Montag, 4. Juli 2016

Kulturrevolution

50 Jahre Kulturrevolution im China Mao Zedongs: „Eine Revolution, die die Seele berührt“
Wer auf der Suche ist nach einer echten Alternative zum krisengeschüttelten Kapitalismus fragt sich natürlich nicht nur, wie eine sozialistische Gesellschaft erkämpft werden kann.

Die MLPD muß man nicht weiter ernstnehmen. Realen Einfluß hat sie kaum und eigentlich ist sie nur ein Verein bestehend aus in die Jahre gekommener Altlinke und Dogmatiker. Dafür gehört sie zu den letzten Aufrechten, die noch heute die Kulturrevolution als große Leistung abfeiern. Die MLPD ist auch eine der letzten Übriggebliebenen die noch heute die Legende von der revisionistischen Entartung vertreten und danach war die Kulturrevolution genau das richtigen Mittel, die Rückkehr Chinas zum Kapitalismus zu verhindern. Freilich war dieser Kapitalismus in China vorher kaum existent und von einen Industrieproletariat wenig zu sehen. Das wurde erst von der Partei geschaffen. Wie verhindert man also dieRestauration der Kapitalismus? Durch Mobilisierung der Jugend. Böswilligerweise könnte man auch von Aufhetzung der Jugend reden. Es versteht sich, daß die Vertreter der reinen Lehre ein Bild der Kulturrevolution verbreiten, das gerade mal die Parteipropaganda abschreibt. Alle seit langem bekannten Informationen werden ignoriert. Etwa die Anzahl der Opfer, der Schaden der angerichtet wurde. Ignoriert werden in diesem Wunschbild die Schicksale der Menschen, die zur Zielscheibe der Angriffe wurden, ohne zu begreifen, warum. Wer seine Arbeit verlor, plötzlich geächtet war und öffentlich gedemütigt wurde bzw. ‚Selbstkritik‘ leisten mußte, konnte sogar noch von Glück reden, eine große Anzahl hatte weniger Glück und wurde umgebracht. Die Opferzahlen waren nicht gerade bescheiden. All das ist ein bis heute in China nachwirkendes Trauma. Das dies von Dogmatiker auch nur thematisiert wird, wäre naiv zu erwarten. Dieser interne Machtkampf wird als erfolgreicher Kampf gegen die Entartung des Sozialismus dargestellt und schaut man sich die Fotos an, so darf man sich ernsthaft fragen, ob die neue Gesellschaft so aussehen sollte. Die MLPD schreibt wie zu erwarten einen Propagandatext wie man ihn bereits in diversen Parteiblättern von vierzig Jahren genießen konnte.
Ermutigt durch den konsequenten antirevisionistischen Kampf der Kommunistischen Partei (KP) Chinas in Theorie und Praxis, wurden überall auf der Welt revolutionäre, marxistisch-leninistische Parteien und Organisationen gegründet….‘
Und genau in deren Schriften wurde die Kulturrevolution so beschrieben und die realen Opfer ausgeblendet. Ebenso wenig passt in dieses Propagandagemälde, das Ende der Kulturrevolution. Das am Ende Jugendbanden gegen Jugendbanden kämpften und die Partei die Armee einsetzte um den Irrsinn zu beenden. Und zudem ein Großteil der Jugend auf dem Land in der Verbannung endete. Viele endeten auch als Zwangsarbeiter. Hier hatte die Revolution wirklich ihre Kinder gefressen. Alles bekannt wenn man es wissen will. Und auch, was es gebracht hat. Außer Chaos, Zerstörung und Gewalt nicht viel gewesen. Ein wie immer projizierter Rückfall in den Revisionismus wurde nicht verhindert, im Gegenteil. Mit den Machtverschiebungen innerhalb der Partei mußten zahlreiche Opfer der Kulturrevolution rehabilitiert werden. Vielen half das freilich nichts mehr, aber immerhin. Die von der MLPD beschriebene Gründungswelle von ML Parteien war nur die Folge linker Kirchenspaltung und des Versuches der KP Chinas Einfluß unter den Linken in Westeuropa zu erhalten, deren Kommunisten alle die SU als ideologische Führungsmacht betrachteten. Die standen der Kulturrevolution zwar mit ideologisch definierten Mißtrauen gegenüber, die reale Gewalt interessierte sie freilich wenig, das war schließlich ein ganz normaler Vorgang im Kommunismus. Klingt zynisch, aber so dürfte es gewesen sein. Die Jugend im Westen freilich war von der Kulturrevolution beeindruckt. Auch diejenigen, die keine ML Parteien gründeten. Es war eine naive Sichtweise auf die Propagandabilder die aus China kamen. Die Aufmärsche, das Fahnengeflatter und die Geschichten von der Auflehnung gegen die Autoritäten, davon ließen sich viele beeindrucken und da wollte man nicht zu genau hinsehen.
‚Ein halbes Jahrhundert nach dem Beginn der Kulturrevolution erscheinen jetzt in vielen bürgerlichen Zeitungen Artikel mit bösartiger, antikommunistischer Hetze. Gestützt auf die offizielle Geschichtsschreibung im heutigen kapitalistischen China, wird fast gleichlautend behauptet, dass die Kulturrevolution „zehn verlorene Jahre“ oder „zehn Jahre Chaos“ gewesen seien.‘
Möglicherweise gestützt auf eine heute nüchterne Rückschau in der endlich die Fakten beschrieben werden dürfen? Gestützt auf die Geschichten von Beteiligten, die erzählen, worüber sie bisher schweigen mußten? Für die MLPD ist das freilich nur antikommunistische Hetze, was auch sonst? Tatsächlich?
‚Unausweichlich in solch einer Massenbewegung, dass es auch zu Überspitzungen und Übergriffen kam.‘
Ist nicht wahr. Die MLPD gibt zu, daß es zu Übergriffen kam? Na schau an, so ganz kann auch die Partei die Bilder von Parteifunktionären mit Spitzen Hüten und umgehängten Schmähtafeln nicht ignorieren. Aber das waren keine Übergriffe, daß nicht. Von den tatsächlichen ‚Übergriffen‘ gibt es eher wenig Bilddokumente.
‚Jugendliche der „Roten Garden“ zogen über Land, um den Massen zu helfen, Bürokraten und Karrieristen zu entlarven. Später wurden sie mobilisiert, sich dort zumindest zeitweise niederzulassen, um sich an der schweren Arbeit zu beteiligen, beim Aufbau von Schulen….‘
So liest sich das Ende der Kulturrevolution. Eher wurden sie weitab auf die Dörfer verbannt um sie ruhigzustellen. Sie wurden nicht mehr gebraucht und konnten so in den Städten nichts mehr anstellen. Und mobilisiert? Vermutlich wurde notfalls nachgeholfen ebenso wie es der Armee gelang, mitten im Frieden auf chinesische Ziele Bomben zu werfen.
….Drei Tage vorher hatte Mao Zedong eine Wandzeitung veröffentlicht mit der Losung „Bombardiert das bürgerliche Hauptquartier!“ ‘
Hatte jemand bei der chinesischen Luftwaffe dies gelesen und möglicherweise etwas mißverstanden? Man könnt es fast glauben. Doch es gibt noch mehr Irrtümer über die uns die Partei aufklärt. Das Rote Garden gegeneinander kämpften hat demnach einen Grund. Diesen.
‚…….Die kritisierten Machthaber merkten bald, dass sie im offenen Schlagabtausch hoffnungslos unterlegen waren. Darum gründeten sie selber konkurrierende „Rote Garden“, die vor Mord und Totschlag nicht zurückscheuten……‘
Aha, jetzt sind wir klüger. Hat also nichts damit zu tun, das den Roten Graden die ‚Feinde‘ ausgingen und nur Fahnenschwenken auf die Dauer unbefriedigend ist. Zu einer echten Revolution gehören auch Klassenfeinde, die man verprügeln kann. Nichts dergleichen, es war alles von Klassenfeinden gesteuert, die damit nur….. irgendwie kommt einen diese Form der Darstellung bekannt vor. Das ist von irgendwelchen finsteren Mächten gesteuert. Irgendwo im Dunkeln sitzen die Verschwörer die alles zerstören wollen und nur darauf lauern, den Kapitalismus wiedereinzuführen. Ach was kann die Welt einfach sein.
Das bekamen auch die protestierenden Jugendlichen in den Industriemetropolen zu hören. Sie wären ja nur vom Osten gesteuert. Undenkbar, daß Menschen von sich aus aktiv werden. Da muß es eine Zentrale im Hintergrund geben, die Ihnen die Befehle gibt. Klar, wer so redete, kannte es selbst nicht anders. Auf China bezogen bedeutet das, wenn es innerhalb der Kulturrevolution zu hässlichen Szenen gekommen sein sollte, dann kennen wir die Verantwortlichen. Es waren kleinbürgerliche Bürokraten und Revisionisten. Auf keinen Fall hatte die revolutionäre Jugend damit was zu tun, die selbstverständlich reinen Herzens ist und mit dem ihr eigenen jugendlichen Fanatismus gegen Jugendliche kämpft, die ihre Mütze versetzt tragen.
Soweit so schlecht, die Partei hat einen Propagandatext abgeliefert, den man nicht weiter ernst nehmen muß. Man erfährt hier vieles über die Denkweise kommunistischer Dogmatiker aber wenig über das Thema. Doch die MLPD hat noch ein kleines Geschenk für uns. Oder soll man sagen, eine Drohung?
‚…….Mehrere Kulturrevolutionen werden notwendig sein, um endgültig durch eine ständige proletarische Erziehung über die kleinbürgerliche Denkweise in der Bürokratie zu siegen….‘
Na da können wir ja froh sein, das wir die erste Kulturrevolution hinter uns haben, würde man in China denken. Beim nächsten Mal wird alles besser. Oder wir lassen s einfach. Was die MLPD angeht, an dieser Drohung sollte man sich bei der nächsten Wahlentscheidung erinnern, selbst wenn die Wahlergebnisse eigentlich nicht der Rede wert sind.


