Mittwoch, 30. Mai 2018

MLPD sorgt sich um die Autonomen.

Die  Göttinger „Antifaschistische Linke International“ wertete anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens im Jahr 2014 aus: „Die vielen Auflösungen von Antifagruppen in diesem Jahr sehen wir nicht als einen zufälligen Prozess an, sondern haben den Eindruck, dass er unter anderem für eine verbreitete Ratlosigkeit über den Antifa-Ansatz steht.“

So beginnt die Rote Fahne (10/18) ihre fürsorgliche Pflicht für die Kinderkrankheit des Kommunismus, als die Lenin die Autonomen fraglos beschrieben hätte. Doch warum sorgt sich die Partei um Autonome und Antifa? Wer so fragt, kennt bereits die Antwort.

Notwendiger Bestandteil einer solchen radikalen Transformation ist der revolutionäre Bruch, dem wiederum viele kleine Brüche, die entlang von Kämpfen stattfinden, vorausgehen und folgen.

So wird aus einen Papier der Interventionistischen Linken zitiert und gleich die revolutionäre Frage gestellt.

Ohne Beseitigung des bürgerlichen Staats und Errichtung der Diktatur des Proletariats im Sozialismus? Die ökonomische und politische Macht der internationalen Monopole lässt sich nicht schrittweise zerbrechen.

Das ist mal wieder die altbekannte Kritikform. Werden die richtigen Forderungen gestellt? Das müssen Linke aber tun, selbst wenn sie aktuell gesehen noch so unrealistisch sind. Und um solche Fragen können sich Kommiparteien streiten das die Fetzen fliegen. Alles schon gehabt.

Die Schädlichkeit dieser Position zeigte sich zuletzt bei den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg………
Außerdem dient ihre sektiererische Taktik hervorragend als Vorwand, um den bürgerlichen Staatsapparat in einer gigantischen Bürgerkriegsübung aufzufahren. Das anarchistische „Hier und Jetzt“ richtet sich in Theorie und Praxis gegen den Aufbau der revolutionären Kampfpartei zur Vorbereitung der sozialistischen Revolution.

Ja wie das bei G 20 lief, dahat man von der MLPD ja eher wenig gehört. Futterneidisch weil eben die Autonomen das Medienbild bestimmten? Ist ihre gesellschaftlich anerkannte Aufgabe. Wissen wir. Natürlich hätte die Partei lieber ihre Fahnen in den Medienfotos gesehen. Und der hervorragende Vorwand? Dieser Vorwurf ist mittlerweile fünfzig Jahre alt. Den bekam schon die APO zu hören, auch von Linken und Kommunisten. Und immer wieder wenn es mal auf der Straße oder vor dem AKW auf der Wiese etwas aktionistisch zuging, hieß es hinterher, damit liefert ihr nur den Vorwand für die Polizeiaufrüstung und noch mehr Unterdrückung. Da ist die MLPD nicht sehr originell. Doch es gibt noch mehr Vorwürfe.

So betreibt ein Teil der IL auch eine aggressive Ausgrenzungspolitik und Hetze gegenüber der MLPD.

Na sowas auch. Die mögen euch nicht? Beruht sicher auf Gegenseitigkeit.

Während sich die IL also von der revolutionären Arbeiterpartei MLPD zum Teil aggressiv abgrenzt, hat sie keine Berührungsängste gegenüber systemkonformen Kräften wie attac, Linkspartei und anderen.

Na da hörts aber auf. Wie können sie es wagen die revolutionäre Arbeiterpartei nur so zu behandeln. Na warte, nach der Revolution werden wir mit diesen …… sorry, war nur ein kleiner stalinistischer Anfall. Ja klar arbeitet man mit diversen linken Gruppen zusammen und sogar mit der Linkspartei. Ach ja, alles systemkonformes Pack. Revisionisten, Reformisten und sonstige die über den bürgerlichen Staat Illusionen verbreiten. Gestandene Linke müssen bei solchen Vorwürfen mit einem Anflug von Müdigkeit kämpfen. Alles schon bis zum Überdruss gehört. Der Unterschied besteht darin, es gibt Linke, mit denen kann man zusammenarbeiten und es gibt Linke, mit denen ist das nur schwer möglich. Denn die Sache um die es meist geht ist für sie allenfalls ein Nebenwiderspruch und nicht so entscheidend. Ihnen geht es in erster Linie um Werbung für den eigenen Verein und das kann schon nervig werden.

In der Interventionistischen Linken ist zur Strategie der Überwindung des bürgerlichen Staates fast alles möglich. So gab es auf ihrer Strategiekonferenz im April 2016 die These von einer Gesellschaftstransformation durch „wahre Demokratie aller“. Eine uralte kleinbürgerliche Illusion ……

Man lässt halt mal die Gedanken schweifen und überlegt was es an Möglichkeiten und Wegen  in einer Gesellschaft gibt, in der linke Politik nach wie vor eine Randexistenz führt und eben nur auf lokalen Gebiet was zu machen ist. Darüber sollte man sich nicht durch die Randalebilder täuschen lassen. Doch das ist verwerflicher Reformismus und verboten. Denn diese Fragen sind längst von unseren Heiligen beantwortet und in Stein gemeißelt. Und hier dürfen wir es lesen.

Die Arbeiterklasse kann sich im Bündnis mit der großen Masse der Unterdrückten nur dann befreien, wenn sie die politische Macht erobert – nichts anderes ist die Errichtung der Diktatur des Proletariats.

Das schreibt jetzt jeder von euch dreihundert Mal bis es in den Fingern sitzt und ihr es noch im Halbschlaf rezitieren könnt. Genau so ist es. Punkt. Aus. Keine Debatte. Das sind die heiligen Worte unserer Vordenker. Und da stellt niemand freche Fragen. Etwa wer denn diese Arbeiterklasse ist und warum man sie so selten auf unseren Demos sieht. Warum sie einfach nicht von linker Politik zu begeistern ist und was es mit der Diktatur des Proletariats auf sich hat. Hat es das jemals gegeben oder war das nur eine nette Umschreibung für die Parteidiktatur? Aber noch ist nicht alles verloren.

Natürlich gibt es auch Anknüpfungspunkte der Zusammenarbeit mit der IL …….. Wobei dafür allerdings der zum Teil aggressiv vorgetragene Antikommunismus einiger ihrer Führer erst einmal überwunden werden muss.

Ah ja genau. Antikommunismus. Für die MLPD ist Antikommunismus, jede Kritik am dogmatischen Kommunismus und seinen Erscheinungsformen. Und natürlich ist es Antikommunismus, sich über die Grundlagen Gedanken zu machen und diese zu hinterfragen. Das ist auch nicht besonders geistreich, man hat es zu oft gehört. Schon in der SU zur Zeit Stalins wurde jede Opposition als trotzkistisch diffamiert und damit zum Abschuß freigegeben. Also wieder mal nichts Neues unter der Sonne. Bleibt nur noch die Frage, warum sorgt sich die MLPD um die Autonomen? Dahinter steckt allenfalls die Hoffnung, sollten sie den Bach runtergehen, könnte für uns ja was an Idioten abzurippen sein. Und möglicherweise erbt der eine oder andere sogar was für die Partei.
Ne Freunde, ihr seid einfach zu durchsichtig.

Siehe: Krise der Autonomen

Freitag, 27. April 2018

Jugendwiderstand

Der Vereinsblog bei Google
Man nehme eine  maoistische ML Sekte aus den 70gern mit aktionistischen Jugendlichen und Drang zur kollektiven Nestwärme einer klar strukturierten Gruppe in der man gesagt bekommt, wo s langgeht und verfrachte sie in die heutige Zeit. Was kommt dabei raus? Jugendwiderstand nennt sich dieser Haufen und besteht mehrheitlich aus jungen Männern, wenig Frauen und könnte nicht wenige Linke, an die eigene Jugend erinnern. Schwerpunktmäßig scheinen sie in Hamburg und Berlin vertreten zu sein und wie bei einer begrenzten Anzahl zu erwarten, man sieht sie allenfalls bei Aktionen wie der LL Demo, dem 1. Mai und da pflegen sie die Demokultur einer lauten Gruppe die sich durch laute Propaganda bemerkbar macht.
Was neu ist, einige von ihnen haben sprühen gelernt und nutzen Writing für ihre Propaganda. Hat auch lange genug gedauert, bis die Linke an sich den Writerstyle entdeckte. Writerstyle und Kommunismus? Passt das zusammen? Was im Realsozialismus mit Writer passiert wäre? Nun die gab es im Osten erst nach dem Ende des Warschauer Pakts, vorher gab es da keine Dosen. Aber gut, was soll man sich drüber aufregen? Sie sind eben im Jahr 2016 angekommen, aber ihre Politik ist original aus den 70ern. Die Plakatgestaltung  folgt original der Propagandagraphik aus China.
Dafür sind sie auch elektronisch angekommen. Sie waren bei Facebook und haben einen Blog, auf dem die aktuellen revolutionären Heldentaten der Netzwelt vorgestellt werden. Mit eingebetteten Video oder auf Foto auf dem die Gesichter verpixelt sind. Man weiß schließlich, was sich gehört und dies unterstreicht das Konspirative des Vereins. So kann man sich als sehr gefährlich und wichtig darstellen.
Ideologisch wird der Maoismus in die Neuzeit hinübergerettet, in einer Form, die selbst in China allenfalls eher der Traditionspflege dient. Selbst haben sie das Kopfbanner als Transpi in die Neuzeit hinübergerettet. Ein Demoauftritt, man fragt sich, ist das Cosplay oder ernst gemeint. Sind sie nicht allein mit. Man sieht ja, daß etliches aus der Vergangenheit wieder ausgegraben wird. Freilich kann man hier nicht von einer ML Bewegung wie damals reden. Es sind nur einige wenige Verirrte die sich dafür umso mehr für eine Elite halten dürften. Man konnt es sogar lesen, wenn sich einer in etwa dahingehend äußerte, was willst Alter? Wir sind jung und du bist eh bald weg. So etwa sinngemäß. In dem Alter darf man sich einbilden, man hat die Zeit auf seiner Seite und die Zukunft gehört mir. Auf Indymedia versuchten sie natürlich auch zu werben, nur wurden sie da nicht ganz so freudig empfangen. Vor allem ihre Sprüche von Ehre und so Zeug stießen auf Widerspruch. Was sie auch zu Exoten in der Politik macht, ist die Mischung von Maoismus und migrantischer Unterschichtjugendkultur. Die sexistische Wortwahl und der Körperkult entsprechen der Haltung dieser Männerwelt. Nichts gelernt, die Sprache im typischen Migrantenakzent, nie in Deutschland angekommen und fühlen sich nicht ernstgenommen. Also setzen sie auf Respekt durch Bizeps. Und die holen sie sich u.a. mit kleinen Hilfsmitteln. Hat sich herumgesprochen. Jugendwiderstand ersetzt Überzeugung in der politischen Debatte durch notorischen Verweis auf ihre Kampfkraft. Wer keine Argumente hat, braucht eben Testosteron.


