sich entnervt ab und genau mit diesen Worten, gedacht oder laut ausgesprochen. Ich kann es nicht mehr hören.
Und genau so reagieren viele auf die derzeitige Propaganda und sie haben recht. Ist so wie seinerzeit mit den hungernden Negerkinder, (Was is n das für n Rassismus? Nein, nur n Originalzitat) so ich hab was gespendet und jetzt lass mich in Ruhe mein Bier saufen. So etwa.

Abschließend dieser ketzerischer Gedanke.
Was ist mit Frauen die auf Männer stehen, sind das noch Frauen? Sollte man (sic) naiverweise mal annehmen. Was auch sonst? Wer weiß? Es könnte ja sein, das sind gar keine Frauen mehr sondern Verräter am eigenen Geschlecht. Weiß ich‘s? Diesen Irren trau ich mittlerweile alles zu. Ja klar, sie wollen mal wieder die ganze Welt auf den Kopf stellen. Alles soll anders werden. Die Heteronormale Welt ist das Feindbild. Das heteronormal auch das vorherrschende Gesellschaftsbild bei unseren dunkelhäutigen Freunden ist und alles davon abweichende bei vielen sogar verhasst ist, (in ihren Herkunftsländern sogar strafbar, bis hin zur Todesstrafe) da stört die Realität noch etwas.
Der Weiße Europäisch/westliche Heterosexuelle Mann hat lange genug gewütet und die Welt an den Rand des Abgrunds geführt. Wird Zeit das Kommando an afrikanische Warlords und Islamistische Mörderbanden zu übergeben. Oder wie wär‘s mit Klitorisbeschneiderinnen (hier stimmt die Endung, da es sich um Frauen handelt, die diese ‚Operation‘ durchführen) und Kindersoldatenrekrutierer? Warum nicht gleich an die Kopfabschneider vom IS? Oder dürfen's asiatische reiche Trottel sein, die an Medizin aus Nashornpulver glauben und die Viecher an den Rand der Ausrottung gebracht haben? Oder marokkanische Geschwistermörder, wie wär‘s?
Was sind denn das für rassistische Vorstellungen? Passt ja gar nicht in das schwarz/weiß Bild, hier die Guten, da die Bösen.

PS: Haben wir sonst keine Probleme, ausgerechnet in dieser Zeit? Kann ich doch nichts für. Ich hab weder mit meinen Geschlecht, noch mit meiner Hausfarbe ein Problem. Es sind nur die üblichen Ideologen, die deswegen Stress machen.


 

Samstag, 7. November 2020

Linke und Rassimus

Wieder ein Einzelfall, diesmal in Frankreich und der religiöse Wahn traf einen Lehrer der die Mohammedkarikaturen im Unterricht gezeigt hatte. In diesen Zusammenhang stellt sich die Frage nach dem Verhalten der Linken, insbesondere in Deutschland, die wieder einmal großteils schweigt oder verharmlost um den Rechten keine Munition zu liefern.
Doch nicht alle sind noch bereit dieses niederträchtige Spiel mitzumachen.

Islamkritische Stimmen melden sich auch aus der Linken. Die Linke sollte ihre falsche Scham ablegen, so kann man es etwa auf Spiegel online lesen. Und auch in der Jungle World.
Woher kommt dieses seltsame Verhalten? Man kennt es aus der organisierten Linken wie auch aus der linken Szene, da vor allem.

Es hat seinen Ursprung in der Entdeckung des Rassismus und der Migranten bzw. Asylanten seinerzeit. In den Achtzigern setzte eine Antirassismusagitation ein, vor allem durch die TAZ befeuert, bis man es nicht mehr hören konnte, wie das oft mit linker Selbstagitation so geht. Was daran zu beachten ist, wäre das Selbstbild oder auch die ideologische Grundlage.

Sie basiert auf der Erzählung, der Mensch ist gut. Halt, stimmt ja gar nicht. Die Erzählung lautet, der dunkelhäutige, migrantische, asylsuchende Mensch ist gut. Er verdient Schutz und Solidarität. Was auch sonst?

Vorläufer der linken Schirmherrschaft über eine soziologisch definierte Gruppe ist die Arbeiterklasse aus den Siebzigern. Einmal unter linker Schirmherrschaft gestellt, lautete die Erzählung, die Arbeiterklasse ist gut. Somit wurde sie zu einer Projektionsfläche der Linken, die eine historische Mission zu erfüllen hatte und selbst selten gefragt wurde. Verständlich, alt gewordene Linke werden sich noch erinnern, wie ihre Antworten lauteten. Im Zuge dieses noch aus KPD Zeiten stammenden Proletenkults, war die Arbeiterklasse über alle Zweifel erhaben und Nazis gab es unter ihnen nicht. Historisch sollte die Arbeiterklasse rein gehalten werden und so wurde auch in der DDR das Geschichtsbild etwas geradegebogen. Arbeiter haben die Nazis nicht gewählt, waren alles nur Kleinbürger. Die Zahlen sprechen zwar nicht dafür, doch die Partei bestimmt wie die Geschichte verlaufen ist. Ja und aktuell überhörte man ihre Ablehnung und Ratschläge, nach drüben zu gehen.

Eine weitere Zielgruppe waren die Gastarbeiter und auch die waren grundsätzlich gut. Das die auch nur Geld verdienen wollten um damit zuhause zu Fabrikbesitzer  oder Kleinbürger werden wollten, nun davon träumten viele, war kein Thema. Es wurde vorausgesetzt, sie waren Arbeiter, links und auf unserer Seite. Wenn die deutsche Arbeiterklasse schon nicht den linken Versprechungen folgen wollte, dann sollten es wenigstens die Gastarbeiter richten.

Seltsamerweise waren Demos der Linken meist eine geschlossene einheimische Veranstaltung. Die Gastarbeiter oder Migranten hatten ihre eigenen Blöcke, wenn sie sich überhaupt politisch betätigten. Nu ja, man muß es nicht so genau nehmen.

Nicht zu vergessen, die wichtigste Zielgruppe, die kämpfenden Völker (sic) der dritten Welt, allen voran Vietnam. Einmal unter linken Schutz gestellt, waren sie grundsätzlich gut. Ihr Kampf berechtigt und vor allem, sie wurden idealisiert.