Er drängt auch darauf, zu erfahren, wie verhindert werden kann, dass der Sozialismus wieder zugrunde gerichtet wird – wie es in den ersten sozialistischen Ländern der Welt, der Sowjetunion, China, der DDR und anderen geschah. …….vor 50 Jahren fand sich die überzeugende Antwort darauf, wie eine Restauration der Kapitalismus verhindert werden kann: die Große Proletarische Kulturrevolution im China Mao Zedongs.

Die Kulturrevolution war ein großartiges Fanal gegen den Verrat am Sozialismus. Es ließ die ganze Welt aufhorchen. Eine historisch einmalige Mobilisierung breitester Massen von Arbeiterinnen und Arbeitern, armen Bäuerinnen und Bauern und von Jugendlichen verhinderte die damals in China unmittelbar drohende Machtübernahme durch eine kleinbürgerliche Bürokratie. Sie verwirklichte allseitig die Diktatur des Proletariats gegen die Bürokratisierung des Partei-, Staats- und Wirtschaftsapparats. Das begeisterte fortschrittliche Menschen auf der ganzen Welt.

Revisionistische Parteien, die am Gängelband Moskaus oder Ostberlins geführt wurden, versumpften in der Rechtfertigung bürokratisch-kapitalistischer Verhältnisse, die von ihnen als „realer Sozialismus“ beschönigt wurden.

Ermutigt durch den konsequenten antirevisionistischen Kampf der Kommunistischen Partei (KP) Chinas in Theorie und Praxis, wurden überall auf der Welt revolutionäre, marxistisch-leninistische Parteien und Organisationen gegründet. Viele dieser Organisationen verschwanden sehr schnell wieder von der politischen Bühne. Für echte Marxisten-Leninisten aber ist die Kulturrevolution bis heute eine Richtschnur im Kampf für einen neuen Anlauf für den Sozialismus. Heute hat die internationale revolutionäre und Arbeiterbewegung ihre Talsohle durchschritten, festigt und entwickelt sich.

Das lässt den Herrschenden im Zeichen zunehmender Kapitalismus Kritik und eines Linkstrends unter den Massen keine Ruhe.

Eine bösartige, antikommunistische Schlammlawine

Ein halbes Jahrhundert nach dem Beginn der Kulturrevolution erscheinen jetzt in vielen bürgerlichen Zeitungen Artikel mit bösartiger, antikommunistischer Hetze. Gestützt auf die offizielle Geschichtsschreibung im heutigen kapitalistischen China, wird fast gleichlautend behauptet, dass die Kulturrevolution „zehn verlorene Jahre“ oder „zehn Jahre Chaos“ gewesen seien. Die Kulturrevolution war eine das ganze Land mobilisierende Massenbewegung – vor allem Jugendliche demonstrierten zu Hunderttausenden in der Hauptstadt Peking, um ihre Unterstützung für diese Revolution, „die die Seele berührt“, zu bekräftigen.