PS: Mittlerweile wurde ihre Seite bei Facebook gelöscht und dazu schreiben sie.

Facebook hat unsere Seite zunächst mal wieder für 30 Tage gesperrt - diesmal angeblich wegen Solidarität mit der philippinischen Revolution gegen das US-Duterte-Regime - und nun endgültig gelöscht. "Abweichende Meinungen" auf der Seite der Unterdrückten und gegen die Herrschenden werden auf diesem Medium immer stärker zensiert, unterdrückt und unsichtbar gemacht. 
Das verwundert uns nicht weiter. Facebook ist ein Großkonzern im Imperialismus und somit fest in den Händen des Feindes. Trotzdem ist es für einen gewissen Zeitraum auch ein für die Verbreitung unserer Positionen äußerst nützliches Medium. Wir lassen uns nicht den Mund verbieten und uns auch nicht in unseren Inhalten einschränken. Solange wir dieses Medium nutzen können um rote Propaganda auch virtuell unter die Leute zu bringen, werden wir das tun.
Oder hatte es was mit der Wandschrift, 9 Millimeter für Zionisten zu tun? Man steckt ja nicht drin. Möglicherweise hat es sie nur erwischt, weil Facebook unter Druck steht und ein wenig ausmisten wollte? Doch zu Wort melden dürfen sie sich nach wie vor und das ausgerechnet auf Google. Da können sie munter schreiben. Ausgerechnet die Googlekapitalisten garantieren die Meinungsfreiheit? Think about it. ;-))


Zumeist erscheinen sie zwar als Karikatur ihrer selbst. Doch dummerweise, ganz so harmlos sind sie nicht. Altlinke werden sich an die TLD erinnern. Eine Trotzkistensekte, die ihre fehlende Überzeugungskraft mit provozierter Gewalt nachhelfen wollte. Und so etwa kann man es bei ihnen selbst nachlesen.
So lesen wir also:

Zu der Hetze gegen unsere Genossen in Flensburg

Die Art und Weise wie diese vermeintlichen „Linken“ gegen uns arbeiten, ist in Deutschland kein Einzelfall. Wenn wir uns die Geschichte der antiimperialistischen Gruppen in Deutschland ab 2008 so ansehen, dann gibt es zahlreiche solcher „Stellungnahmen“ und Isolationsversuche, irgendwelcher „diverser“, „libertärer“ und oftmals antideutscher Leute, die in ihrer gemütlichen Szene nicht mit den „Schmuddelkindern“ spielen wollen.

Problematisch und konterrevolutionär wird das Ganze, wenn in diesen Stellungnahmen dann auch noch Zuarbeit für die Bullen und Geheimdienste geleistet wird, zum Beispiel durch das Nennen von Zahlen, Namen, etc. oder, wie in dem, auch im Text zitierten, Paradebeispiel für Denunziation und Feindarbeit „Wider die Bande der rechten Liquidatoren…“ von der Website demvolkedienen, mitunter ganze Profiler arbeit geleistet wird.
Das angesichts der Feindverortung im eigenen Lager auf solche Mindeststandards der Geheimhaltung und Klandestinität geschissen wird, macht nur noch einmal deutlich, das diesen Leuten ihr identitärer Szenesumpf wichtiger ist, als der Kampf gegen den Staat.

Ich hab den Artikel mal verlinkt, wer s unbedingt im Original lesen will. Dem Volke Dienen ist eigentlich die gleiche Richtung nur etwas moderater. Der Name sagt es schon. In dem Fall könnte man es als Insiderstreit betrachten. Muß man auch nicht zu ernst nehmen. Das beweist der Schlußsatz.
Ihr Untergang ist unausweichlich, die Perspektiven unserer Klasse und unserer Partei, der zu rekontituierenden, glorreichen Kommunistischen Partei Deutschlands, als eine marxistisch-leninistisch-maoistisch, Gonzalodenken militarisierte Partei, hingegen sind glänzend.
Noch etwas bekloppter als seinerzeit die KPD/ML. Eben auch so eine Maosekte.

Das Jugendwiderstand auf Paranoia macht, kann man an den stets verpixelten Faces sehen. Diese Geheimniskrämerei kennt man bereits von früheren ML Sekten. Ein extremer Fall war bekanntlich die KPD/ML. Das wäre noch nicht so das Problem. Das schon eher.

Kein „allgemeiner Konsens gegen innerlinke Gewalt“ schützt Individuen, die politisch keine Praxis außer Drogenkonsum in ihren versifften AZs betreiben vor unserem konsequenten Schutz unserer Propaganda und Politik. Würden wir das anders handhaben könnten die Menschen für die wir revolutionäre Politik machen uns nicht ernst nehmen und wir uns wahrscheinlich selbst nicht. Schreibt euch das hinter die Ohren und überlegt euch zwei mal welche Graffitys ihr übermalt, welche Sticker ihr abreißt und wen ihr in der Stadt denunziert.

.......wie in dem Text versucht wird, aus dem Kleben von unseren Aufklebern auf linke Zentren eine Bedrohung herbeizuphantasieren. Aber wir wollen das gar nicht. Vielmehr wollen wir hier eine Drohung aussprechen: Wir verteidigen unsere Politik.

Eine unmißverständliche Drohung. Wir dürfen überall unsere Propaganda hinkacken und wer diese beseitigt ist unser Feind und muß damit rechnen ..... Das erinnert schon eher an faschistoiden Gruppen. Auch die Wortwahl wie versifften AZs. Wer zwingt sie da reinzugehen? Schon deswegen sollte man sich klar sein, mit wem man es zu tun hat. Mit einer kleinen bedeutungslosen Sekte, die mit ihrer Ideologie aus finstern Zeiten niemand wirklich überzeugen kann, der noch alle Tassen im Schrank hat, und daher ihren Mangel an Argumente mit Gewaltdrohung ersetzt. Da sollte man sich nicht von einschüchtern lassen. Doch wir sind noch nicht fertig.

Unser Feminismus ist kein Verhaltenskodex oder eine Erweiterung des Dudens. ........... Wir gendern nicht und wir brechen zu Leuten nicht den Kontakt ab, weil sie mal „Fotze“ gesagt haben. Dafür kämpfen wir für die Befreiung der Frau von der doppelten Unterdrückung des Patriarchats und des Imperialismus.......

Na schau an. Da prallen unterschiedliche Welten aufeinander? Nein, sie müssen nicht gendern. Tu ich auch nicht. Das sie nicht jeden Szeneunfug mitmachen, dagegen ist ja nichts einzuwenden, nur gegen ihre Alternative, den proletarischen Feminismus den sie original aus dem Roten Morgen der 70er abgeschrieben haben könnten. Doch das ist ihr Problem. Deswegen kann man bei ihnen die Frauen an den Fingern abzählen. 

Zu behaupten der Maoismus sei tot, kann einem nur in den Sinn kommen, wenn man sich für die Völker der dritten Welt einen Scheiß interessiert.