In dieses Idealbild passten stalinistische Säuberungen ebensowenig wie interne Machtkämpfe oder Berichte über Gewalt bis hin zu den Mordsystem in Kambodscha. Die linke Solidarität und Schutzherrschaft war (ist immer noch) ein System, das von einen Weltbild ausgeht, das nach gut und böse einen sauberen Trennungsstrich zieht. Wie schon Mao sagte, zwischen uns und dem Feind einen klaren Trennungsstrich ziehen. Eine Aussage, die von der RAF übernommen wurde. Sie passte ja auch gut in ihr Selbstbild.
Das Weltbild dieser Erzählung bekam beizeiten seine Risse und nach und nach begannen immer mehr dran zu zweifeln, während neue Generationen dazukamen, frisch und neu dabei und vor allem, frei von Zweifel.

Differenzierung ist was für Feiglinge und Verräter. Graustufen gibt es nicht. Entweder oder. Schwarz oder weiß und wir stehen auf der Seite der Guten.
Gut sind die Unterdrückten. Ihr Kampf ohnehin und an allem ist ohnehin nur der Kapitalismus schuld. Wer auch sonst? Es ließ sich zwar mit der Zeit nicht vermeiden, mal genauer hinzuschauen, doch wollte man sich davon nicht weiter stören lassen. So wurde die Islamische Revolution zunächst idealisiert, bis sich ihre mörderischen und reaktionären Eigenschaften nicht länger ignorieren ließen. In der Folge wurde auch die Politisierung des Islams zu einer reaktionären Ideologie von einigen solange schöngeredet, bis auch die Ignoranten langsam aus ihren Träumen aufwachten. Solange sie die gleichen Gegner wie die Antiimperialisten hatten, konnte man den Rest der Ideologie ignorieren. Doch dann wurde der Westen allgemein zum Ziel. Nicht mehr so funny. Viel gelernt haben sie trotzdem nicht.

Im Indochinakrieg hatte die Linke sich in ihrer Solidarisierung, ebenfalls ein idealistisches Bild von den ‚Kämpfenden Völkern‘ geschaffen bis es ein böses Erwachen gab und man nach dem Sieg feststellen durfte, da bricht nicht gerade das versprochene Paradies der Freiheit aus. Der Krieg unter sozialistischen Staaten unterzog die Linke einen ideologischer Härtetest und das Mordsystem der Roten Khmer ließ sich irgendwann nicht länger als imperialistische Propaganda abstreiten.

Trotzdem blieb es dabei. Die Völker sind gut. Ihre Eigenarten und Unarten dürfen nicht thematisiert werden, denn das nützt nur unseren Feinden. Ausgerüstet mit dieser Ideologie war die nächste Zielgruppe fällig. Die Flüchtlinge. Doch halt. Da war doch noch was. Vietnam vertrieb seine chinesische Minderheit. Sie wurden zu Boatpeople. Doch der Mehrheit der Linken waren sie eher lästig. Das waren ja Kleinbürger und Händler, nicht gerade das Idealbild linker Solidarität. Ja auch so ein vergessenes Thema.

Doch nun ging es um die Asylanten und die waren alle gut. Was sonst? Das viele herkamen, weil sie am Wohlstand teilhaben wollten, nun das ist menschlich verständlich. Doch das überließ man den Rechten oder der Mainstreampresse. Für Linke waren ihre Fluchtmotive über jeden Zweifel erhaben. Wer da noch so dabei war, was für eine Religion und was für ein Menschen, vor allem Frauenbild sie mitbrachten, das war tabu. Wer darauf verwies, war Rassist oder Nazi. Grundsätzlich waren alle Asylanten gut. Selbstredend auch diejenigen, die mit ihren Spruch, wollen Rose kaufen, die Gaststätten unsicher machten.

Ein kleiner Einschub noch über unerwünschte Migranten. Die aus dem Osten waren den Linken stets verdächtig und nicht von ungefähr. Sie kamen nicht als potentielle Verbündete der Linken. Für sie war der Kapitalismus das Ziel ihrer Träume. Als Projektionsfläche linker Wünsche waren sie denkbar ungeeignet.

Kommen wir nun zu der letzten Migrationswelle, die von der Linken selbstverständlich unter Schutz gestellt wurde. Nicht das man sie gefragt hätte. Wen soll man auch stellvertretend für wen fragen? Jedenfalls sind sie alle gut, weil Flüchtlinge. Oder auch nicht? So genau will es niemand wissen. Das sie in erster Linie aus den islamischen Ländern kommen in denen es einen Überschuß an jungen Männern gibt (siehe Youth Bulge) und daß sie das Weltbild des radikalen Islams mitbringen, ist ein Tabuthema. Wer darüber redet, ein Rassist. Mindestens. Ja sicher, von der Hautfarbe sind sie nicht allen willkommen. Unbestritten und die rassistische Ablehnung ist real. Unbestritten. Und um genau dieser keinen Vorschub zu leisten, ignoriert die Linke die Realität und idealisiert dieses Volk zu einer schützenswerten Minderheit, deren Eigenarten zu respektieren sind. Und seltsamerweise werden Eigenarten oder Unarten respektiert, die bei den hier beheimateten weißen Männern zu Ausschluß und Verdammnis führen.

Wer als linker Mann Zweifel am Feminismus äußert und sich der Sprachverbiegung verweigert, muß damit rechnen, aus der linken Gemeinde ausgeschlossen zu werden. Im Netz aus linken Foren und Portalen. Bei Migranten südlicher Herkunft und dunkler Hautfarbe, ist die Toleranz was Frauenverachtung angeht erstaunlich hoch. Und so bringen es Linke fertig, sich für das Kopftuch und der Burka auszusprechen und man fragt sich, wie blöd muß man sein, das noch für den Kampf um Freiheitsrechte auszugeben. Und genauso dumm verhält sich die Linke gegenüber ihrer geschützten Minderheit, bis es ein böses Erwachen wie in Köln gibt und dann stehen sie hilflos und schweigend vor ihren Scherbenhaufen naiver Idealisierung.