Eine Verfälschung ist es allerdings, aus der Kulturrevolution eine Studentenrevolte zu machen. Tatsächlich hatte die Kulturrevolution einen besonderen Schwerpunkt im Bildungs- und Erziehungswesen und im Kulturbereich, dem Überbau. Dort hatten sich feudale und bürgerliche Traditionen besonders hartnäckig halten – und zum Teil sogar wieder festigen können. Dagegen entwickelte sich Widerstand, und viele Proteste gingen von den Universitäten aus. Aber dabei blieb es nicht. Gerade die gezielte Verbindung der rebellierenden Studierenden mit den Massen der armen Bauern und dem Proletariat war eine Grundlinie der revolutionären Führung. Erst indem die Jugendlichen lernten, „dem Volke zu dienen“, wurden sie zu „jungen Bahnbrechern“. Es ging darum, dass „die Arbeiter in allem die Führung“ übernahmen und mit der Kommunistischen Partei und ihren Genossinnen und Genossen an der Spitze die Diktatur des Proletariats verwirklichten.

Unausweichlich in solch einer Massenbewegung, dass es auch zu Überspitzungen und Übergriffen kam. Mao Zedong ermutigte die Jugend: „Rebellion ist gerechtfertigt“. Er wusste, dass revolutionäre Bewegungen eben „kein Deckchensticken“ sein können. Aber er warnte auch vor einem Jugendkult und forderte friedliche Mittel in der Auseinandersetzung.

Die beliebteste Methode der Gegner der Kulturrevolution ist es, tragische Einzelschicksale aufzutischen: Von Opernsängerinnen, die gedemütigt wurden, weil sie „Schweine hüten“ mussten. Das sollte doch lieber den armen Bauern überlassen bleiben. Gerne bemühen die Artikelschreiber die Klischees der Massenpsychologie. Das Volk sei von Mao missbraucht worden, um seine persönlichen Macht-Ambitionen mit der Ausschaltung seiner Widersacher zu befriedigen. Es ging tatsächlich um die Machtfrage: vorwärts zum Aufbau des Sozialismus – oder zurück in die kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung! Nur hatte das nichts mit persönlichen Machtgelüsten Maos zu tun. Dessen Verleumdung mit teilweise geradezu abstrusen Lügengeschichten gehört ebenso zu den großen Stereotypen des modernen Anti­kommunismus wie die Dämonisierung Josef Stalins als angeblichem „Massenmörder“.

Mit immer phantastischeren Opferzahlen überbieten sich die Verfasser der jüngsten Artikel zur Kulturrevolution: „Die Zeit“ nennt 400 000, die „Süddeutsche“ 1,4 bis 1,8 Millionen, die „Tagesthemen“ bringen es auf 2 Millionen. Belege? Verursacher? Verantwortliche? Fehlanzeige!

Über die Ausgangslage in China, die Zielsetzungen und realen Ergebnisse der Kulturrevolution lohnt es sich nach dieser Logik gar nicht erst zu schreiben.

Worum ging es in der Kulturrevolution?

Am 8. August 1966, 17 Jahre nach der siegreichen Revolution in China im Jahr 1949, verabschiedete das Zentralkomitee der KP Chinas einen „16-Punkte-Beschluss zur Großen Proletarischen Kulturrevolution“. Dieses Dokument stellt klar ihr Ziel heraus: „gegen die den kapitalistischen Weg gehenden Machthaber zu kämpfen und sie niederzuschlagen“. Die dazu entscheidende Methode wurde genannt: „Vertraut den Massen, stützt euch auf sie und respektiert ihre Initiative!“

Drei Tage vorher hatte Mao Zedong eine Wandzeitung veröffentlicht mit der Losung „Bombardiert das bürgerliche Hauptquartier!“ Schon am 16. Mai 1966 gab ein Rundschreiben des Zentralkomitees den Anstoß für die Kulturrevolution.

Wen meinte Mao Zedong mit dem „bürgerlichen Hauptquartier“, das „bombardiert“ werden sollte? 1956 hatten sich im ersten sozialistischen Land der Welt, der Sowjetunion, entartete Bürokraten an die Macht geputscht. Beim XX. Parteitag der KPdSU überzog ihr Anführer, Nikita Chruschtschow, mit einer Geheimrede den drei Jahre vorher verstorbenen Josef Stalin mit übelsten Verleumdungen. Marxistisch-leninistische Grundpositionen wurden über Bord geworfen. Angeblich gebe es fortan einen „friedlichen Weg zum Sozialismus“, der Klassenkampf sei überflüssig geworden, weil die alten herrschenden Klassen von der Macht vertrieben worden seien. Aber dafür hatten sich neue Herren breitgemacht: mit Privilegien für die Führer in Partei, Staat und Wirtschaft. Wer der neuen, revisionistischen Parteilinie widersprach, wurde bespitzelt, unterdrückt und verfolgt.

Mao Zedong verfolgte diese Entwicklungen kritisch und zunehmend besorgt. 1957 untersuchte er in dem Werk „Über die richtige Behandlung der Widersprüche im Volk“ allseitig die Existenz von Widersprüchen, Klassen und Klassenkämpfen im Sozialismus. Sie spiegeln sich als Kampf zweier Linien auch in der Partei wider. Widersprüche zum Feind müssen mit der nötigen Härte ausgetragen werden, Widersprüche im Volk aber können nicht administrativ durch Befehl und Gehorsam geklärt werden. „Man kann andere nur durch Argumente überzeugen, nicht durch Zwang. Zwangsmaßnahmen haben nur zur Folge, dass der, gegen den sie angewandt werden, nicht überzeugt wird. Mit Gewalt kann man nicht überzeugen. So kann man gegen Feinde vorgehen, nie darf man aber Genossen und Freunden gegenüber solche Methoden anwenden.“

In der „Polemik über die Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung“ bewies die KP Chinas 1963, dass die ideologisch-politischen Positionen der Chruschtschows und Co. prinzipiell unvereinbar mit dem Marxismus und Lenins Lehren waren.

Erfolge der Kulturrevolution

Dieser Kampf tobte auch in der Führung der KP Chinas. Staatspräsident Liu Shaoqi und der Generalsekretär der KP Chinas, Deng Xiaoping, waren die wichtigsten Vertreter der „Machthaber, die einen kapitalistischen Weg gehen wollten“. Sie unterstützten offen den von Mao Zedong kritisierten XX. Parteitag der KPdSU, der Ausgangspunkt der Restauration des Kapitalismus war. Mao Zedong geriet sogar zeitweise in eine Minderheitenposition im Zentralkomitee.