Der ist auch noch gut. Diesen Helden scheint entgangen zu sein, das im Kernland des Maoismus dieser nur noch Tradition ist. In China haben sie sich von Mao gründlich verabschiedet und in der dritten Welt sind es nur noch wenige die auf Mao setzen. Ach ja, die Völker der Dritten Welt. Die alte linke Projektionsfläche. Sorry, da haben sich die einstmals beteiligten nach und nach von ihren romantischen Illusionen verabschieden müssen. Aber es gibt eben stets einige Rotznasen, die Papis Parteiprogramm im Keller gefunden haben und nun glauben, diesen Unfug nachspielen zu müssen. Die Cosplayszene hat s ja nicht so mit Politik. Jugendwiderstand umso mehr und was die treiben erinnert manchen an die Rote Garde der KPD/ML, deren Vertreter mittlerweile in Rente sind und sich hier an ihre wilde Jugend erinnert fühlen könnten.
Übrigens, von er erwähnten TLD hört man schon lange nichts mehr. Und irgendwann ist auch Jugendwiderstand vergessen. So als Kuriosum aus der linken Welt. Immerhin sorgt derzeit Google dafür, das uns ihre Sammlung revolutionärer Graffitipices erhalten bleibt. :-)
Und dazu könnte ich noch anmerken. Wem verdanken sie eigentlich ihre revolutionären Pices? Ganz einfach dem kapitalistischen Markt. Denn der hat auf die Nachfrage reagiert und die Dosen und Caps so konstruiert, das sich damit leichter sprühen lässt. Warum gab es früher nur selten Pieces aus der linken Szene? Sprühdosen wurden als Mittel zur Reparatur von Lackschäden hergestellt. Grafitipieces waren nie vorgesehen und ganau das war die Kunst, mit den Dosen ein ansehnliches Pice hinzukriegen. Ältere Writer werden sich erinnern. Auch an das abziehen von Caps. Das ist der Grund, warum Dosen von Linken nur für einfache Losungen benutzt wurden.Natürlich werden die Spinner vom Jugendwiderstand nicht weiter drüber nachdenken. Sie können nicht denken, sonst würden sie sich ein anderes Hobby suchen.

Den ersten Mai haben sie wie angekündigt auf ihren Blog abgefeiert und tun so, als würde ihnen die Straße gehören. Und was noch bemerkenswert erscheint.

Im Vorfeld des 1. Mai lief von der bürgerlichen Presse und diversen Reaktionären ............ eine intensive Hetzkampagne gegen uns – ähnlich wie im Vorjahr, jedoch wesentlich umfassender und allgemeiner. Artikel in Epoch Times, Huffington Post, Jungle World, Berliner Zeitung, Berliner Kurier, BZ, Berliner Morgenpost, Tagesspiegel, FAZ, Neues Deutschland, Haolam, Junge Freiheit sowie in diversen rechten und antideutschen Blogs, widmeten sich unserer Organisation.

Sie verfolgen aufmerksam die Reaktionen in der Öffentlichkeit. Soll heißen, was schreiben unsere Gegner über uns und wer schreibt kritisch. Sowas kennt man bereits von den Nazis vor 33. Zuletzt durfte man derartige Feindanalysen von den Salafisten erleben. Schon bemerkenswert, wie sich hier die Unterschiede verwischen. Nun ja, die Rote Gerde der KPD/ML aus den frühen 70ern erinnerte in ihren fanatischen Auftreten auch nicht wenige an finstere Zeiten. Nur, die pinselten noch an der Mauer. 

Bei dem Text zur Sekte gegen Sekte sind bemerkenswerte Zeilen beim Jugendwiderstand zu lesen. Da geht es um die Allahu Akbar Rufe beim Ersten Mai und wie die Sekte sie in ihre Ideologie meint integrieren zu können.

…….erfolgreiche Mobilisierung arabischer und muslimischer Massen zur 13-Uhr-Demonstration am 1. Mai 2017 an, die als eigenen Ausdruck neben anderen Parolen auch „Allahu akbar“ riefen. Erstens, das waren die Volksmassen, nicht der Jugendwiderstand. Zweitens ist der Islam in der BRD eine unterdrückte Religion und die Muslime haben das Recht sich zu wehren und zu kämpfen. Drittens taten sie das unter Führung proletarischer Revolutionäre mit Hammer und Sichel, die eben die Freiheit zu glauben und die Freiheit nicht zu glauben verteidigen. ……

…….. Während der Demo schickte die Hamburger Sekte ernsthaft ein knappes Dutzend Quatschköpfe zu uns nach hinten, um ein paar geistreiche Parolen gegen uns zu rufen und schnell wieder nach vorne in den Frontblock zu laufen – „Jugendwiderstand – das kennen wir schon – Allahu Akbar statt Revolution“

 …….berücksichtigen wir in der Massenarbeit auch die religiösen Gefühle der Massen. Also geben wir für die muslimischen Verbündeten unserer Sache die Parole gerne mit einer kleinen Änderung zurück: „Jugendwiderstand das kennen wir schon – Allahu akbar unter der Führung der Revolution!“.

Schau an, nun der Jugendwiderstand ist noch nicht ganz so drauf, das waren nur die ‚Volksmassen‘ die Gott ist groß riefen? Nun einige Jugendliche die wegen ihrer gesellschaftlichen Isolation in Deutschland eine Ersatzheimat im Islam suchen, sind noch nicht die ‚Volksmassen. ‘ Das der Jugendwiderstand mit solcher Unterstützung wenig Probleme hat, ist schon anderen bitter aufgestoßen. Doch wie zu lesen, ist der Islam hier eine unterdrückte Religion. Schön wär’s ja. Mancher würde sich wünschen, die Mehrheitsgesellschaft würde diesen Fundamentalisten offener klarmachen, daß die Scharia hier nichts zu suchen hat.
Aber wenn sie unter der richtigen Fahne ihren pubertären Samenstau als Gott ist groß in die Straßen brüllen, dann ist das schon ok, weil sie stehen ja auf der richtigen Seite.
Wenn sich Linke mit Moslemfundamentalisten gemein machen, das hat bereits im Iran böse geendet.  Na bekanntlich lernt der Mensch aus der Geschichte, daß er nichts aus ihr lernt.
Doch wie zu lesen, berücksichtigt der Jugendwiderstand die religiösen Gefühle der Massen. Und ja, mit ihren Sprüchen von Ehre plus Märtyrerkult, sind sie gar nicht so weit vom Islamfundamentalismus entfernt. Zugegeben, es gibt auch viele Linke die in ihrer Dummheit die religiösen Gefühle der Massen berücksichtigen. Nur nennen sie das Toleranz und Antirassismus. Ob Ehrenmorde oder Kopftuch, fremde Kulturen müssen respektiert werden. In einen Gottesstaat würden sich Jugendwiderstand und Allestolerierer wieder begegnen. Hoch über dem Boden am Ausleger eines Baukrans hängend. Wollt nur mal freundlich drauf hingewiesen haben. Nur damit hinterher niemand sagt, das hat doch niemand wissen können.


Was ihre Konkurrenz angeht, welche die Seite Dem Volke Dienen betreibt, da ist auch seltsames Zeug zu lesen. Nicht das es mir darum geht, diese Klopperei Zeile für Zeile zu analysieren. So ernst nehmen muß ich das nicht. Aber schauen wir uns mal das an.

 ………Der hauptsächlich Grund dafür ist, dass unsere Zeitung als klandestine Zeitung erscheint und als solche entwickelt wird, was uns ermöglicht wirklich alles zu schreiben, was für die revolutionäre Bewegung notwendig ist, eben auch dieses Dokument. An dieser Stelle sei auf ein anderes bekanntes Zeitungsprojekt verwiesen, welches ebenfalls den Anspruch der Klandestinität hatte, jedoch über die online Veröffentlichungen schwerere Rückschläge einstecken musste – die „radikal“.
Die unbedingte Notwendigkeit der Klandestinität zeigt sich auch an der Arbeit eines Jugendzirkel, wie es „SOL“ war, und den Reaktionen darauf. Gegen diese Arbeit entwickelte die Reaktion eine Kampagne, die auf verschiedenen Ebenen konkretisiert wurde.

Es geht also mal wieder darum, einen auf Geheimbund und Paranoia zu machen und dazu wird ausgerechnet auf die Radikal verwiesen. Bekanntlich wich sie wegen ständiger Kriminalisierung nach Amsterdam aus. Von dort aus wurden einige Exemplare an die BRD Kundschaft verkauft. Doch zum einen war ihre Zeit vorbei und als Bewegungsblatt ohne Bewegung war sie nicht sehr erfolgreich. Konnte sie nicht. Was ihren Ausflug ins Internet anging, so wie der Webauftritt aussah, der war zum wegklicken. Das konnte ja nur schiefgehen. Nun meinen diese Pfeifen, wegen der Onlineveröffentlichung mußte die Radikal Rückschläge einstecken? Was n Unsinn. Wer den Webauftritt gesehen hat, wußt gleich, das geht nicht gut. Typisch Linke die ihre Bleiwüsten online stellen wollten, sozusagen als elektronische Ausgabe ihres Graupapiers. Es gab viele Linke, die das Netz nicht verstanden haben und eben in dieser Form ins Netz einfielen. Nun auf ihren Seiten gab man sich nicht gerade die Klinke in die Hand.

Bei der kleinen Schlammschlacht  gegen SOL, die sie als Hamburger Sekte bezeichnen, kommen echt Sachen zum Vorschein, man meint im Keller einer ML Sekte gestrandet  zu sein wo die mittlerweile etwas vergessenen Texte verstauben. Der ist auch gut.