Und nun wieder einmal. Die von islamischen Anmaßungen betroffenen werden von den Linken alleingelassen. In den schulen versuchen die Islamisten ihre Regeln durchzusetzen und von Seiten der Linken ist keine Hilfe zu erwarten. Liegt es daran, weil in erster Linie die Schulen der Unterschicht betroffen ist? Die Schulen in die die Mittelschicht ihre Kinder schickt, sind nur von wenigen Moslemskinder frequentiert und daher von muslimischer Anmaßung  weniger betroffen. Es ist ohnehin erstaunlich, wie tolerant sich die Linke gegenüber einer reaktionären Ideologie zeigt, nur weil sie von Dunkelhäutigen vertreten wird? Wenn Rechte versuchen sollten, im Unterricht ihren Geschichtsrevisionismus durchzusetzen, wären sie da auch so tolerant und gleichgültig? Den Rechten wird nicht zugutegehalten, sie seien ja auch Opfer des Kapitalismus. Zurecht, denn sonst hätte ja jeder einen Freibrief. Nur sehen sich die Islamisten selbst witzigerweise keineswegs als Opfer der Kapitalismus, allenfalls des gottlosen Westens. Mit dem Kapitalismus haben sie weniger Probleme als die verständnisvolle Linke. Und warum werden islamistische reaktionäre Weltanschauungen mit Verweis auf dem Kapitalismus verteidigt? Die sind ja selbst Opfer der Verhältnisse und können nichts dafür? Würde man so rassistische Morde verteidigen, es gäbe zurecht einen Aufschrei. Gelten bei Morde mit islamischer Motivation andere Maßstäbe? Man könnt den Eindruck bekommen.
Die Argumentation, es ist der Rassismus, der ihnen keine Chance lässt und sie zwingt in einen reaktionären Islam Zuflucht zu suchen, ist schon dahingehend fragwürdig, denn das könnte man auch von den AfD Wählern im Osten sagen. Der Kapitalismus hat ihre Fabriken plattgemacht und deswegen zünden sie Asylantenheime an. Sie können ja gar nichts dafür. So eine Verteidigung würde kein Linker durchgehen lassen. Schließlich haben die Leute ja immer noch sowas wie Entscheidungsfreiheit. Ja, die haben die Migranten mit islamischen Hintergrund (oder war es umgekehrt?) ebenfalls. Für den rückständigen Islam haben sie sich freiwillig entschieden. Nur die Linke neigt dazu, in allen Unterdrückten dunkler Hautfarbe, ausschließlich Opfer zu sehen. Solange, bis sie selbst zu Opfer werden.

Über Rassismus muß an dieser Stelle geredet werden. Und zwar über den Antirassismus der Linken, der längst den Charakter einer Ersatzreligion angenommen hat. Es ist die Ideologie vom den Europäischen/Westlichen Alten Weißen Männern, die an allem Unglück auf der Welt schuld sind und den guten dunkelhäutigen der dritten Welt. Und das erinnert an was? Genau, an den Edlen Wilden, der als Metapher für linke Befindlichkeit die Basis bildet. Wer nach Europa kommt ist gut und hat unterstützenswerte Motive. Der Weiße Mann (Mann wohlgemerkt) ist böse, der dunkelhäutige ist gut. Schaut man nach Afrika, nein besser nicht. Könnte das naiv linke Weltbild stören. Wenn die Islamisten in Nigeria wüten, daran ist nur der Neokolonialismus schuld. Also wieder mal der weiße Mann. Erinnert einen das an was? Nicht jeden, man muß wohl schon etwas älter sein um sich noch an den Wahn zu erinnern. In den Siebzigern war es eine Frage der Herkunft. Der weiße Mann war seinerzeit der Student kleinbürgerlicher Herkunft, der an allen Elend schuld war und sich durch Kaderarbeit, Kritik und Selbstkritik und Umerziehung für seine Herkunft entschuldigen mußte um dann der Arbeiterklasse zu dienen. Meist in ML Sekten. Ein längst vergessener Irrsinn an Selbstzerlegung und bußfertiger Zerknirschung, der nicht zufällig an gestrenge Glaubensgemeinschaften erinnerte. Ist dieser Wahn wieder zurückgekehrt, oder war er nie weg und man hat es nur nicht bemerkt?

Frauenunterdrückung, Zwangsheirat, Ehrenmorde, Beschneidung und ein rückständiges Weltbild, das für Aufklärung und Menschenrechte nur Verachtung übrig hat, das Thema überlässt man den Rechten. Das ist Rassismus. Islamkritik wird von dieser Linken mit Rassismus gleichgesetzt. Und weil die Rechten sagen (mehr oder weniger verdeckt) alle raus, muß die Linke das Gegenteil vertreten. Alle rein. Was auf der Strecke bleibt, sind die Zwischenwerte.

Polarisierung hat noch immer den falschen genutzt. Für die Linken hatten auch die Islamisten im Iran nur Verachtung übrig. Solange man einen gemeinsamen Gegner hatte, war dies kein Diskussionspunkt. Nachdem sie die Macht hatten, zeigten sie den Linken deutlich was sie von dem gottlosen Zeug (Marxismus, Sozialismus) aus dem ungläubigen Westen hielten. Kaum in den Iran zurückgekehrt mußten linke Iraner wieder flüchten und wer nicht schnell genug war, endete am Baukran. Eine Warnung? Gerade dogmatische Linke vergessen die Warnungen der Geschichte recht schnell. Also auf zu neuen Unglück.

Soviel ist sicher. Die Linke ist mit der Arbeiterklasse auf die Nase gefallen. Sie ist mit dem (seinerzeit) Sozialistischen Staaten auf die Nase gefallen. Sie ist mit den Kämpfenden Völkern auf die Nase gefallen und sie wird auch mit den Migranten auf die Nase fallen. In Köln ist sie es bereits.

Und anschließend noch dieser Text zur Doku.