Im vollsten Vertrauen auf die Arbeiter, Bauern und die Jugend nahm Mao Zedong den Kampf dagegen auf. Massenhaft wurde die dialektische Methode anschaulich geschult. Zu den wichtigsten Verdiensten der Kulturrevolution gehört es, der weltanschaulichen, ideologisch-politischen Auseinandersetzung in der Partei und unter den Massen größte Bedeutung zu erkämpfen. Dabei sollten Theorie und Praxis immer in enger Verbindung stehen. Jugendliche der „Roten Garden“ zogen über Land, um den Massen zu helfen, Bürokraten und Karrieristen zu entlarven. Später wurden sie mobilisiert, sich dort zumindest zeitweise niederzulassen, um sich an der schweren Arbeit zu beteiligen, beim Aufbau von Schulen, Kindergärten, Gesundheitsstationen usw. zu helfen.

Die kritisierten Machthaber merkten bald, dass sie im offenen Schlagabtausch hoffnungslos unterlegen waren. Darum gründeten sie selber konkurrierende „Rote Garden“, die vor Mord und Totschlag nicht zurückscheuten. Das kostete viele Leben. Beispielhaft dafür war die sogenannte Wuhan-Affäre im Juli 1967, wo als „Rebellen“ getarnte Rechtselemente gegen revolutionäre Arbeiter und Studenten vorgingen und versuchten, Teile der Armee für sich zu vereinnahmen. Mao Zedong entlarvte dieses Komplott mit Unterstützung von Zhou Enlai. Die chinesische Armee wurde fortan aktiv in den revolutionären Prozess einbezogen.

Mit der Gründung von Revolutionskomitees in Betrieben, Institutionen, Städten und Gemeinden wurden neue Machtorgane gebildet, die die führende Rolle der Arbeiterklasse und ihrer Partei verwirklichten. Darin arbeiteten erfahrende Arbeiter, Frauen, Jugendliche, Militärangehörige und Parteikader zusammen. „Die Politik muss in allem die Führung haben“, hieß es. Das war ein Kampf um das Grundsätzliche, Prinzipielle – entgegen pragmatischem Herangehen.

Am 31. Oktober 1968 wurde Liu Shaoqi von der 12. Plenartagung des 8. Zentralkomitees aus der Partei ausgeschlossen, Deng Xiaoping all seiner Ämter enthoben. Damit fand die Kulturrevolution einen relativen Abschluss.

Allen heute verbreiteten Behauptungen eines wirtschaftlichen Niedergangs Chinas in der Kulturrevolution zum Trotz, gab es in Wahrheit ein rasantes Wirtschaftswachstum. Selbst der „Spiegel“ berichtete in einer umfangreich recherchierten Titelgeschichte Anfang 1971 voller Respekt über die „Produktions-Schlacht in China“: „Denn vier Jahre nach dem Ausbruch der Kulturrevolution scheint es dem ‚Großen Steuermann‘ Mao Tsetung, 77, gelungen zu sein, die damals freigesetzten Energien in eine gigantische, das ganze Volk erfassende technisch-wirtschaftliche Revolution umzuleiten, die Züge einer fernen Utopie trägt …“

Die Erfolge der Kulturrevolution – im Bildungs- und Gesundheitswesen, im Kampf um die Befreiung der Frau und in der Umwelt- und Kulturpolitik – konnten im Kampf gegen Einflüsse der kleinbürgerlichen Denkweise vorangebracht und das sozialistische Bewusstsein geweckt und sprunghaft entwickelt werden.

Weitreichende ideologisch-politische Aufklärungskampagnen und Massenbewegungen wurden unter Führung Mao Zedongs organisiert – gegen „den Wind von rechts“, gegen alte konfuzianische Ideen.

Schöpferische Lehren

Die MLPD hat mit der Lehre von der Denkweise, mit der allseitigen Verwirklichung der Massenlinie, mit der Verankerung eines Systems der Kontrolle und Selbstkontrolle der Partei weitreichende, schöpferische Schlussfolgerungen aus den unvergänglichen Erfolgen beim Aufbau des Sozialismus im China Mao Zedongs und besonders der Kulturrevolution gezogen.

Dass Deng Xiaoping zwar von allen Ämtern abgesetzt, aber nicht aus der Partei ausgeschlossen worden war, kritisierte die MLPD: „Der Fehler, diesen Feind des Sozialismus in der Partei zu belassen, sollte sich später bitter rächen.“ Das hat es den Rechtskräften erleichtert, nach dem Tod Mao Zedongs 1976 die Macht an sich zu reißen. Unter Führung Deng Xiaopings wurde in atemberaubendem Tempo der Kapitalismus wiederhergestellt. Heute ist China eine besonders aggressiv aufstrebende neuimperialistische Macht. Aber Arbeiterkämpfe und Massenproteste nehmen zu, und die Gedanken Mao Zedongs sowie die Erinnerung an die Kulturrevolution sind lebendig unter den Massen!

Beim Aufbau des Sozialismus bis hin zum Kommunismus kommt es entscheidend auf die Mobilisierung der Massen an – gegen das Vordringen der kleinbürgerlichen Denkweise. „Das hat Lenin immer wieder gefordert, Stalin wiederholt, aber nicht verwirklicht und Mao Tsetung durch die Große Proletarische Kulturrevolution praktiziert. Mehrere Kulturrevolutionen werden notwendig sein, um endgültig durch eine ständige proletarische Erziehung über die kleinbürgerliche Denkweise in der Bürokratie zu siegen. Es bleibt die Alternative: Sieg der kleinbürgerlich denkenden Bürokratie bedeutet Sieg der Konterrevolution! Sieg der Proletarischen Kulturrevolution bedeutet Sieg des Sozialismus!“

Samstag, 23. Januar 2016

Dem Volke dienen

Screenshot der Webseite.
Der alte Maospruch, den eh niemand mehr 
ernst nimmt, in China schon gar nicht. 
Hier wird er der Netzwelt wieder als 
Richtungsweisend verkauft.
Eine weitere Kleinsekte mit einer etwas seltsamen maoistischen Ideologie, die dafür aktuell die frühere Einstellung von Haupt- und Nebenwiderspruch zum Thema macht. Soll heißen, das zur Sprache bringen von derartigen Vorgängen, dient nur dem Gegner. Also dem Kapital und ist daher Verrat. Es war die erste Zielgruppe der Linken, die Arbeiterklasse, die seinerzeit unter Schutz gestellt wurde und damit war jede Form der Kritik am Verhalten wie Gewalt in der Ehe, gegen Kinder und was noch alles, untersagt. Das Proletariat durfte nicht hinterfragt  werden. Das galt als Klassenverrat. Da hieß es schnell, du verhöhnst die Arbeiterklasse. Oder du schadest unserem Kampf.