Der führende Kern der Struktur entstammt dem Kleinbürgertum oder der Arbeiteraristokratie und ausnahmslos alle waren mal Uni-Studenten. Es mag sein, dass einige von ihnen in ihrem Leben mehr Bücher gelesen haben als wir und sie mitunter in der Lage sind, aus den Klassikern mit Seitenzahlen zu zitieren. Doch wir bringen etwas Gewichtigeres mit. Jedes unserer Mitglieder ist ein Teil der Arbeiterklasse und der absolute Großteil hat einen familiären Hintergrund in ihr. Wir haben eine Verbindung zu diesem Kampf, den sie für sich beanspruchen wollen. Einige von uns kommen aus scheiß Gegenden und haben Eltern, die keine Arbeit finden und / oder jeden Cent umdrehen müssen. Andere sind in Asylunterkünften oder Flüchtlingscamps im Nahen Osten aufgewachsen und haben ihr Heimatland bloß als Tourist betreten dürfen. Wir haben einen Antrieb die Revolution zu machen, der ehrlich, konsequent und aufrecht ist. Diese Leute haben ein Hobby und eine Obsession mit einer Klasse, die nicht ihre ist. Sie sind Schauspieler.

Kleinbürgertum. Ah ja, natürlich. Was sonst? Einen familiären Hintergrund haben sie auch.Na fein, das war ja mal sehr wichtig, die proletarische Herkunft. Die Altlinken werden sich noch schaudernd erinnern. Einige kommen aus Scheißgegenden? Ey, kein Kiezbashing. ;-))) Oder wie darf man sich die Scheißgegend vorstellen? Und einige sind in Flüchtlingscamps aufgewachsen? In Nahen Osten? Nun da ist die Arbeiterklasse nach Marx ja eher weniger vorhanden. Demnach kommen die gar nicht aus der Arbeiterklasse, denn die gibt es im Nahen Osten ja so nicht. Es sei denn man definiert Arbeiterklasse als Wanderarbeiter aus Pakistan, Indonesien, die den Saudis den Arsch nachtragen. Nun gut, ein Thema für sich. Aber nur zur Frage, ob die Herkunft aus der Arbeiterklasse bereits ein gewichtiges Argument ist. War es in der DDR sicher, aber die war ja revisionistisch. ;-)))

Anstatt ihren alten Klassenstandpunkt zu überwinden, schaffen sie sich in ihrer politischen Betätigung bloß neue Räume für ihr bürgerliches Verhalten und ihre Machtspielchen. Wenn das Proletariat Führer erschafft, dann sind diese selbstlose und disziplinierte Diener des Volkes. Wenn die Bourgeoisie oder andere Klassen Führer erschaffen, dann sind diese oft Karrieristen, Selbstdarsteller und Tyrannen. 

Der ist auch gut. Wenn das Proletariat Führer erschafft ….. etwa Mao, Stalin, Ulbricht, Chautchesscu, Kim il Sung und und und. So selbstlos wie Mao, dessen selbstlose Kulturrevolution 3 Millionen Opfer forderte. Diese geforderte Selbstlosigkeit erinnert ohnehin irgendwie an christliche Mönchsorden. Zufall?

Man meint nen Comic zu lesen. Oder man hat es mit Volltrotteln zu tun, an denen jede politische Entwicklung der letzten Jahrzehnte spurlos vorübergegangen ist. Das kann man hier lesen. Überhaupt scheint der ganze Blog eine Fundgrube für Freunde des politischen Irrsinns zu sein.

Wir müssen der militanten Arbeit der Kommunisten weltweit in den Städten besondere Aufmerksamkeit widmen, die Geschichte der Stadtguerillabewegung in Europa konkret analysieren und von ihrem Erfahrungsschatz lernen. Verstehen, welche Klassenkämpfe das Proletariat und das Volk in imperialistischen Ländern im Allgemeinen zu führen hat und aus den Erfahrungen des internationalen Proletariats und dem Maoismus als Waffe eine Linie zu schmieden, die alle Kämpfe des Volkes zu Transmissionsriemen des Kampfes um die Macht verwandelt. Und nicht zuletzt eben die Geschichte der KPD und der deutschen Kommunisten vollständig zu studieren um auf ihrem Weg weiter voranzugehen.

Die Stadtguerillabewegung analysieren? Da habt ihr Glück. Horst Mahler lebt noch und hilft euch sicher gerne dabei, von ihren Erfahrungsschatz zu lernen. Alternativ könnt ihr auch Frau Röhl besuchen. Möglicherweise hat sie grade ein Nudelholz zur Hand. Sollte sie es euch über die Birne ziehen, in dem Fall hätte sie mein volles Verständnis.
Und vor allem die Geschichte der deutschen Kommunisten vollständig zu studieren. Vor allem das freudige Wiedersehen mit den Sozialdemokraten im KZ. Daraus kann man lernen. Oder von den KPD Ortsgruppen, die geschlossen zu den Nazis übertraten und sagten, die KPD hat sie verraten. Da gibt es vieles was man lernen kann. Vorausgesetzt, man benutzt die aktuelle Forschung und nicht die alten Propagandatexte.

Was ihre Gegner, die auf der Seite dem Volke dienen, einen langen Schrieb verfaßt haben, angeht. Am Aufschlußreichsten ist deren Schlußtext.

Sie existieren in einem Sumpf und sie fühlen sich dort wohl. Sie verbreiten ekelerregenden Chauvinismus und eine patriarchale Lumpen-Attitüde. Sie versuchen innerhalb der revolutionären Bewegung Verwirrung zu stiften, haben jedoch längst ihren Abschied davon genommen. Ihre Phrasen, die sie über ihr „Aufbaukomitee“ in die Welt posaunen, können nicht darüber hinweg täuschen, dass sie niemals in der Lage sein werden den Volkskrieg in diesem Land einzuleiten und ihn zu entwickeln. Oder wie ist es erklärlich, dass sie zwar davon schwatzen, dass ihre „Organisation (...) eine illegal und klandestin arbeitende“ sei, ihre Leute jedoch in schlechten Hip-Hop-Videos öffentlich macht.
Die eisernen Legionen der proletarischen Revolution werden unweigerlich über die Köpfe dieser feigen Renegaten hinweg marschieren. Ewig werden sie nicht davon laufen können. Ihr Untergang ist unausweichlich, die Perspektiven unserer Klasse und unserer Partei, der zu rekontituierenden, glorreichen Kommunistischen Partei Deutschlands, als eine marxistisch-leninistisch-maoistisch, Gonzalodenken militarisierte Partei, hingegen sind glänzend.

Kommentar überflüssig. Könnte man fast meinen. Was soll man zu dieser comichaften Gewaltsprache noch sagen? Was es mit der Gonzalodenken militarisierte Partei auf sich hat, dazu kann man sich über die jüngere Gewaltstory der Maoisten Perus schlau machen. Global eine der letzten Überreste des Maoismus, den niemand mehr ernst nimmt. Wenn so die Erben der maoistischen Bewegung aussehen, dann kann man etliche ihrer Vorsitzenden beglückwünschen, daß sie bereits tot sind und das nicht mehr miterleben müssen.

PS: Was ich noch anfügen könnte. Ich bin echt kein Fan von Verschwörungsparanoia und was so im Netz an Storys rumgeistert. Allerdings bei dieser Sekte gegen Sekte Story kommt mir das irgendwie inszeniert vor. Hat jemand beim Verfassungschutz Langeweile oder soll das eine ABM Maßnahme für unterbeschäftigte Mitarbeiter sein? Wär ja nicht das erste Mal. Siehe dazu Marxistisch-Leninistische Partij Nederland

Komiker.
Helden.

Sonntag, 8. April 2018

Datenbankprojekt

Internationale Solidarität

Es gibt doch stets freundliche Menschen, die alte Dokumente abscannen und online stellen. So auch das Mao Projekt. (Datenbankprojekt Materialien zur analyse von Opposition MAO) Hier werden etliche Originalzeitungen und Schriften aus der ML Zeit der 70er original als Bildgraphik der Netzwelt zugänglich gemacht. Dazu zählen die Rote Fahne, der Rote Morgen, sogar Ausgaben von 86 da wußten etliche Ex Genossen schon nicht mehr, ob es die KPD/ML überhaupt noch gab, und die Internationale Solidarität, KBW Schriften vor allem die KVZ u.v.m. Dazu etliche kleinere oder interne Schriften wie die Erklärung einer Gruppe aus der Liga gegen den Imperialismus ausgeschlossener.

Dazu kommt mittlerweile noch die Dokumentation der Dem Volke Dienen, DVD des KSV, was für Kommunistischer Studentenverband stand.
Dazu eine Vielzahl von Betriebszeitungen und Kleinschriften, die schon seinerzeit nur ein begrenzter Kreis gelesen hat oder überhaupt zur Kenntnis nahm. Eine Menge Arbeit steckt fraglos dahinter und diese soll hier sicher nicht mißachtet werden.