Der fatale Umgang der Linken mit dem Islam

SAMUEL SCHIRMBECK September 2018
In Österreich hat zuletzt die Lehrerin Susanne Wiesinger eine Debatte über den fahrlässigen Umgang mit dem Islam in Schulen losgetreten. Ein neues Buch aus Deutschland beleuchtet die Hintergründe
Die deutsche Linke und der Islam, das ist eine monströse Geschichte. Denn es ist die Begegnung zweier Seelenlagen, jede von ihnen voller Schuldgefühle. Das linke Schuldgefühl kommt aus der Hölle der deutschen Vergangenheit. Das islamische Schuldgefühl kommt aus dem allmächtigen Himmel, in dessen Dienst die muslimische Welt ihre Zukunft verpasst. Das linke Schuldgefühl entlastet sich durch maximale Toleranz. Das islamische Schuldgefühl besänftigt sich durch maximale Intoleranz. Beide Schuldgefühle erzeugen ein Monstrum an Irrationalität auf deutschem Boden.
Die maximale Toleranz aber befreit die Linke keineswegs von ihrem Schuldgefühl. Deshalb tendiert ihre Toleranz zur Grenzenlosigkeit, sie toleriert alles, es sei denn, es komme von "rechts", aus der Hölle. Für alles andere, und sei es noch so übel, wird sie zur Blanko-Toleranz. Die islamische Intoleranz hingegen toleriert nichts, es sei denn, es komme aus dem Himmel. Auch sie ist in ihrem Schuldgefühl steckengeblieben. Deshalb verbaut sie der muslimischen Welt weiterhin die Zukunft. Beide Schuldgefühle versuchen sich durch jeweilige Hypermoralität zu entschulden. Das produziert den Überlinken einerseits und den Übermuslim andererseits. Beide müssen zur Vernunft gebracht werden. Aber wie und von wem?
Zunächst die triste Bilanz aus der Begegnung irrationaler Toleranz mit irrationaler Intoleranz: Die deutsche Linke hat den linken Verstand verloren, denn ihre Toleranz dem Islam gegenüber duldet alles, was der aufgeklärten deutschen Gesellschaft und was freiheitsbewussten Musliminnen und Muslimen in Deutschland und in der islamischen Welt schadet.
Orientalismus
Es gibt einen neuen Orientalismus, den die Linke nun von den Muslimen selbst einfordert, schreibt die algerische Feministin und langjährige Unesco-Mitarbeiterin Wassyla Tamzali: "Muss ich ab jetzt verschleiert sein, um Gehör zu finden?" Der neue, linke Orientalismus grenzt den muslimischen Menschen aus der Aufklärung aus, wie früher der alte, eurozentrische Orientalismus es tat. Markenzeichen des linken Neo-Orientalismus ist das "Kopftuch".
Es gehört in Anführungszeichen gesetzt, denn es ist kein Kopftuch. Es ist ein den Frauenkörper bis über die Fußknöchel abdeckender Hidschab, Nikab, eine Burka oder ein Burkini. Deshalb werde ich ab jetzt das Wort "Kopftuch" immer in Anführungszeichen setzen. Denn das Kopftuch ohne Anführungszeichen verharmlost, was das "Kopftuch" der Frau und dem Bild von der Frau in der heutigen Welt antut. Der linke Neo-Orientalismus behauptet, das "Kopftuch" werde "freiwillig" getragen. "Harvey Weinstein und seine Anwälte verteidigten sich gegen den von einer Frau erhobenen Vorwurf sexuellen Übergriffs mit dem Argument, die Frau habe den Handlungen des amerikanischen Produzenten freiwillig zugestimmt. Das hört man jetzt auch, wenn es um die verschleierten Frauen geht", so Wassyla Tamzali.
Missionarisch, militant, inhuman ebnet die deutsche Linke dem "freiwilligen" Fundamentalismus in Deutschland den Weg. Der "freiwillige" Fundamentalismus ist gefährlicher als der offen erzwungene. Denn der offen erzwungene lässt den Widerstandswillen intakt, der "freiwillige" löscht ihn als "unislamisch" aus.
Gegen alles
Ich hatte nie etwas gegen den Islam, bis ich plötzlich merkte, dass der Islam etwas gegen mich und meine muslimischen Freunde hatte. Ich habe mit dem heutigen Islam nicht mehr Schwierigkeiten, als ich mit jedem reaktionären Deutschen, Franzosen oder Chinesen habe. Mit jedem Amerikaner, Türken, Buddhisten, Christen, Hindu, Nord- oder Schwarzafrikaner, Dunkelhäutigen oder Hellhäutigen, der gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist, gegen die Gewissensfreiheit, gegen die Gleichheit aller Menschen, ob "gläubig" oder "ungläubig", der gegen die Trennung von Religion und Staat ist, der gegen die Vermischung von Menschen unterschiedlicher kultureller Prägung ist, der gegen Homosexuelle ist, gegen die sexuelle Selbstbestimmung der Frau, gegen die Gedankenfreiheit.
Leider ist der gegenwärtige Islam gegen all dieses. Anders als der einzelne reaktionäre Deutsche, Amerikaner, Chinese, dem ich aus dem Weg gehen kann, hat der Islam mehr Macht als diese alle zusammen. Er ist vielerorts Staatsmacht. Er ist Staatsreligion. Er beherrscht einen großen Teil der Welt. Er steckt in international vernetzten Terrororganisationen.
Er verfügt über zivile Organisationen, die "friedlich" und "tolerant" die westlichen Freiheiten für ihre antifreiheitlichen Zielsetzungen nutzen, an erster Stelle die westliche Religionsfreiheit, die der Islam bei sich nicht duldet. Dieser Islam ist militant und missionarisch wie die linke Islam-Toleranz, die ihm militant und missionarisch entgegenkommt. Seit dem 11. September 2001.
Nichtlinke Linke
Ich habe keine Schwierigkeiten mit einer Linken, die links ist. Die "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" für alle gelten lässt. Die muslimische Aufklärer nicht als "Rassisten" diffamiert, weil sie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit auch für Muslime wollen. Was wäre die Welt ohne die Linke? Ohne jene Linke, die sich für die gesellschaftliche Emanzipation auf sozialem und kulturellem Gebiet eingesetzt hat seit den Zeiten Voltaires? Die den Kolonialismus bekämpft hat? Die die Befreiungsbewegungen inspiriert und unterstützt hat? Die den katholischen Fanatismus besiegt hat? Die die Kirche gezwungen hat, Gleichberechtigung und sexuelle Selbstbestimmung anzuerkennen?
Ich habe nur Schwierigkeiten mit einer Linken, die alles dies aufgibt, sobald das Wort "Islam" fällt. Die so tut, als wäre der Islam Teil einer Befreiungsbewegung gegen die (angebliche) politische und kulturelle Hegemonie des Westens. Die nicht zugibt, dass der Islam selbst zum grausamen Unterdrücker in weiten Teilen der einstigen "Dritten Welt" geworden ist. Die einverstanden ist, dass der Islam dort alles Aufgeklärte und Demokratiefreundliche als "westlich", "verwestlicht", "unislamisch" ablehnt und verfolgt. Die einen Islam unterstützt, der auch in Deutschland die Abschottung von allem "Westlichen" fordert und die Frau für "unrein" hält.
Im Namen der Toleranz
Mit einer Linken, die im Namen der Toleranz all dieses akzeptiert, will ich nichts zu tun haben. Sie missachtet die Menschenrechte. Sie toleriert, dass ein Teil unserer Gesellschaft, der Teil mit muslimischem "Migrationshintergrund", im Namen Gottes hinter die Menschenrechte für alle Menschen zurückfallen konnte.
Ich will keine Linke, die Religionskritik für "rassistisch" hält, sobald sie den Islam betrifft. Religion ist keine Rasse, was soll der Unsinn? Es wird höchste Zeit für eine Linke, die wieder links wird. Die endlich kapiert, dass die bedrohte Minderheit in der Welt von heute nicht der Islam, sondern die Aufklärung ist. Deutschland braucht eine Linke, die mit der muslimischen Aufklärung zusammenarbeitet.
Ihr sollte die linke Toleranz gelten, nicht – wie seit 20 Jahren – ihren Feinden. Es kann doch nicht sein, dass diese Selbstverständlichkeit aufgegeben wird, weil Kritik am Islam angeblich "Wasser auf die Mühlen der Rechten" liefert. Was wiegt denn diese Rechte gegen die Menschenrechte?
Mit der Aufgabe linker Selbstverständlichkeiten ist es doch die Linke selbst, die seit Jahren Wasser auf jene rechten Mühlen liefert, die sie trockenlegen möchte. Die Linke ist es, die immer mehr Bürger nach "rechts" treibt, weil sie bei der Linken nicht mehr finden, was einst zum linken Selbstverständnis gehörte: Kritik an Dogmen, an Fanatismus, an Frauenverachtung, an gesellschaftlicher Rückständigkeit und an einer Aufteilung der Menschheit in "Gläubige" und "Ungläubige", also in Gut und Böse. So dreht die Linke die Republik nach rechts.
Wieder links werden
Um wieder links zu werden, muss die Linke erst einmal rechts anfangen, wo sich inzwischen alle Probleme zur Behandlung eingefunden haben, die die Linke seit zwei Jahrzehnten verdrängt: vom aufklärungsresistenten Islam über den vom Islam ruinierten Multikulturalismus und die gegen "Ungläubige" abgeschotteten Parallelgesellschaften bis hin zur Penetranz des Islam im staatlich neutralen Raum via "Kopftuch" für Lehrerinnen, dem Mobbing nichtislamischer Schüler und dem muslimischen Antisemitismus. Ganz zu schweigen vom Terror im Namen des Islam, der nach Rotgrünlinks mit dem Islam "nichts zu tun" hat.
Dabei berichten algerische und marokkanische Zeitungen – muslimische (!) Zeitungen – ausführlich, warum genau das Gegenteil der Fall ist: "Der traditionelle religiöse Diskurs rechtfertigt in der Tat diese Gewalt. Es fordert uns viel Mut ab, das anzuerkennen, aber dennoch ist es die Realität. Wir müssen die religiösen Texte und archaischen Interpretationen angreifen, die immer noch Terrorismus hervorbringen und ihn rechtfertigen", war in der algerischen Zeitung "El Watan" nach dem Massaker an der "Charlie Hebdo"-Redaktion zu lesen. (Samuel Schirmbeck, 15.9.2018)
Samuel Schirmbeck (Jg. 1941) ist Soziologe, Autor und Filmemacher. Er hat ab 1991 das ARD-Büro Nordafrika in Algier aufgebaut und berichtete als Korrespondent über Algerien. Dieser Text ist ein Auszug aus seinem neuen Buch "Gefährliche Toleranz – Der fatale Umgang der Linken mit dem Islam". Es erscheint am 21. September im Orel-Füssli-Verlag.