Heute hat die Linke eine neue Zielgruppe die sie unter ihrem Schutz gestellt hat und damit ist (von Kritik wollen wir nicht erst anfangen) jede auch nur ansatzweise reale Darstellung ihrer Eigenarten untersagt und gilt als Rassismus. Ob Islam, Salafisten oder ihr kultureller Hintergrund. Alles kein Thema. Darüber wird Schweigen verordnet, solange, bis es Ärger gibt. Und dann überlässt man die Auseinandersetzung den Rechten. Doch hier hat sich eine Maosekte zu Wort gemeldet. Auf ihre Weise. Und damit stellt sie der Netzwelt im Jahr 2016 diese verstaubte Haltung aus den 70ern vor. Fast hätte man sie vergessen, doch sie ist in abgewandelter Form durchaus aktuell. Und diese wird nicht von Kleinsekten, sondern von weiten Kreisen der Linken geteilt.

Lassen wir uns nicht spalten! Bekämpfen wir das Patriarchat und den imperialistischen Chauvinismus!

Wenn Frauen angegriffen werden, muss das denunziert und bekämpft werden, aber wir werden nicht erlauben, dass die Ereignisse in Köln, mithilfe des bürgerlichen Feminismus dazu genutzt werden, die Spaltung zwischen Flüchtlingen und Migranten, bzw. ausländischen Arbeitern, und deutschen Arbeitern zu verschärfen ……..

Was ist da passiert?

Laut den Berichten der bürgerlichen Medien waren schon im Vorfeld am Kölner Hauptbahnhof verstärkt Einsatzkräfte der Polizei im Einsatz, trotzdem wurde nicht verhindert, dass Frauen massenhaft belästigt wurden……………

Wir können nicht davon ausgehen, dass Flüchtlinge im Allgemeinen unschuldige Opfer der sind, mit Sicherheit gibt es unter ihnen Kriminelle und Lumpen. Genauso kann man nicht davon ausgehen, dass unter den Europäern, die nach Amerika ausgewandert sind, ebenfalls keine Kriminellen waren.

Na schau an, nicht alle Flüchtlingen sind Heilige. Bemerkenswerte Erkenntnis. Das ist eine Aussage, die auf manchen Szeneportalen die Grenze der Meinungsfreiheit überschreitet.

Dazu kommt, dass in den halbfeudalen und halbkolonialen Ländern, in denen sich ein bürokratischer Kapitalismus

Aha, der bürokratische Kapitalismus ist die Ursache? Wohl eher ein feudales Geschlechterbild des Islams. Doch das ist für Sektierer kein Thema, das schadet nur dem Kampf. Oder sollte man besser sagen, der Propaganda. Der Fundamentalismus als Gewaltideologie, die sich derzeit da breitmacht überfordert das traditionelle antiimperialistische Weltbild. Es ist da nicht vorgesehen.

entwickelt, das Patriarchat, die Unterdrückung der Frau einen viel offeneren Ausdruck findet. Das führt dazu, dass die Erziehung, die Kultur ein Bild der Frau schafft, das besagt, dass sie eine Prostituierte ist, wenn sie unverschleiert oder freizügig gekleidet ist.

So läuft nur ne Nutte rum. Das hörst nicht selten. Allerdings schreiben darf man das auf linken Seiten nicht, das ist Rassismus. Was passiert dann, wenn Männer, die aus solchen Ländern kommen, auf Frauen treffen, die von ihrer gesellschaftlichen Erziehung gelernt haben, je knapper du bekleidet bist, desto höher ist dein Wert auf dem Markt, deine Konkurrenzfähigkeit im Sinne sexy zu sein?

Das kann nur zu einem Zusammenprall führen.

Da kommen sogar Maoisten zu bemerkenswerten Ansichten. Wenn Männer aus der Kultur auf Frauen in Europa treffen, dann kann das nur zu einem Zusammenprall führen? Schau an, auf Szeneseiten wäre das bereits Rassismus und würde sofort zensiert.

Ach ja, und diese Frauenbilder sind nur Ausdruck des Patriarchats? Ja, da loben wir doch das geschlechtsneutrale Erscheinungsbild der ukrainischen Traktoristin. Von jeder Erotik und Geschlechtsmerkmal befreit.

„ je knapper du bekleidet bist, desto höher ist dein Wert auf dem Markt…“

Diese Frauenbilder, so unterschiedlich sie auch sind, sind beides Ausdrücke des Patriarchats.

Kommies eben. Noch heute reduzieren sie alles auf den Haupt- und Nebenwiderspruch  und sexy kann ja nur Ausdruck der kapitalistischen Ideologie sein. Das knapp bekleidete Frauen bereits auf den Wänden ägyptischer Gräber zu finden sind, scheint Maoisten etwas zu überfordern. Linke Sauertöpfe eben, jede Erotik ist denen verdächtig und dient nur der Ablenkung vom Klassenkampf

Was uns viel mehr interessiert ist die Rolle, die der Staat und das Patriarchat dabei spielen. Der Staat schaut tatenlos zu bis die Situation eskaliert ist und nutzt sie im Nachhinein, um alle Flüchtlinge als Kriminelle und Vergewaltiger darzustellen

Da ist der Verdacht einer hinterhältigen Verschwörung nicht mehr weit. Irgendwer muß ja schuld sein. Auf so ne Idee könnten auch rechte Verschwörerfans kommen.

Als Proletarische Feministinnen können wir nicht erlauben, daß diese Vorkommnisse genutzt werden, um mithilfe des bürgerlichen Feminismus uns Frauen und unsere Klasse zu spalten.

Von welchen Proletarischen Feministinnen hier die Rede ist? Maosekten sind in der Regel Männervereine und Frauen haben da wenig zu melden.

Genau, deswegen muß das Thema schnell beendet werden damit wir und wieder den wirklich wichtigen Bereichen der antimperialistischen Kampfes widmen können. Das bedeutet, daß sich die Parteipropaganda nicht mit lästigen Meldungen wie mittelalterliches Frauenbild von Einwanderern aus dem arabischen Raum und den Folgen,  belästigt werden will, eben so wenig wie die Szenelinke. Wir haben weitaus wichtigeres zu tun und da stört uns die Realität nur.


Samstag, 2. Januar 2016

Realsatire zum Jahreswechsel

Grußadresse der

KOMINTERN (SH)

an die deutsche Sektion der Komintern (SH)

Liebe GenossInnen !