Das alles kann man hier 1:1 nachlesen und auch optisch original betrachten. Abgesehen vom Rotstich der etwas stört. Was hältst von nen Weißabgleich? Nur so als Vorschlag.
Optisch gesehen lassen sich die unterschiedlichen Zeitungsformen einsehen als auch die Lay Out Struktur von Bild und Text. Besonders die Internationale Solidarität (abg. IS) legte wie auch die Kämpfende Jugend (abg. KJ) setzten auf ein optisch agitatives Erscheinungsbild. Und das kann man hier original auf den Screen laden.
Doch nun zum Inhalt. Bringt es was? Für einige die sich erinnern können, ist es ein nettes Wiedersehen. Hoher Wiedererkennungswert, das war s aber auch. Was die Texte angeht, eine Sammlung von Propaganda bei der man sich heute die Frage stellt, und das hast mal ernstgenommen? An diesen Unsinn hast damals geglaubt? Es reflektiert nicht nur die linken Themenstellungen der 70iger mit fast vergessenen Konflikten sondern die spezifisch marxistisch leninistische Sichtweise, etwa auf die Befreiungsbewegungen, in deren heldenhaften Kämpfen kein Platz für Kriegsbrutalität, auch gegen die eigenen Leute war. Ein geschöntes Propagandabild das man sich seinerzeit von den Kämpfen in der dritten Welt machte. Und dann umso bitterer enttäuscht wurde, als sie an die Macht kamen und sich die Dinge etwas anders als gewünscht entwickelten.
Historiker arbeiten wenn möglich mit Originalquellen. Sie mögen weniger die subjektive Rückschau, die von neuen Erfahrungen und Sichtweisen oder auch nur vom zeitlichen Abstand verändert wurde. Der Originaltext, wie er damals geschrieben wurde. Das ist der Zugang wie Historiker sich das wünschen, denn da haben sie eine fixe unveränderliche Quelle die man zitieren kann. Wie haben die Leute damals wirklich geschrieben und gedacht? Nach einigen Jahrzehnten kann man viel erzählen und weiß vieles, das man seinerzeit nicht wissen konnte. Auch dies verändert die Sichtweise. Trotzdem erfährt man über die Originaltexte nur bedingt was in der Zeit ablief.
Wer die ML Zeit aktualisiert haben will, der ist bei den diversen Webseiten der Kleingruppen gut bedient, besonders bei der MLPD die es geschafft hat, die ML Kultur in die Internetzeit hinüberzuretten.

In der IS werden die fast vergessenen Namenskürzel diverser Befreiungsorganisationen wieder lebendig und natürlich die längst vergessenen Demos und Parteiaktionen.
Ob Rote Fahne oder Roter Morgen, die Lohnkämpfe der Arbeiterklasse waren der Dreh und Angelpunkt linken Denkens und über gewerkschaftliche Aktionen für ein paar Mark mehr wurde geschrieben, als würde hier die Revolution vorbereitet. Für eine andere Sichtweise auf die Arbeiterklasse war hier kein Platz. Etwa auf den alltäglichen Frust den man sich als Linker bei der Arbeiterklasse holte, wenn sie von den Linken nichts wissen wollten. Zieht man sich diese Propagandatexte rein, man erfährt etwas über die BRD der 70er Jahre, doch kann das wirklich diese BRD gewesen sein?  Man meint einen Bericht aus einer Parallelwelt zu lesen.
Genauso sieht es mit der Darstellung linker Geschichte aus. Das Unheil begann bekanntlich mit dem XX Parteitag und vorher stellt die Sowjetunion eine fortlaufende Helden und Erfolgsgeschichte dar. Die andere Seite, wie etwa Schauprozesse, Massenerschießungen, Säuberungen und den Alltag des Stalinismus sucht man hier vergebens. Das war allenfalls imperialistische Propaganda. Es versteht sich, daß man auch über China nur Erfolgsmeldungen vom Aufbau zu lesen bekommt.
Wenigstens eine nervige Angelegenheit bleibt dem geneigten Leser erspart. Damals wurde noch Deutsch geschrieben. Kein BinnenI  und von Gender hatte man in dieser Zeit noch nichts gehört. Na ein schwacher Trost, wenn der ganze sektiererische Szenemist der heute linken Webspace verunstaltet, noch unbekannt war.
Gibt das Material dann wenigstens theoretisch was her? Wenig, denn es waren Parteizeitungen, für die Mitglieder und breitere Schichten gedacht. Folglich wurde die Theorie etwas vereinfacht aufbereitet. Heute würde es lauten, Marxismus Leninismus für Dummies. Für die ML Theologie gab es entsprechende Schriften, die sich an die Ideologen bzw. Spezialisten richteten.
In vereinfachter Form wird dies allenfalls noch bei der MLPD und DKP gepflegt.
Die 70iger waren die Zeit, in der sich viele mit dem Marxismus Leninismus beschäftigten und man könnte meinen, dies sollte wenigstens die Theorie weiterentwickelt haben. Weit gefehlt. Wenn es um die vielzitierte Theorie geht, ohne die es angeblich keine erfolgreiche Revolution geben kann, so haben Kritiker und Außenseiter erheblich mehr dazu beigetragen als alle Theoriegläubigen Exegeten von denen ein Großteil die ML Gruppen bevölkerte. Wer wie ein Bibelgläubiger die ML Werke studiert, von dem sind kaum kritische Auseinandersetzung und Neuerung zu erwarten. Und weil das genauso ablief, wurden in diesen Kleinparteien wie in einen Themenpark die alten Auseinandersetzungen nachgespielt. Soll heißen, der alte Windmühlenkampf gegen alle Strömungen des Denkens. Revisionismus, Spontaneismus, Rechtsopportunismus, Linksopportunismus, Reformismus und was noch alles, dies lässt sich in den Parteizeitungen original nachlesen.
Offen gesagt, auf Wikipedia wird man da heute besser bedient. Schon weil diese Einträge nicht mehr von Theoriegläubigen geschrieben werden. Von denen sind nicht mehr sehr viele übriggeblieben. Wer sie noch original und aktuell lesen will, wird auf dem Webspace der MLPD bedient.
Wer es live besichtigen will, besucht die jährliche LL Demo in Berlin.
Nun stellt sich also die Frage, lohnt sich die Mühe, an die vierzig Jahre alte Zeitungen der ML Sekten zu lesen? Lernt man heute was daraus? Möglicherweise, wie wenig sich teilweise in diesem Bereich verändert hat. Man kann das Zeug mit dem Webseiten heutiger ML Gruppen vergleichen (Oder trotzkistischer Gruppen, die im Web überdurchschnittlich vertreten sind) und feststellen, so groß sind die Unterschiede nicht. Man meint fast es hätte schon 75 Internet gegeben. Oder sie hatten 75 eine Zeitmaschine die sie ins Jahr 2010 verfrachtete. 

Mittlerweile sind auch die Ausgaben von 79 und vor allem die letzte Rote Fahne verfügbar. Genau die mit den Erklärungen zur Auflösung der Partei. Die Ausgaben der letzten Jahre sind widersprüchlich. Vor allem 79. So wird viel über die Opposition in Ostblock geschrieben aber gleichzeitig Pol Pot verteidigt und die Berichte über Massenmorde als Fälschungen zurückgewiesen. Nun kann man das original 1:1 nachlesen.
Die Schriften der Autonomen  und undogmatischen Szene sind zwar nicht erfasst, doch würd man beim Abgleich genauso erstaunt feststellen, wie wenig sich zwischen den Zeitungsinhalten aus den 80gern und den heutigen Inhalten online verändert hat.
Die sektiererische Verkürzung der Realität. Die Ausblendung allen Unpassenden aus der Zielgruppe, das hat sich bis in die heutige Zeit fortgesetzt.
Jedenfalls bekommt man hier noch den Irrsinn von dem Kleinbürgertum geboten, dem man nicht trauen darf. Dieses Thema war ein Dauerbrenner in der ML Welt und daher gibt es etliche Texte dazu. Zumeist seinerzeit von Kleinbürgern bzw. Studenten verfasst, die später bemerkenswerte Karrieren machten als wollten sie nachträglich den Nachweis ihrer Theorie liefern. Doch da interessierte sie dieses Zeug schon lange nicht mehr. Allenfalls der MLPD fällt der Verdienst zu, mit ihren Unfug über proletarische und kleinbürgerliche Denkweise, diese Geschichte in die Netzzeit gerettet zu haben.
Eines darf noch erwähnt werden. Die Theorie vom Kleinbürger, der stets darauf lauert, die Revolution zu verraten und von den Revisionisten, die man keinen Moment unbeobachtet lassen darf, weil sie dann sofort den Sozialismus sabotieren, dieser Unfug wird von einigen Dogmatikern aktuell für den Zusammenbruch des Ostblocks als Erklärung der erstaunten oder erheiterten Netzwelt vorgestellt.
Nur eine Minderheit nimmt sowas noch ernst. Wer dies in seinen Webseiten reinsetzt, beweist nur, daß er sich immer noch eine eigene Realität schaffen muß. Und was den Zusammenbruch von 89 angeht, der Revisionismus stellt die linke Verschwörungstheorie dar. Irgendwer muß ja schuld sein. Das Volk kann es ja nicht gewesen sein.

PS: An dieser Stelle kann ich die Arbeit dieses Projekts einmal würdigen und die Frage stellen, wie viele Scanner bereits dran glauben mußten? ;-)) Scherzle. Doch eine Rat hätte ich noch. Mit Programme wie ICE beispielsweise lassen sich die Zeitungsausgaben zu einer Seite zusammenfügen. 

Hier eine Möglichkeit was sich mit den Scans anfangen lässt. Ein Ausschnitt aus dem Roten Morgen von 1980. Eigentlich längst vergessen, die Schadenfreude der KPD/ML über die Auflösung eines verhassten Mitbewerbers um Revolution und Arbeiterklasse. Sie hätten was draus lernen können und ihren Verein ebenfalls mal hinterfragen können. Sie dachten nicht dran und so machten sie noch viele Jahre weiter, bis auch die letzten Idealisten langsam aufwachten und nur noch die übrigblieben, die den Ausgang nicht fanden und ihre Pseudoheimat nicht verlieren wollten. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann kann man sie noch heute online bewundern.

Aktualisiert 8.4.18

Samstag, 7. April 2018

Kommunisten Online ist geschlossen.