Mittwoch, 9. September 2020

Sprachenstreit

 Rassismus: Google Chrome streicht Begriffe wie "Blacklist" und "Whitelist"

Die aktuelle Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt, die längst über die USA hinausgeht, hat auch zahlreiche IT-Firmen dazu gebracht, Stellung zu beziehen.
……. Bei Google nutzt man diesen Anlass jetzt aber auch, um seit langem benutzte Begrifflichkeiten zu hinterfragen.


So steht es im Standard zu lesen. Der Sprachkrieg um Begriffe, der bislang eher die linke Szene beschäftigte scheint Mainstreamfähig geworden zu sein. Nach den Massenprotesten nach dem Tod eines Schwarzen (darf man ja gar nicht mehr schreiben) oder PC ausgedrückt, eines Afroamerikaners (sind die Weißen neuerdings Euroamerikaner und was wären dann die Indianer? Rothautamerikaner?) scheinen die Internetanbieter vom Aktionismus gepackt und der ist selten ein guter Ratgeber.

Die Entwickler des Chrome-Browsers wollen künftig auf die Verwendung von Begriffen wie "Blacklist" oder "Whitelist" verzichten. Eine entsprechende Änderung zur Umbenennung interner Begrifflichkeiten wurde vor kurzem in den Quellcode von Chrome aufgenommen, ……. Die Argumentation der Entwickler ist dabei simpel: Die Art, wie diese Begriffe hier genutzt werden, reproduziere rassistische Stereotype.
…… Statt den bisherigen Begriffen sollen nun die Bezeichnungen "Blocklist" und "Allowlist" zum Einsatz kommen.