Die Komintern (SH) sendet der deutschen Sektion weltrevolutionäre Grüße zum 47. Jahrestag der Gründung der KPD/ML des Genossen Ernst Aust und zum 40. Jahrestag der Gründung der Sektion DDR.
Wir sind der deutschen Sektion unendlich dankbar dafür, dass sie das große ruhmreiche Erbe der KPD/ML verteidigt und bis heute lebendig gehalten hat.
Die KPD/ML ist die einzige marxistisch-leninistische Partei der hoxhaistischen Weltbewegung, die heute ihren stolzen 47. Jahrestag feiert. Alle anderen Parteien der marxistisch-leninistischen Weltbewegung mit dem Genossen Enver Hoxha an der Spitze sind längst im Sumpf des Opportunismus versunken und haben das Banner von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha in den Dreck gezogen.
Es war die KPD/ML, die der PAA und dem Genossen Enver Hoxha seit ihrer Gründung bis auf den heutigen Tag stets treu geblieben ist.

Es war die KPD/ML, die die Initiative zur Gründung der Komintern (SH) ergriffen hat. Und so haben wir es vor Allem den GenossInnen der KPD/ML zu verdanken, dass wir heute unseren 15. Jahrestag der Komintern (SH) feiern können.

Wir feiern am heutigen Tag auch den 40. Jahrestag der ruhmvollen Sektion DDR der KPD/ML. Die in tiefster Illegalität heldenhaft kämpfende Sektion DDR wurde von der sozialfaschistischen DDR zum "Staatsfeind Nr.1" erklärt und vom Stasi zerschlagen, weil sie für den revolutionären Sturz der modernen Revisionisten an der Macht und für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland kämpfte.
Die KPD/ML war die einzige Partei der marxistisch-leninistischen Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha, die sowohl unter den Bedingungen des Kapitalismus als auch unter den Bedingungen des Revisionismus an der Macht gekämpft hat.
Das ist nicht nur ein großes historisches Verdienst, sondern auch ein wertvolles Lehrbeispiel zum Sturz der kapitalistisch-revisionistischen Welt.

Es lebe der 47. Jahrestag der KPD/ML !

Es lebe der 40. Jahrestag der Sektion DDR !

Es lebe die deutsche Sektion der Komintern (SH) !

Es lebe das sozialistische Deutschland in einer sozialistischen Welt !

Es lebe die sozialistische Weltrevolution !

Es lebe die Diktatur des Weltproletariats !

Es lebe der Weltsozialismus und Weltkommunismus !

Es leben die 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus

Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha !


Komintern (SH)
31. 12. 2015

Montag, 23. November 2015

Plakate aus Nord Korea

Was wäre das Leben doch grau und düster ohne die bunten Propagandaposter aus Nordkorea. Plakatmaler in Nordkorea müßt man sein. Zumindest hätte man stets genug Farbe und Papier. Ob man von anderen auch genug hätte steht hier nicht zur Debatte und auch nicht, ob man als Plakatmaler nicht etwas ungesund lebt. Für den Fall das dir mal der Pinsel in Richtung Sarkasmus abrutscht oder jemand etwas falsch versteht. Nun ja, man kann eben nicht alles haben wollen. Gut, wollen möglicherweise schon, aber kriegen tut man s eher doch nicht.
Doch das soll hier nicht weiter stören, erfreuen wir uns an den farbenfrohen Werken der Plakatkunst die uns freundlicherweise auf der offiziellen Webseite zur Erbauung vorgestellt werden. Wo sonst geht es noch so heroisch zu, wo sonst wird der Alltag derart heldenhaft gemeistert? Und wo werden noch auf altbewährter Art die Frontstrategien auf der Landkarte eingezeichnet und bereits die Einheitsfeier graphisch dargestellt?
In einer Zeit der Posterproduktion aus dem Rechner mit Bildbearbeitung, stellt diese Plakatkunst noch solide Handwerk dar. Man muß schon Fan sein.
PS: Natürlich unterliegen auch Propagandaposter dem Copyright, im Falle einer Rezension ist eine Doku erlaubt.




Korea Posterwoche in Ponyville

Donnerstag, 2. Juli 2015

MLPD

Der versammelte Verein der MLPD bei der Blockade am 20.6. Das sie dann noch versuchten den Blockierern, die vom Alter her ihre Kinder (mindestens) sein könnten, ihre "Jugendzeitung" Rebell zu verticken, war echte Realsatire. Nur wofür steht MLPD? Könnt ja auch my little Pony Desaster heißen. Na da ist doch eine kleines Humorpic angemessen.

Mittwoch, 3. Juni 2015

Roter Aufbau

Rote Szene Hamburg
Für einen roten Aufbau.

So die Überschrift für eine Erklärung eines Vereins aus Hamburg, der sich umbenannt hat und dies der Netzwelt verkündet und großspurig verkündet.
Dies soll nicht nur ein Schlusstrich sein, sondern gleichzeitig ein Neuanfang, denn wir starten einen neuen Angriff auf Staat und Kapital!
Nichts weiter als ein neuer Versuch mit einer hierarchisch autoritären Parteisekte Politik zu machen und auf Deppenfang zu gehen. Nichts was man ernstnehmen oder überbewerten müßte. Dafür haben sie aber einen Schrieb zusammengetippt, der alle Fehler und Dummheiten der Vergangenheit reproduziert, als hätte es seitdem keine neuen Einsichten gegeben.

Eine Zeit lang drohten wir durch falschen Einfluss in Dogmatismus und Sektenwesen abzurutschen.

Na schau an, wer hätte das gedacht?

Wir wollten raus aus der linken Szene, haben aber unsere eigene geschaffen.

So hat s doch schon mal angefangen. Raus aus dem antiautoritären Sumpf der Studenten, 68er und Hippies. Den revolutionären Parteiaufbau vorantreiben. 45 Jahre ist das nun her. Nicht zu fassen.

Hervorzuheben ist, dass wir kein abgeschlossenes Weltbild haben……..

Wer das glaubt, wird im folgenden Text doch sehr ernüchternde Zeilen finden. Hier hab ich mal die Highlights vorgestellt.