So sieht die Seite Kommunisten Online derzeit aus. Nett, nicht? Ja was ist passiert? Günter Ackermann ist letztes Jahr gestorben und hat seine Seite an American Rebell übertragen. Die wollen den Inhalt der Netzgemeinde irgendwann wieder verfügbar machen. Nun ja, trotz allem irgendwie kommunistisches Urgestein dem auch noch die MLPD im Zusammenhang mit der Erwin Scholz Story ihre Aufmerksamkeit schenkte. Tia, hat uns wieder einer verlassen. Genau der, der in einem Blog mal etwa so beschrieben wurde. Als Betreiber der Hatepage Kommunisten Online, der im Takt einer Kalaschnikow seine Verdammnis gegen alle schleuderte ...

Mittwoch, 6. Dezember 2017

DKP

Screenshot
Tiefe Krise und Spaltung der DKP

Die MLPD macht sich um die Konkurrenz von der DKP Sorgen. Ja was geht denn da vor sich und was gibt s bei dem Verein noch zu spalten?

Auf diesem Hintergrund eskaliert die Krise der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP). Der Parteivorstand der DKP unter der Führung von Patrik Köbele stellt nach einer Parteivorstandssitzung am 25/26. November in einem öffentlichen Aufruf an seine Partei fest: „Unsere Partei ist in einer sehr komplizierten Situation. Der Kurs der Partei und ihres Vorstandes wird von 'links' und von 'rechts' kritisiert. Auf beiden Seiten verlassen Genossinnen und Genossen die Partei oder tragen sich mit dem Gedanken, die Partei zu verlassen.“
Die DKP hat nicht nur ihre früher in der Arbeiterklasse vorhandene Basis weitgehend verloren, sondern ist bundesweit auch nicht mehr in der Lage einheitlich zu handeln. An der Kampagne der DKP zu den letzten Bundestagswahlen beteiligte sich nur ein Teil der Mitglieder und Organisationseinheiten. Einige Bezirksverbände lehnten dies offen ab. Die DKP konnte nur in 9 von 16 Bundesländern die notwendigen Unterschriften für die Wahlzulassung sammeln.

So dürfen wir es auf der Webseite der MLPD lesen. Eigentlich nichts Überraschendes und neu ist das auch nicht. Aber es scheint Ärger zu geben.

Schon im August verließen einige Frankfurter Mitglieder die DKP und deren Jugendverband SDAJ, weil ihrer Meinung nach die DKP und die SDAJ keine revolutionäre Perspektive für die Organisierung der Arbeiterklasse hat. Ihrer Meinung nach hängt „die falsche Praxis und der desolate Zustand der Partei und des Jugendverbandes“ eng “mit der Strategie des demokratischen Übergangs, der `Wende zu sozialem und demokratischen Fortschritt`, der antimonopolistischen Demokratie oder Strategie“ zusammen.

Also denen ist die Partei zu reformistisch. Das alte Problem mal wieder.

Das konnte und kann auch heute jeder anhand der Klassiker der Arbeiterbewegung selbst nachprüfen: Aus dem Programm der DKP wurde die "Diktatur des Proletariats" verbannt.

Die MLPD kennt natürlich die Ursache und schon ihr Oberguru kritisierte die DKP als zu wenig revolutionär. Da war er nicht der Einzige. Die gleiche Kritik kam von den sich neugründenden ML Gruppen. Hier geht es um die heilige Kuh, die Diktatur des Proletariats. Orthodoxe Kommunisten ignorieren nach wie vor die Tatsache, daß der Name irreführend ist und es nie eine Diktatur des Proletariats gegeben hat. Eher eine Diktatur der Partei über das Proletariat.

Großzügig finanziert von der DDR, geduldet von der westdeutschen Regierung und oftmals beliebt bei reformistischen Gewerkschaftsführern, wuchs die DKP zeitweise zur stärksten linken Organisation mit mehreren Zehntausend Mitgliedern heran.

Soweit die Sichtweise der Partei für den echten Sozialismus.

Die Stärke der DKP ging mit dem Zusammenbruch des bürokratischen Kapitalismus unwiderruflich zu Ende. Nicht nur die fehlende materielle Basis: für viele Mitglieder brach auch eine Welt zusammen in ihrer Illusion über DDR und UdSSR als „real existierender Sozialismus“. Viele alte Mitglieder halten der DKP noch aus Verbundenheit zur revolutionären Tradition der deutschen Arbeiterbewegung die Treue.

Und die dürfen gerne zu uns kommen. Bei uns ist alles etwas größer, besonders die Spendenbüchse. ;-)))

Wenn jetzt scharenweise Mitglieder die DKP verlassen, geschieht dies aus unterschiedlichen Motiven. Teile der südbayerischen und Münchner DKP tun dies mit liquidatorischen Positionen, schwören offen dem Marxismus-Leninismus ab, verbreiten die antikommunistische Stalin-Hetze und schließen sich dem Reformismus der Linkspartei an. Andere haben einen revolutionären Anspruch.

Na schau an. Einige scheinen gemerkt zu haben, das Weltbild des Marxismus Leninismus eignet sich nicht um heute was zu bewegen oder die Leut zu erreichen. Wer freilich dem Marxismus Leninismus abschwört! (man beachte die theologische Wortwahl)  der verläßt das theologische Lehrgebäude und dessen Seele ist nicht mehr zu retten. Die mit dem revolutionären Anspruch dürfen gerne unsere Reihen verstärken. Und vor allem unsere Finanzen.
Viel dürfte es ja nicht mehr sein, was sich von der DKP abspalten könnte. 3500 Mitglieder soll sie noch haben (Wikipedia)
Auf der Webseite der DKP ist darüber nur ansatzweise was zu lesen. Es scheint Diskussionsbedarf zu geben.

In der Auseinandersetzung mit Linksradikalen, die sich die Frage „Wie weiter?“ nun endlich, wenn auch leider erst zu Teilen außerhalb der Partei stellen, sind die angeführten Aussagen Lenins zum Zusammenhang zwischen dem demokratischen und dem sozialistischen Kampf ungeheuer wichtig.

So stehts da u.a.

Der Hauptgrund warum sich die MLPD damit befasst dürfte die verzweifelte Hoffnung sein, da was abrippen zu können. Der Schiffsbruch des einen ist bekanntlich das Strandgut des anderen. Na da wünschen wir mal viel Glück.