Da haben wir aber Glück, daß der Begriff Chrome nicht auch eine Minderheit bezeichnet. Wär ja schade um den Browser. ;-)) Nun in dem Fall kann man das mit blockierte Liste und erlaubter Liste übersetzen. Klingt in deutscher Sprache etwas sperrig. Man ist eben den Begriff Blacklist gewohnt. Ist schon fast zum Gastwort aufgestiegen. Blacklist wird mit einigen assoziiert und auch mit Menschen die auf eines solchen Liste stehen, was für die Betreffenden meist recht ungesund enden konnte. Sind es nur Handelswaren, dann mag's ja noch angehen. Da geht es eher um Warenboykott. Doch mit Neger!!! ähm sorry, mit Schwarzen!! also bitte, mit Afroamerikaner, hm besser so? Nun halt mit dunkelhäutigen Menschen aus Afrika, wird der Begriff Blacklist nicht in Verbindung gebracht. Was nun? Wem soll dieser Sprachkrieg helfen? Vermutlich den mehrheitlich weißen IT-lern die damit demonstrieren wollen, wir sind doch auch …. oder den Konzernen, die sich als fortschrittlich und integer darstellen, aber letztlich wollen sie doch nur Profit machen. Ja, auch der Kapitalismus kann fortschrittlich sein, wenn s sich auszahlt. Muß man daher nicht überbewerten.
Für die Kommentarspalten ist dies natürlich ein gefundenes Fressen. Nicht zu Unrecht. Und wenn es in dem Fall um das Schwarze geht, dann sollte man grad nach den Verteidiger des Schwarzen Meeres rufen und fragen was dann aus dem Kleinen Schwarzen wird, oder was aus Begriffen wie Schwarzes Loch oder Schwarzer Strahler werden soll. Müssen jetzt die Physikbücher geschwärzt (sic) werden?
Immer wenn es um sprachliche Begriffe geht, stellt sich die Frage, wird die Welt besser, wenn wir gesellschaftliche No Go‘s nicht mehr benennen?
Es gibt keine Rassen. Es gibt Bestrebungen den Begriff zu ächten. Kann man zwar machen, gibt es dann keinen Rassismus mehr? Entdeckt der Osten dann auf einmal seine Zuneigung für dunkelhäutige Einwanderer? Sind dann  in Sachsen, künftig alle aus dem tiefsten Afrika willkommen?
Wenn sich Probleme so einfach aus der Welt schaffen ließen.
Dabei geht es genau genommen um Menschenrassen. Gegen Rassenpferde und Rassenkatzen hat bisher niemand was einzuwenden. Noch nicht, aber wer weiß? Wann wird die erste Katzenrassenschau verboten? Gibt es noch einen Wikieintrag über Hunderassen? Ja, man sieht, es artet schnell in Realsatire aus.
Kein Wort mehr über Plastikmüll und er verschwindet aus den Weltmeeren. Verbieten wir das Wort Armut, dann ist niemand mehr arm.
Versuche dieser Art gibt es nicht nur seitens der PC Anhänger und der Szenelinken, von staatlicher Seite ebenso.
(Das PC eigentlich als Kampfbegriff der Rechten in den USA benutzt wurde ist nicht der Punkt. Längst ist der Begriff zu einem Code für eine Szene geworden, die nicht mehr daran glaubt die Verhältnisse grundlegend ändern zu können, aber umso fanatischer darum kämpft, wie darüber gesprochen werden darf.)
Der Begriff Arbeitslose wurde gegen Jobsuchende ersetzt. Seither ist niemand mehr arbeitslos ;-))) und es gibt auch keine Arbeitsämter mehr. Das sind seit geraumer Zeit Jobcenter. Klingt auch viel moderner und sprachlich nicht mehr so nach verstaubtem Amtsdeutsch. Da geht man doch gern hin, weil da wird dir geholfen.
Nun schon lange davor wurde der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer eingeführt. Fabrikherr hat so den Klang von Kapitalismus und Ausbeutung. Arbeitgeber hört sich so nach Oberhirte an, der sich um seine Herde sorgt.
Und im aktuellem Fall, wenn wir die Blacklist abschaffen, dann ist den Schwarzen in den USA ungemein geholfen.
Doch wenn man das mal umdreht. Selbst bin ich ja nach diesen Kategorien weiß. Bin ich? Dazu brauch ich nicht erst den Spiegel, ein Blick auf die Hände reicht. Was ich da zu sehen bekomme lässt sich farblich gesehen vielfältig bezeichnen, nur eben nicht als weiß. Zumeist macht sich der weiße Mann (sic) nicht so viele Gedanken, wenn er so bezeichnet wird. Man fühlt sich nicht etwa rassistisch diskriminiert. Weiß ist ein Oberbegriff mit dem Europäer plus die ausgewanderte Nachkommenschaft bezeichnet werden. Lässt man sich keine grauen Haare davon wachsen, davon nicht. Ach ja, die Weißen sind ja nicht diskriminiert. Sie sind ja die Unterdrücker. Mal davon abgesehen, das die Mehrheit der Weißen nicht soviel zu bestimmen hat und Schwarze auch keine Engel sind, man darf hier an die Frauenverachtung in den Gettos erinnern oder an die Zustände in Afrika.
Doch das sollte man nicht auf linken Portalen schreiben. Da soll die Welt schwarz/weiß sein. Genau, black and white. Da gut dort böse. Differenzen sind unerwünscht. Und die Bösen, das sind die alten weißen europäisch amerikanischen Männer. Männer wohlgemerkt, Frauen ausgenommen. Ja die sind an allem schuld und wer sich weigert sich die Welt so einfach zurechtzulegen, ist Rassist. Und in diesen Kreisen wird man schneller zu Rassist als man Blacklist tippen kann.
Doch was wären wir ohne PC und Streit um die richtige Sprache? Wär‘s uns dann zu langweilig? Fehlen uns dann die Themen um die man sich fetzen kann? Oder müßten wir uns dann ernsthaft Gedanken über Rassismus machen? Und auch darüber, daß der Wahn kein Rassist sein zu wollen, genauso das Klima vergiften kann wie der ausgewiesene Rassismus? Solche Fragen zu stellen, erscheint den linken Antirassisten bereits als Ketzerei. Und wer online schon mal mit denen aneinandergeraten ist, kann ein Lied davon singen.
Doch soviel kann man bereits jetzt sagen. Das Thema wird uns noch lange beschäftigen, denn die selbsternannten Sprachwächter werden weiter nach Begriffe suchen, die  Minderheiten diskriminieren. Man darf gespannt sein, welche Wortschöpfungen ihnen noch einfallen, die jeden Text unlesbar machen.

Montag, 17. Februar 2020

Noch was zu den K Gruppen und dem Rest.