Normalerweise müsste die revolutionäre Linke in Deutschland großen Zulauf haben, doch durch eigene Fehler hat sie sich an den Rand der Bedeutungslosigkeit manövriert.
Die verschiedenen kommunistischen Gruppen spielen sich als Hüter der wahren Linie auf und degradieren den wissenschaftlichen Sozialismus auf Phrasendrescherei und Dogmatismus. Hinzu kommt eine gewaltige Priese Sektierertum, was sogar die Zusammenarbeit von Kleinstgruppen verhindert. So wird vielleicht die gruppeninterne Linie in ihrer Reinheit gewahrt, doch es entsteht keine wirkliche Bewegung…..

Das kann man auf ihren Webseiten bestaunen, die recht museal wirken. Freilich haben wir hier den Fall, das eine Sektengruppe die anderen als Sekten kritisiert. Ist auch nicht neu und war in den 70ern der Normalfall. Hier geht’s bereits mit dem Begriff wissenschaftlicher Sozialismus los. Wer das ernst nimmt, dem scheinen die Diskussionen um die Frage entgangen zu sein, ob die Soziologie zu den exakten Wissenschaften zu rechnen ist. Oder wie kann ein politisches Programm, das erst noch realisiert werden muß, was mit Wissenschaft zu tun haben? Bekanntlich wollte Marx den Arbeitern was in die Hand geben und im 19. Jahrhundert glaubte man eben an die Wissenschaft als Allheilmittel. Nur die Dogmatiker können sich bis heute nicht von diesem Begriff trennen.

Unsere Aufgabe muss aber gerade darin bestehen, diese Bewegung aufzubauen – jedenfalls wenn wir mehr sein wollen als ein nostalgischer RentnerInnenverein oder eine StudentInnengruppe.

So verstaubt sie daherkommen, dogmatische Gruppen glauben durch das BinnneI heute szenegerecht rüberzukommen und versuchen sich anzubiedern. Es wirkt eher lachhaft.

Eine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor alle Produktivkräfte entwickelt sind…..

Hier zitieren sie Marx und übersehen dabei, daß die sozialistische Revolution in den meisten Ländern erfolgreich war, in denen die Produktivkräfte entweder unterentwickelt oder kaum vorhanden waren. Marx lesen und Hirn abschalten, so funktioniert Dogmatismus.

So werden in manchen Regionen dieser Welt islamistische Terrorgruppen wie in Syrien aufgebaut; anderen Ortes werden faschistische Gruppen wie in der Ukraine gefördert, um Länder in ein Bürgerkrieg zu verwickeln, wenn es bestimmten imperialistischen Interessen dient.

Schön wenn man wie gehabt, die üblichen Verdächtigen für verantwortlich machen kann. Alles eine große Verschwörung der Imperialisten. Alles von denen gesteuert? Damit enthebt man die Beteiligten jeder Eigenverantwortung und unterstellt ihnen, sie wüßten nicht was sie tun oder seien unfähig zur Eigenentscheidung. Folglich kann man sie auch für nichts haftbar machen.  Das Weltbild von Leuten, die sich Politik nur als zentral gesteuerte Aktion vorstellen können. Witzigerweise wurden Kommunisten genau so von ihren Gegnern bezeichnet, als vom Osten gesteuert und völlig falsch war es ja nicht. Die APO wurde genauso diffamiert, denn die Rechten konnten sich das nicht anders denn als gesteuerte Geschichte vorstellen. Ein Weltbild das sie mit den dogmatischen Kommies teilen.

Im Kapitalismus haben sich verschiedene Industrien herausgebildet, die Menschen von den realen Verhältnissen ablenken und sie betäuben. Die Kulturindustrie, aber auch die Medien und die Werbung sind Mittel, um das objektiv notwendige und zugleich falsche Bewusstsein, also Ideologie, zu produzieren. In diesem System ist es notwendig, die Menschen von den realen Ausbeutungsverhältnissen abzulenken…..

Diese Kritikform ist auch nicht gerade neu. Kann man bereits bei den K Gruppen der 70er Jahre nachlesen und dies in ziemlich genauer Wortwahl. Witzigerweise benötigte sogar die DDR einige Exemplare an Ablenkung von der drögen Parteipolitik und bis heute gelten sie als legendäre Produkte in der Zone. Eulenspiegel, Das Magazin u.a. Genießen noch heute Kultstatus, auch wenn die aktuellen Ausgaben schon langen nichts Außergewöhnliches mehr darstellen.  Sogar im Realsozialismus wurden Produkte geduldet (gezwungenermaßen) welche die Menschen von ihren realen Verhältnissen (im Sozialismus!) ablenkten.
Tia, die Kommunisten. Zeitungen die den Lesern den ganzen Tag einhämmern, der Kapitalismus ist schlecht, verkaufen sich eben nicht so gut. Das erkannte schon Münzenberg und produzierte die Arbeiterillustrierte. Zum Dank wurde er später aus der bereits verbotenen KPD ausgeschlossen.

Faschismus ist die autoritärste Form der Diktatur des Kapitals. Der Faschismus setzt dabei jedoch nicht bloß auf nackte Gewalt, sondern auch auf eine Massenbewegung innerhalb der Bevölkerung.

Wieder mal Dimitrovs Faschismustheorie. Aber woher kommt dann die Massenbewegung? Alles Kleinbürger, wie es uns die Kommunisten bis heute verkaufen wollen? Dazu lesen wir auf Wikipedia:
Von Kritikern wie dem deutschen Historiker Gerd Koenen und dem amerikanischen Politologen Daniel Pipes wird die Agententheorie aufgrund ihrer monokausalen, personalisierenden und moralisierenden Erklärung eines komplexen Geschehens als Verschwörungstheorie bezeichnet.

Der deutsche Faschismus war wohl bisher der aggressivste seiner Art. Nicht nur, dass er die Welt in den bisher blutigsten Krieg stürzte. Auch hat er mit seinem Vernichtungsantisemitismus den industrialisierten Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden begangen und somit den absoluten Tiefpunkt menschlicher Zivilisation erreicht. Mit nur rationalen Argumenten ist er historisch nicht mehr fassbar, denn die antisemitische Vernichtungsideologie hat u.a. wichtige Kriegslogistik für den Holocaust genutzt, obwohl sie an der Front benötigt wurde.

Na  sowas. Sogar Kommunisten lesen Webseiten? Ist es sogar bei denen angekommen, daß sich der Nationalsozialismus nicht einfach rational als Weg zur Gewinnmaximierung erklären lässt? Na fein, wenn die historischen Forschungsergebnisse doch nicht völlig spurlos an euch vorbeigegangen sind.

„Ihr könnt keinen Kapitalismus ohne Rassismus haben“
…….Für den Kapitalismus ist dieser Umstand äußerst nützlich. Der Rassismus als eine Form der vermehrten Konkurrenz innerhalb der Arbeiterklasse vergrößert dessen Spaltung…….