Samstag, 1. Juli 2017

Aufgabenverteilung

Von Zeit  zu Zeit tauchen im Netz diverse Aufrufe auf. Veröffentlicht auf offene Portale und parallel auf Blog und da heißt es dann meist, an die organisierte Linke, an die kommunistische Linke oder an die Kommunisten bzw. die linken Gruppen. Die Aufgaben der Linken, oder auch Die Aufgaben der Kommunisten. So etwa lauten die Überschriften. Der Empfänger ist jedenfalls Parteiübergreifend, oder soll es sein. Es wird vermieden, konkrete einzelne Namen zu benennen. Es wird vorausgesetzt, die Empfänger werden sich angesprochen fühlen. Oder so, sie wissen daß sie gemeint sind.
So, das wär schon mal erledigt. Nun kommen wir zu den Aufgaben. Nun wird die Weltlage beschrieben oder die Lage in Europa, wie auch immer. Angesichts der aktuellen Gemeinheiten des Systems, der Kapitalisten und des Klassenfeindes sind Abwehrmaßnahmen erforderlich.
Es ist wie ein Planspiel. Hier steht der Feind, das hat er vor und wir müssen nun unsere verbliebenen Kräfte sammeln und uns hier und da positionieren. So steht es natürlich nicht geschrieben, aber es liest sich meist so.
So ist die Lage, so sieht die Konstellation der imperialistischen Mächte aus, auf diese und diese Länder zielen sie und dann wollen sie wieder die Krise auf die Arbeiterklasse abwälzen. Irgendwie kennt man das seit man politisch denken kann und Flugblätter liest. Das kann also bei den einen fünfzehn Jahre heißen, bei anderen die doppelte Zeit und bei älteren Semestern durchaus mehr als vierzig Jahre. Irgendwie wiederholt sich das immer wieder. Kommt einen jedenfalls so vor.
Die Aufgaben die zu bewältigen wären, sind jedenfalls nicht von Pappe. Das ist nichts für Weicheier. Da geht es um ganz große Storys und die sind nicht mit ein paar brennenden Mülltonnen erledigt. Es geht schließlich nicht um den ‚Kinderkram‘ von Basisaktionen im Kiez. Da geht’s schon um ganz großes Kino. Es geht gegen das kapitalistische System, seine imperialistische Ausbeutung und natürlich um die stetige Krise des Kapitalismus.
Kennt man doch schon lange. Nichts Neues unter der Sonne, ist aber nach wie vor unerledigt liegengeblieben, als sich die Partei verabschiedete, auflöste, spaltete oder im Revisionismus versumpfte.
Wie bei Hornbach. Es gibt immer was zu tun. Die Pflicht ruft, die Müßiggänger schiebt beiseite. Politik kennt keine Pause und der Klassenfeind schläft nicht. Daher muß die eingeschlafene Linke regelmäßig mit nen Tritt geweckt werde. Genau, diese faule Bande, die ‚Stadt für alle‘ an die Wände pinselt und doch nicht ernsthaft glaubt, damit wären die revolutionären Aufgaben eines Kaders erfüllt. So einfach geht linke Politik nicht. Wär ja noch schöner, dann könnt's ja jeder machen.
Nein, dafür braucht man schon die organisierte Linke. Mindestens, besser aber gleich die richtige klassenbewußte Partei.
Aber zurück zu den Aufgaben. Wer stellt diese? An wem und warum? Hat jemand den Frust mit den Hausaufgaben aus der Schulzeit nicht verarbeitet? Genau, die Hausaufgaben, die einen den Nachmittag echt versauen konnten und nur beim Genuß des Fernsehprogramms störten.
Jedenfalls gibt es diese Menschen die Aufgaben zu verteilen haben. Niemand kennt sie, keiner weiß wer sie sind oder hat sie je gesehen. Aber soviel ist sicher. Sie kennen die Weltlage, wissen bestens über die Konfrontationslinien der Imperialisten Bescheid und wissen welche Aufgaben für die Linke jetzt anstehen.
Dabei fallen zwei Dinge auf. Sie vergessen regelmäßig die Anleitung mitzuliefern, wie eine Handvoll Pfeifen, aus denen die Reste der Traditionslinken besteht, etwas gegen die Freihandelsabzocke ausrichten könnte. Nur um einen Fall zu benennen. Und das hatte nicht mal Priorität in der Aufgabenliste. Dafür stellten engagierte Menschen, die zum größten Teil weder zur organisierten Linken gehörten, geschweige zu den Resten der Dogmatikergruppen und an die sich die Aufrufe der Aufgabenverteiler gar nicht gerichtet hatten, eine Demo auf die Beine, die zur größten Demo wurde, die Frankfurt je gesehen hatte.
Dabei waren diese Kleinbürger, Reformisten, Karrieristen und Revisionisten gar nicht angesprochen, als die Gespenster ihre Aufrufe auf die Menschheit losließen. Die waren echt nicht gemeint, die verbreiten nur reformistische Illusionen und halten die Arbeiterklasse vom Kampf ab. Schließlich richten sich die Aufrufe an die letzen verbliebenen Aufrechten und an die Kommunisten, die sich nicht von der reinen Lehre abbringen ließen und nach wie vor den Kampf gegen Trotzkismus und jede revisionistische Abweichung führen.
Ein netter Versuch. Die letzten Spinner, von deren Existenz man ohne Internet nicht mal wüßte, erhalten den Auftrag den Imperialismus anzugreifen.
Was bei den Aufgabenlisten weiter auffällt, ist das erstarrte Weltbild. Es ist die Konfrontation aus den Achtzigern und in dieser Zeit scheinen sie stehengeblieben zu sein. Ignoriert wird jede Entwicklung seit dieser Zeit und zu den Bedrohungen gegen welche die Linke kämpfen soll, zählt vieles, nicht aber der Islamfundamentalismus. Vieles wogegen sich Menschen wenden, die man erstmal mit Zivilgesellschaft überschreiben könnte, war nie groß Thema auf ihren Listen. Und auch ihre Feinde und Freunde entstammen der Zeit vor 89 als die Welt noch in Ost und West übersichtlich geordnet schien.
Schon dies sollte mißtrauisch machen, bevor man auch nur ansatzweise auf die Idee kommt, sich freiwillig zu melden.
Die Aufgabenlisten erinnern manchen an alte Zeiten, als die Antiimps gegen den US Imperialismus kämpfen wollten. Eine Handvoll Spinner und deren Aufgaben und ihre Gegner konnten nicht groß genug sein. So blieb es dann doch nur beim Fahne abbrennen und sogar das war dann eher die Ausdrucksform der Moslemfundamentalisten, die es längst von der Vietnambewegung geklaut hatten.
Aber nochmal zurück zu unseren Gespenster. Wer die sind? Einige Aufrechte die sonst nichts zu tun haben als ihre Aufrufe in die Welt rauszuhauen, in der absurden Hoffnung, irgendwelche revolutionären Gruppen hätten nur darauf gewartet und brennen darauf die Pläne umzusetzen.

Montag, 23. Januar 2017

LL Demo 2017


Auch 2017 fand wieder die LL Demo in Berlin statt und wurde anschließend im Netz von den diversen Gruppen abgefeiert. Jedes Jahr das gleiche Ritual. Diesmal hingegen machte sich jemand die Mühe, zu zählen und dazu Fotos zu verwenden. Dies führte auf Indymedia zu wütenden Reaktionen bei denen es wieder um die altbekannte Bilddebatte ging. Als wenn Fotos dieser Demo irgendein Problem darstellen würden. Als wenn da nicht schon genug gefilmt und fotographiert würde. Die Debatte auf Indymedia zeigt einfach die Wut der autoritären Linken auf den Kontrollverlust. Daß sie nicht mehr die Macht haben, anderen Vorschriften zu machen bzw. Auf der Demo ihre eigenen Gesetze zu machen.
Ansonsten hat sich wenig verändert. Immer noch die bekannten Gruppen mit ihren anachronistischen Aufzügen, welche die Demo zum kommunistischen Themenpark machen. Hier nun die Reaktionen im Netz.Fangen wir mit der MLPD an.

Heute in Berlin: Die größte Manifestation für den Sozialismus in Europa lebt - jung und voller Siegeszuversicht!

Die MLPD hatte sich vorgenommen, jeden auf der Demo zu erreichen, was sie wahr gemacht hat!

Da fragt man sich, ob sie vor lauter Agitation noch zum demonstrieren kamen?

Mehr als 700 Exemplare des kurz vorher erschienenen aktualisierten Parteiprogramms der MLPD wurden verkauft.

Der Leistungsnachweis darf auch nicht fehlen.


Der Rest des Berichts besteht in der üblichen Propaganda von Siegeszuversicht und Selbstbeweihräucherung.

Von der TAZ dürfen wir etwas mehr Realismus erwarten.

Sonntag war Jahrmarkt in Berlin. Angeboten wurden Ideologien und die Revolution. Um10 Uhr morgens ertönt am Frankfurter Tor eine Kakofonie von Ansprachen, Arbeiterliedern und Anticapitalista-Rufen. Es tummeln sich Stalinisten, Leninisten, Maoisten und Trotzkisten – sogar Anarchisten haben sich hierher verirrt.

Aus einem der Lautis tönt es: „Wir wollen die heutige Demo organisiert gestalten und versuchen in Achterreihen zu marschieren.“ Nur der Block einer militant auftretenden Jugendgruppe hält sich ernsthaft daran.

Keine Disziplin mehr :-)))


An der Gedenkstätte selbst ist die Stimmung andächtig. Aus den vielen Lautsprechern ist Mozarts Requiem zu hören. Die Gruppe „Jugendwiderstand“ stört die Stimmung kurz und ruft: „Alles für Volk, Klasse und Partei. Es lebe Stalin!“

Diese Witzfiguren durften natürlich nicht fehlen.


Berliner Morgenpost


Mit Stalin und Mao durch Berlin

Bei der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration pflegen viele Teilnehmer einen bizarren Kult um kommunistische Gewaltherrscher.

Wer am zweiten Januarwochenende einen Spaziergang durch Ost-Berlin macht, kann den Eindruck gewinnen, eine Zeitreise in die Sechzigerjahre unternommen zu haben. Tausende Menschen ziehen vom Frankfurter Tor zum Friedhof der Sozialisten nach Friedrichsfelde - stets unter den gestrengen Blicken von Lenin, Stalin, Ho-Chi-Minh und Mao.

Neben Transparenten und Schildern mit den Konterfeis der kommunistischen Führer tragen Teilnehmer auch DDR- und FDJ-Fahnen mit sich, und selbst Nordkorea hat regelmäßig einen stolz beflaggten Fanblock. So zogen die Berufsrevolutionäre auf der traditionellen "Luxemburg-Liebknecht-Demonstration" stets durch die Hauptstadt. Nichts deutet darauf hin, dass es in diesem Jahr anders werden wird.

In verschiedenen Blöcken ziehen diverse K-Grüppchen mit Kürzeln wie RSB, MLKP und SOL zu den Gräbern der ermordeten KPD-Gründer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, um dort rote Nelken abzulegen

Damit ist auch schon alles gesagt.


Dem Volke dienen

Eine Maoistengruppe mit Webseite.

….Darunter war auch ein Block hauptsächlich jugendlicher Revolutionäre, aus unterschiedlichen Teilen der BRD und Österreich…..

Die Parolen des Blocks waren unter anderen „Die BRD ist nicht unser Staat, alle Macht dem Proletariat!“, „Proletarischer Feminismus für den Kommunismus!“ und „Nur der Griff der Massen zum Gewehr schafft den Sozialismus her!

Da wird noch die proletarische Díchtkunst gepflegt.

Politisch ist es wichtig festzustellen, dass die diesjährige LLL-Demonstration vor allem den Willen zur Einheit zeigte:

- Den Willen zur Einheit auf der Grundlage der Prinzipien des Marxismus und seine Entwicklung unter der Avantgarde der revolutionären Jugendlichen, die sich auf Basis eines korrekten Zweilinienkampfes zu vereinen wissen und theoretisch und praktisch kämpfen für die Rekonstitution der Kommunistischen Partei.

So etwa kannst es in diversen Schriften von 1970 sicher auch nachlesen, wenn man sich die Mühe macht, sie aus diversen Archiven auszugraben.