Was ist eigentlich gegen die ML Sekten der 70er Jahre zu sagen? An Kritik dieser Vereine herrscht mittlerweile kein Mangel. Es wurden etliche Bücher verfasst, auch von ehemals Beteiligten und die Geschichte ihres Scheiterns ist auch dementsprechend dokumentiert. 
Doch betrachten wir die Story einmal aus der Perspektive des Aufbaus und der Organisation. Sie haben sich doch alle Mühe gegeben und nach Lenins Vorlage den Verein aufgebaut. What‘ s wrongabout, so könnte man provokativ fragen. Oder, woran sind sie denn nun gescheitert? 
Der Dogmatiker kennt die Antwort. Natürlich, weil sie mit dem Maoismus von rechten Weg abwichen oder weil es in erster Linie Studentenparteien waren. Oder, so würde es ein Vertreter der echten Partei (Natürlich seiner eigenen) ausdrücken, sie scheiterten an ihren kleinbürgerlichen Widersprüchen. 
Andere würden sagen (haben es schon seinerzeit) Lenins Vorlage zu kopieren war der Grundfehler. Den hatten aber die meisten Kommunistischen Parteien im Programm, nur in der dritten Welt änderten sie eigenmächtig die Dogmen, sehr zum Missfallen der Hüter der Flamme. All diese Debatten wurden geführt, doch sie geben keine Antwort, was die Kommiparteien im Westeuropa und vor allem im deutschsprachigem Raum zumeist nach 68 entstanden, nun scheitern ließ.
Lag es etwa an der falschen Typographie der Parteizeitung? Könnte man ja genauso gut fragen. 
Tatsächlich waren diese Vereine in ihrer Struktur, Organisation und Ideologie mehr oder weniger gelungene Kopien der Weimarer KPD und gaben sich alle Mühe, dem Original möglichst nah zu kommen. Wollten sie ja schließlich neu aufbauen. Sie gaben sich viel Mühe und tatsächlich hätte so ein Verein durchaus erfolgreich sein können. In der richtigen Zeit eben, wenn es nicht darauf ankommt, ob irgendwelche Mängel oder Fehler nicht aufgearbeitet wurden oder ob es Theoriedefizite gibt. Darauf kommt es in einer Krisensituation nicht an, wie aus der Geschichte bekannt ist. Zum passenden Zeitpunkt eben, in einer Krisensituation, in der die Staatsmacht nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr funktioniert. 
Freilich sind sie dann nicht die einzigen, die sich um die Macht kloppen. Doch solche Situationen sind eher selten und in den 70ern war davon weit und breit nichts zu sehen. So gab es für kommunistische Politik nur wenige Möglichkeiten, meist irgendwo zwischen Reformismus oder Sektierertum. Für letzteres entschieden sich die K-Gruppen, umso besser konnten sie der DKP Verrat vorwerfen, die aber auch nicht viel erfolgreicher war.
Immer noch wird von einigen Unentwegten und Bewahrern der reinen Lehre, das Erklärungsmuster einer mittlerweile recht verständnislos gewordenen linken Öffentlichkeit  vorgestellt und als Erklärung angeboten.
Diese und jene Fehler wurden begangen, dies und jenes nicht zu Ende diskutiert. Von dieser und auch dieser Position hätte man sich trennen müssen, einschließlich und besonders ihrer kleinbürgerlichen Vertreter. Ja dann …. was? Wären die Massen nur so in die Partei geströmt? Wäre alles ganz anders gekommen? Stünde dann die Mauer noch? So Fragen bewegen die Menschen im Internet, aber wie. 
Nur ein Teil der K-Gruppen, insbesondere die KPD/AO produzierte nach der Auflösung einiges an Literatur, die eher von der psychischen Ebene ausging und danach Erklärungsansätzen suchte. Eben auf Grundlage der früher so verachteten subjektiven Ebene. Soll heißen, wer schafft es wie lange und mit welchen Argumenten weiterzumachen und entgegen jeder Vernunft an das Endziel zu glauben. Wer springt wann ab und sieht die Sinnlosigkeit dieser Politikform ein? Eine Frage der Psyche und auch der Machtposition. Wer hat was zu verlieren? Und sei es nur eine selbstgeschaffene Pseudoheimat. Da waren die Resolutionen auf der Ebene der ML Ideologie nur vorgeschoben aber nicht der wirkliche Grund.
Schaut man sich rückblickend an, was seinerzeit so aus dem Boden gestampft wurde, es gab eine Organisationsstruktur, aber wie sie im Lehrbuch steht. Von oben nach unten. Es gab Ortsgruppen, Unterorganisationen, sog. Massenorganisationen (nur die Massen machten sich rar) und weitere Unterorganisationen für etliche Bereiche und jede Zielgruppe. Auch wenn nicht viel dahinter steckte. Und natürlich gab es eine Parteipresse, von der Parteizeitung bis zum Betriebsblatt. Radio und Fernsehen waren noch in der Hand des Staates und Internet, nun ja, soweit war die Technik noch nicht. Aber sonst waren sie medial durchaus präsent. Also, woran lag s?
Etwa an dem Prinzip; Begeisterung für das Projekt, Ernüchterung, Absprung der Hellen, Durchhalten der Spinner. 
So könnt man s abhandeln und so geht’s nicht nur bei ML Sekten zu. Nachdem viele in diese Vereine geströmt waren, ließ der Zustrom naturgemäß irgendwann nach und diese Vereine begannen in ihrer selbstgeschaffenen Struktur zu erstarren. So wird man endgültig zur Sekte, wenn man es nicht schon vorher war. Und dann schaffte es der Rest der durchhielt oder eine Machtposition besaß es, diese Parteiwelt noch Jahrelang in Betrieb zu halten, bis es entweder zur Spaltung oder zur Auflösung kam oder bis die Erosion nur noch einige tragische Gestalten übrigließ, die vergessen hatten das Licht auszumachen.
In der DKP etwa, konnte man alt werden. Wurden sie auch, die unbedingt die reine Lehre erhalten wollten. Anderswo hatten sie vergessen das Licht auszuschalten und so gelang es den letzten aufrechten Kämpfern, ihren Verein ins Netz zu stellen und einigen zu erstaunten Ausrufen Anlass zu geben, meist von der Sorte, was, die gibt’s noch? Zu dumm auch. 89 entstand kein Machtvakuum etwa wie 1918 und so konnten die verbliebenen Gruppen die Gelegenheit nicht nutzen, wenn es je eine war.
Der Zusammenbruch der DDR, was für eine Gelegenheit, sollte man doch meinen. Doch von den K Gruppen war zu der Zeit nicht mehr genug übrig um da zu intervenieren.War auch besser so, sie hätten sich eher zur Lachnummer gemacht. 
Und aktuell? Die Versuche die kommunistische Theologie im Internet wiederauferstehen zu lassen, hat eher resigniertes bis mitleidiges Desinteresse auch bei ehemals Beteiligten gefunden. Die Welt mit Marx und Lenin erklären zu wollen, scheiterte bereits an der Entkolonialisierung, als die daran Beteiligten (sie waren sogar Teil der kommunistischen Bewegung  bzw. von dieser inspiriert) nicht fragten, ob nicht erst eine Arbeiterklasse geschaffen oder es nicht zuerst eine bürgerliche Revolution geben müßte. Frisch an der Macht erklärten sie ihr Land für sozialistisch und irgendwann …. nun ja, s war n Versuch wert. Hätte ja klappen können ;-)) doch von dem hat man sich mittlerweile verabschiedet und sogar die großen Hoffnungsträger wie Vietnam und China haben sich von der Ideologie weitgehend verabschiedet. Übriggeblieben sind die Parteimacht und ein bizarrer Rest in Nordkorea. 
Und was fangen wir damit an? Klar, man kann dogmatische Parteien auf Basis der kommunistischen Theologie  und des Vorbilds der russischen KP gründen. Nur kommst damit hier nicht weit. Man unterscheidet sich kaum noch von einer religiösen Sekte und benötigt eben diese Denkmuster und Psychowracks, um den Verein in Betrieb zu halten. Doch das ist ohnehin ein Thema für sich.
Doch nochmal zum Ansatz. Hätte man mit so einen Verein die Macht übernehmen können? Der Dogmatiker sagt nein, denn erstmalmuß eine Theorie her und dies und jenes ….. also erst brauchen wir die perfekte Parteiorganisation, von allen kleinbürgerlichen, revisionistischen,utopistischen, sponaneistischen, reformistischen und sonstigen ….istischen Elementen gereinigt. Was n Unsinn, aber genauso denken sie. Und weil dies seinerzeit versäumt wurde, brach der Ostblock zusammen. Vertreten sie allen Ernstes.
Und was sagt die Erfahrung der Geschichte? Genau das ist ja passiert und in der richtigen Situation reicht es eine Organisation zu haben, die den Winterpalast stürmt. So etwa. Da fragt niemand, ob schon die kleinbürgerlichen Elemente rausgesäubert sind. Hebt man sich für später auf, wenn s um die Verteilung der Macht geht.