Die alte Story, weil die Kapitalisten von Rassismus profitieren, sind sie auch dessen Urheber. Dies verkürzt ein komplexes Phänomen auf einen Schuldigen, der für alles Übel verantwortlich ist. Wie bekannt, in der DDR gab es keinen Rassismus, weil es diesen nicht geben durfte.  Umso offener brach er nach der Wende hervor, nicht nur da, auch in anderen Ländern Osteuropas. Das Rassismus für den Kapitalismus sogar störend sein kann, zeigte sich daran, das sich große Firmen gegen Fremdenhass positionierten, da in ihrem Hause viele Volksgruppen zusammenarbeiten müssen. Da ist Fremdenfeindlichkeit eher ein Störfaktor. Auch das gibt es, ganz so einfach ist die Welt auch nicht.

Demnach muss eine emanzipatorische und revolutionäre Bewegung sich immer noch in der Arbeiterklasse verankern. Nicht irgendwelche KleinkünstlerInnen oder SoziologInnen sind die Motoren der Veränderung im Kapitalismus. Sie können an Bewegungen teilnehmen, aber Bewegungen können nur Erfolg haben, wenn sie die Produktion erheblich sabotieren oder still legen können.

Wär auch etwas viel verlangt. Hat das überhaupt jemand behauptet? Mit Kleinkunst schafft man den Kapitalismus sicher nicht ab, aber auch nicht, wenn man versucht sich in der Arbeiterklasse zu verankern ohne zu wissen, wer das überhaupt ist, was sie will und ob sie überhaupt als Ankerplatz für irgendwelche emanzipatorische Bewegungen fungieren will. Sind wir etwa der Hafen für jeden dahergeschwommenen Seelenverkäufer?
Schon diese Pfeife Sartre sagte, der Intellektuelle muß seinen Platz im Volk einnehmen, den Platz der ihn dort erwartet.  Darauf folgte die Antwort etwa so. Aber in den USA hat das Volk Nixon und den Vietnamkrieg gewählt, sie hasst alles was links und intellektuell ist und ihre Sprache und Einstellung reflektieren diese Haltung.

Uns ist aber auch klar, dass die Werktätigen nicht alleine solch eine Bewegung aufbauen können, sie benötigen auch andere Klassen und Schichten als Verbündete. So müssen KommunistInnen auch auf jegliche sozialen, politischen und kulturellen Bewegungen Einfluss nehmen, die Interessen der Werktätigen vertreten und sie schließlich zu einer revolutionären Bewegung bündeln. Auch wenn die kommunistische Bewegung aktuell eher aus AkademikerInnen und Wohlstandslinken besteht…..

Wohlstandslinke!!! Der war gut. Geht das wieder los? Die Intellektuellen als Studenten und damit Privilegierte werden von der Partei in die Pflicht genommen dem Volke zu dienen. Na das hatten wir doch schon mal. Was habt ihr mit den Wohlstandslinken vor? Auf den Rübenacker wie in China? Damit sie das gesunde Landleben kennenlernen? Oder wieder ab in die Fischmehlfabrik? Gibt’s die in Cuxhafen noch oder ist sie längst pleite und ein Lost Place? Axo, die sollen nur zu einer revolutionären Bewegung gebündelt werden. Und daher muß man auf die Bewegungen Einfluß nehmen und den Standpunkt der Arbeiterklasse vertreten? Ich glaub fast ich les gerade die KVZ. Schon seltsam, das den Leuten auch nichts Neues mehr einfällt.

….so können wir unsere Aufgaben nur erfüllen, wenn wir Einfluss auf die Arbeiterklasse und Unterschichten entwickeln. Jenseits von Arbeiterfetisch und romantischen Vorstellungen von der Arbeiterklasse….

Wie Einfluß auf die Unterschichten nehmen? Dazu könnte man sich ja die Assis bei RTL reinpfeifen, einschließlich ihrer Ausdrucksweise, um die Assos da abzuholen, wo sie stehen. Nein, das war kein ernstgemeinter Vorschlag. Nicht das ihr das wirklich macht und ich war s gewesen.
Na schau an, aber die Arbeit auf s Podest stellen, etwa Arbeit adelt oder ehrliche Arbeit und die ganze Heroisierung der Maloche? Auch bei euch angekommen, daß dies auch nur Ideologie ist die markanter Weise vom Faschismus mißbraucht wurde und der man schon deswegen misstrauen sollte? Und was die romantischen Vorstellungen von der Arbeiterklasse angeht, das nannte man in den 70er den Proletenkult der K Gruppen. Doch nicht alles vergessen? Na wunderbar, dann besteht ja noch Hoffnung.

Der nächste Schritt ist die Erlangung der Hegemonie in Kultur, Wissenschaft, Betrieb und auf der Straße. Dies klingt etwas größenwahnsinnig, aber wenn wir erst mal anfangen kontinuierlich Stück für Stück mehr Relevanz in der Gesellschaft zu entwickeln, dann ist dies gerade der Kampf um Hegemonie. Erst wenn unsere Gruppe eine relevante Arbeit in Hamburg entwickelt hat, kann man sich über eine bundesweite Vernetzung mit anderen revolutionären Gruppen zusammen setzen…


Hamburg zieh dich warm an, der rote Aufbau will die Hegemonie erlangen. Na halb so wild. Die Praxis wird wieder mal darin bestehen, auf diversen Demos die eigenen Transpis vorzuweisen und diese dann propagandagerecht im Blog damit anzugeben. Wir bestimmen das Erscheinungsbild, wir sind die Avantgarde, wir haben ergebnisorientierte Jugendliche. Die werden auch älter. Das hatten wir alles schon mal, nur ohne Internet.

PS: Bibliographie zur Linkssxtremismusforschung hat diesen Beitrag verlinkt. Kann ich mir nicht aussuchen und politisch hab ich nichts mit denen zu tun. Das ich mit diesem Blog ab und an Beifall von der falschen Seite bekomme, kann schon mal vorkommen, ist aber noch lange kein Nachweis, das ich deswegen falsch liege. Früher sahen Dogmatiker und Primitivlinke das als Beweis an, das man nur dem Feind nützt. Weil man nicht länger bereit ist, eigene Mißstände im Interesse der Sache zu verschweigen. Die Zeit sollte vorbei sein, das sich Kritiker so leicht zum Schweigen bringen lassen.

Siehe auch: 
Sozialistische Linke
Die Tageszeitung
Wir wollen keine Polit-Sekte sein.