 
Jugendwiderstand


Auf dem Blog einer Maoistsensekte, die ältere Genossen an die diszipliniert Parolen brüllende KPD/ML der frühen 70er erinnert lesen wir bemerkenswertes an Geschichtsblindheit. Hauptsache man brüllt die ideologisch richtigen Parolen, dann geht der Parteiaufbau wie von selbst. Ihre Fotos sind selbstverständlich mit Pixelface dargestellt. So macht man auf konspirativ und stellt sich als sehr gefährlich dar. Kennt man schon von den ML Parteien.

Wir freuen uns natürlich auch, dass von uns entwickelte Parolen wie „Die BRD ist nicht unser Staat – Alle Macht dem Proletariat!“ zunehmend in Teilen der revolutionären Bewegung aufgegriffen werden. Zusammen mit der wiederaufgegriffenen Parole der KPD/ML „Nur der Griff der Massen zum Gewehr, schafft den Sozialismus her!“ (die sie im Rahmen ihrer ideologischen Degeneration später selbst als „linksabweichlerisch“ verworfen hatte) geben sie der revolutionären Jugend in unserem Land wieder ideologisch scharfe und korrekte Sprechchöre, die den Willen zum Kampf und die endgültige Abkehr von diesem Staat und seinem Parlamentarismus untermauern.

AKAB

Kämpferischer Jahresauftakt bei LLL-Demonstration in Berlin!

Gefolgt von GenossInnen der MLKP und einem Block unter dem Motto „Gedenken heißt Kämpfen“ (Kommunistischer Aufbau, Red Liberation Cottbus, Revolutionärer Jugendbund, Trotz Alledem und Ziel und Kurs Cottbus) hat sich unser Block eingereiht in einen Langen Teil der Demonstration von verschiedenen revolutionären Blöcken.

Ach ja die Blöcke. Sie sind wieder da? Und vor allem die Sprache. Aggressiv, agitativ und irgendwie aus der Zeit gefallen. Egal wie realistisch das ist, oder wie wenig dahintersteckt, es liest sich sehr beeindruckend auf dem Blog. Jedenfalls wenn man ausschließlich solche Seiten besucht.


Indymedia Linksunten


Die TeilnehmerInnen einer linken Demo abfilmen und durchzählen? Einen besseren Beweis auf welcher Seite ihr steht hättet ihr wohlt nicht liefern können, als hier eure Bullenarbeit zu veröffntlichen.

Wer unverpixelte Bilder einer (wie auch immer) linken Demo veröffenlicht oder verlinkt kickt sich selbst ins Abseits.

Gesicht zeigen
Ich weiß, auf einer öffentlichen Demonstration kommt das den Bürgerkindern etwas verwegen vor - aber genau darum geht es eigentlich. Auch wenn einem das nach dem Studium vielleicht bei seiner Karriere im Wege steht.

Dieses Wüten gegen Bilder und das bestehen auf Konspiration ist genau das Kennzeichen linken Sektierertums. Die Wut gegen denen die mal versuchen jenseits der Propaganda die Fakten zu benennen ist genau das stalinistische Erbe an dem der Sozialismus gescheitert ist und dürfte auch genau zu den rückläufigen Zahlen beitragen.

...wenn wir anfangen würden, realistische Teilnehmerzahlen anzugeben, hätten die kommenden Mobilisierungen eine noch schwächere Wirkung. WOLLT IHR DAS?!? Und die bürgerliche Presse würde uns noch weniger beachten. Das kann es doch auch nicht sein. Lieber in größeren Abständen laufen und ordentlich Banner, Fahnen und Rauch/Pyros/Böller verwenden. Das macht Eindruck und vermittelt eine kraftvolle Bewegung.

Faust hoch
‚Das macht Eindruck und vermittelt eine kraftvolle Bewegung.‘

Die es so dann aber gar nicht gibt. Toll. Selbstbetrug vom feinsten. Wie im Osten. "Die Jugend der DDR steht in Wort und Tat überwiegend zur Politik der Partei..." Wie immer, schön an den Realitäten vorbei. Hat ja schon mal so gut funktioniert.

Ich würde das ja als versuchte Manipulation an den Menschen bezeichnen. Was hat das mit Befreiung zu tun?

Reale Zahlen?
Genau so lief das in der DDR oder in der SU. Realistische Zahlen? Wie sollen wir so den Plan erfüllen? Es ist schon seltsam.Auf der Demo hat der Geist der DDR 1:1 überlebt.

Was stimmt bei euch nicht
habt ihr nichts besseres zu tun, als genoss_innen abzufilmen und durch zuzählen? nur damit ihr sagen könnt das bündnis übertreibt? das ist jedem klar und den leuten auch selber.

Genau!
Allen ist klar, dass sie lügen, aber wie könnt ihr es aussprechen?! Warum macht ihr sowas grausames wie Realität?

Typisch, typisch sag ich da! Jawoll ja!

Genau.
Die Realität ist unerträglich und schadet nur unserer Sache. So begann der Sozialismus und so endete er.

Es ist schon verwunderlich, wie viele Personen hier ihren Beissreflex bekommen, wenn die "Szene" mal mit der Realität konfrontiert wird. Man wäre gerne 10000+, aber mit den angereisten K-Gruppen, Ostalgikern und alt-SED-Rentnern sind es dann doch nur 3000..

Die ganzen neu entstehenden roten Gruppen, sei es nun Aufbau, Jugendwiderstand oder was weis ich, ist so in etwa das erfrischenste was ich in den letzten Jahren in der deutschen Linken gesehen habe. Die reissen was……

Der war gut. Die tun wenigstens was. Auch wenn es eher nach linker Cosplay aussieht. Das gleiche haben gefrustete Genossen seinerzeit über die K Gruppen gesagt. Sie wußten was sie für n Mist machen, aber wenigstens tun sie was.Und die folgende Antwort ist durchaus lesenswert.

Peinlich, peinlich!
Vielleicht solltest du die von dir zu Götter mit ewigen Wahrheiten erhobenen alten Herren erstmal lesen und zwar ernsthaft lesen, nicht nur mit religiösem Eifer inhalieren. Dann würde dir so manche Dämlichkeit vielleicht sogar selbst auffallen. Denn deine Götter - das muss man ihnen auf jeden Fall zu gute halten - sahen ihre Theorien nie als allzeitliches Wahrheiten an, sondern als zeitlich und räumlich begrenzt, die sich auch zeitlich und räumlich wieder geändert, angepasst und/oder gegebenenfalls komplett verworfen oder ersetzt werden müssen. Man kann Mao schon förmlich lachen hören, wenn er wüsste das ein paar westliche Kleinbürgerkids seine Theorien zum China der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts versuchen, auf das Deutschland des 21. Jahrhundert anzuwenden um nur mal ein Beispiel heranzuziehen.
Du hälst es also für das "erfrischenste" die selben Fehler der K-Gruppen der 1970er Jahre zu wiederholen? Klar, das bringt die kommunistische Bewegung in Deutschland sicher weiter.... nicht! Naja, wenigstens müsst ihr dank der Diversifizierung und des Mentalitätswandels in weiten Teilen der Arbeiter*innenklasse - im Gegensatz zu euren Vorläufer in den 70ern - weniger fürchten, auf die Fresse zu bekommen, wenn ihr vor den Werkstoren steht und versucht, die Arbeiter*innen zu agitieren. Wobei dass für einen möglichen Lernprozess bei euch sicher von Vorteil wäre, wenn die Arbeiter*innen euch wie in den 70ern behandeln würde. Denn bei den K-Grüpplern führte dies zu der Annahme, dass man zur Agitation der Arbeiter*innenklasse selbst Teil der Arbeiter*innenklasse werden müsse, weswegen man in die Fabriken ging. Dort mussten sie alsbald feststellen, dass ihr Geschafel, mit der Lebensrealität der Arbeiter*innen wenig bis nichts zu tun hatte, woraufhin sie - bis auf ein paar wenige und völlig isolierte Ausnahmen - dem Maoismus/Stalinismus (wonach auch immer sie sich konkret ausgerichtet haben) abgeschworen haben. Übrigens auch einer der Hauptgründe, warum sie kaputtgingen.
Was meinst du überhaupt mit Versuch der Antideutschen? Meinst du die nicht minder peinliche Veranstaltung der Jusos? Tut mir Leid, dass ich dich enttäuschen muss, aber als Kommunist hab ich damit nichts zu tun. Mit der Indymedia-Kommentarspalte habe ich meistens auch nichts am Hut. Aber komisch (und auffällig) dass diejenigen, die hier der Gruppe Cosmonautilus Staatsschutzarbeit vorwerfen, indirekt wollen, dass man seinen politischen Lebenslauf ausbreitet, wenn man nicht zu reinen Internetschwätzern erklärt werden soll. Eigentlich ist bereits die Vorstellung, dass der Staat überhaupt auf besondere Weise gegen euch agitieren müsste, völlig lächerlich. Ein paar gesellschaftlich und auch innerhalb der Linken völlig marginalisierten Kleinstgruppen, die einmal im Jahr zu einer Demo zusammenfinden, die außer ihnen selbst keiner mehr ernst nimmt, und dabei nur eine vierstellige Zahl bilden, also davor muss sich der Staat sicher nicht fürchten.
Ich weiß, die gesellschaftliche Realität ist hart, aber nur weil du sie nicht anerkennen willst, brauchst du keine lächerlichen Phantomjagden auf angebliche Antideutsche machen. Fun-Fact zum Schluss: Für real existierende Antideutsche gelte ich als böser "Antiimp".