Seh ich Gespenster? Hier der Gegenbeweis. Hier melden sich die letzten Aufrechten zu Wort.

50 Jahre KPD/ML – der revolutionäre Kampf geht weiter
Am 31. Dezember 1968 – genau 50 Jahre nach der Gründung der KPD – wurde in Hamburg die Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten, KPD/ML von den Genossen Ernst Aust, Klaus Schalldach, Werner Heuzeroth, Günter Ackermann, Ezra Gerhardt u. a. aus verschiedenen Regionen Deutschlands gegründet.
Diese Gründung war notwendig geworden, nachdem sich die KPD/DKP dem modernen Revisionismus Chruschtschows verschrieben hatte und eine innerparteiliche Diskussion in deren Organisationen durch die Zensur der DKP-Führung unmöglich geworden war.
Die Gründung der KPD/ML war in etwa zeitgleich mit dem Aufschwung der außerparlamentarischen Opposition (APO), auch 68er genannt.
Viele der jungen Genossen der APO, Studenten, Schüler und Lehrlinge erkannten im Laufe ihrer antiautoritären Praxis, daß um etwas zu erreichen,es eine Organisation braucht und die Wurzel aller Mißstände die Ökonomie, der Kapitalismus ist. Sie begeisterten sich an den jungen Roten Garden der „Großen Proletarischen Kulturrevolution“ in China und ihren Losungen „Rebellion ist berechtigt“ und „die Haupttendenz ist Revolution“.
Der KPD/ML gelang es damals viele dieser jungen Leute in der Partei, der Jugendorganisation Rote Garde und Umfeld zu organisieren.
Das hatte aber auch einige Nachteile und Schwächen, denn es kam viel Unreifes in die Organisation. viele Schwankungen und Spaltungen. Doch der Vorteil überwog. Man konnte innerhalb kurzer Zeit ein nationales Kadernetz aufbauen, ohne das viele Aktionen nicht möglich gewesen wären wie z.B. der Kieler Lehrlingsstreik, die Schlacht am Karlstor beim Antikriegstag 1972 zur Olympiade in München usw.
Auch in den Betrieben war die KPD/ML präsent. An allen größeren Betrieben wurden Betriebszeitungen herausgegeben. Streiks organisiert und Betriebszellen organisiert. Bei Betriebsratswahlen wurden viele RGO-Betriebsräte (z. B. BASF) gewählt.
Die Gründung der KPD/ML fiel jedoch nicht nur zeitgleich mit der neuen Jugendbewegung zusammen, sondern war auch die Zeit des auslaufenden „Wirtschaftswunders“. Die Arbeiterklasse erlebte in den 20 Jahren seit Gründung der BRD einen ständigen Wirtschaftsaufschwung. Die Arbeitszeiten wurden immer kürzer, der Urlaub immer länger, der Lohn immer mehr. Der Facharbeiter konnte sich ein Häuschen und ein Auto leisten. Reformen hatten damals noch einen positiven Klang und man strebte die 35-Stunden-Woche an.
Ältere werden sich erinnern. Jüngere dürfen die alten Zeitungen nachlesen. Seinerzeit klang das in der Parteipresse aber etwas anders. Da hörte es sich an, als lebten die Arbeiter nach wie vor im Elend des Manchesterkapitalismus.
Die Arbeiter erkannten die KPD/ML und andere kommunistischen Gruppen zwar als Vertretung und Opposition an, aber an Revolution dachte keiner, denn es ging ja immer nur aufwärts. Die Massenarbeitslosigkeit und die offenen Krisenzeichen entwickelten sich erst in den 80er und 90er Jahren unter Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Gerhard Schröder.
Dies frustrierte viele intellektuelle Kleinbürger in der KPD/ML und anderen ML-Organisationen, die „Haupttendenz ist Revolution“ als baldige Revolution in wenigen Jahren begriffen. Echte Revolutionäre dagegen haben einen langen Atem und rechnen mit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten.Wie viele Jahre Abstand gab es zwischen dem Bauernkrieg 1524 – 1525 und der Revolution 1948/49. der Novemberrevolution 1918 ?
Kommunisten denken in Jahrhunderten. Allerdings ist die eigene Lebenszeit etwas begrenzt um so lange auf das Paradies zu warten.
Alle diese Revolutionen kamen sprunghaft und unerwartet.
Diese ungeduldigen Kleinbürger suchten nun nach schnellem Erfolg in Ökologismus, Feminismus, Reformismus und Karrierismus. Mit der Methode des Personenkults wurde der Parteigründer Ernst Aust („Für Ernst Aust – Hoch die Faust!“) isoliert und man vereinigte sich hinterrücks mit den Trotzkisten der GIM für eine Gewerkschaftskarriere in der VSP und machte später Karriere in der PDS/Die Linke.
Die Rest-KPD/ML zerfiel weiter in größenwahnsinnigen Sektierertum einerseits und im neoliberalen „Regenbogen“-Mainstream der „bunten-weltoffenen Gesellschaft“ andererseits.
Nur wenige Genossen blieben bei der Stange.
Und die verfassen solche Erklärungen. ;-)))
Die weitere Entwicklung der kapitalistischen Welt bestätigte jedoch die Erkenntnisse des Marxisten-Leninismus. Zerfall der Nachkriegsordnung, der EU, weltweite Zunahme von Kriegen, Verschlechterung der Arbeitsbedingungen selbst in den imperialistischen Monopolen, Verschuldung, Wohnungsmangel, Drogensucht, neuerdings sogar wieder Sinken der Lebenserwartung, weltweite Völkerwanderung. Zukunftsängste statt Fortschrittsglaube.
Die soziale Frage tritt wieder in den Vordergrund. Diesmal wird nicht eine Jugend- und Studentenrevolte den Ton angeben, sondern die Arbeiterklasse und vor allem die revolutionäre Arbeiterjugend werden die Hauptkraft im Klassenkampf sein und das ganze Volk gegen die bourgeoise Diktatur der Kapitalistenklasse führen. Dazu wird eine stählerne bolschewistische Partei gebraucht.
Was wär der Mensch ohne seine Träume?
Die Erfahrungen der KPD Ernst Thälmanns, der KPD/ML Ernst Austs und anderer Genossen werden in dem Wiedererstarken einer revolutionären kommunistischen Partei in Deutschland einfließen.