Donnerstag, 19. August 2021

Roter Morgähn

 

Der Webauftritt.
Zu diesem Thema hab ich schon länger keinen Text mehr geschrieben. Warum das? Nun irgendwann werd auch ich müde, diesen Irren hinterherzurennen. So wichtig seid ihr auch nicht, im Gegenteil. Und ich hab auch Sinnvolleres zu tun. Nun ja, das Netz ist voll von Unsinn und warum nicht auch der Verein? Dann in die Tasten gehauen.

Das ‚Rote Jahrzehnt‘ hat so einiges hinterlassen und einiges davon will einfach nicht verschwinden. Eines davon ist die KPD/ML und der Rote Morgen. Eigentlich existiert diese Kleinpartei schon lange nicht mehr, die letzten Genossen weigern sich aber standhaft das Licht auszumachen. Standhaft oder Altersstarrsinn? Da lassen wir einen von der Redaktion dieser Zeitung mal selbst zu Wort kommen.

 „Ich bin nun 65 Jahre alt und seit meinem 17. Lebensjahr Kommunist. Das prägt, bedeutet aber auch das ich nicht von vorn herein die richtige Meinung hatte, die hat sich erst im Klassenkampf entwickelt …..“

Einer der letzten Übriggebliebenen der ruhmreichen KPD/ML? Das wird's sein, einige alt gewordene vom damaligen Fußvolk. Treudoof bei der Stange geblieben, und blicken bis heute mit Verachtung auf die ‚beredsamen‘ Intellektuellen, die angeblich die Partei ruiniert haben. Tatsächlich haben genau diese Intellektuellen, die aus der 68er Bewegung kamen und ohne die es dieser Verein nicht einmal bis zur Sekte gebracht hätte, diesen Verein erst zu einer Kleinpartei gemacht. Nur irgendwann haben auch sie die Kurve gekriegt, wie man so sagt und kapiert, die ganze Veranstaltung hat keine Zukunft.
Und zwar lange bevor diesen Verein mit dem Ostblock das Feindbild wegbrach, mit China ein Fixpunkt und mit Albanien endgültig der Bezugspunkt in der Gegenwart. Aber wir machen keine Fehler, es ist die Wirklichkeit die sich irrt.
Nun wer heute dabei ist, hat seine Lebensaufgabe darin gefunden, die ‚Lügen‘ über Stalin mit Propagandatexte aus der Vergangenheit zu bekämpfen. Oder auch am Geschichtsbild des Vereins zu basteln. Naheliegenderweise auf Wikipedia.

Zur Theorie der drei Welten

Hier geht es um den Wikieintrag zum Thema. Und wie man so sagt, Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. Ist ja soweit alles schön und gut und auch die Verweise auf diverse Veröffentlichungen der ML Parteien, die sich mal gegen diese Theorie ausgesprochenen haben, sei ihnen gegönnt. Doch die Drei Welten Theorie ist Bestandteil der Theorie, wonach die Sowjetunion nach Chruschtschows Geheimrede revisionistisch wurde. Dies bildete den ideologischen Überbau für die Kirchenspaltung, die tatsächlich machtpolitische Gründe hatte.
Das diese Theorie lange Jahre die Politik der ML Sekten bestimmte, wird in dem Text verschwiegen. Warum? Ist einigen bis heute peinlich? Vor allem Vertreter der KPD/ML an deren derzeitiger Existenz man durchaus zweifeln darf, scheinen daran ein Interesse zu haben. Als wären sie Widerstandskämpfer gegen den Maoismus gewesen.
Was sie dabei übersehen, sie verdanken dem Maoismus überhaupt ihre Existenz. Die KPD/ML als eine der ersten Abspaltungen vom traditionellen Kommunismus, hätte es ohne die Ideologie Maos nie gegeben. Und die Grundlagen dieser Politik gegen den ‚Sozialimperialismus‘ haben sie ebenfalls mit Feuereifer vertreten. Wollen einige Politrentner die Geschichte neu schreiben? Genauer gesagt, ihre Geschichte? Ja sicher, wer möchte als ehemals Beteiligter nicht gut dastehen? Deswegen haben Historiker auch so ihre liebe Not mit Zeitzeugen und ihren Erinnerungen. Sie setzen eher auf dokumentierte  Schriften, die sich nicht einfach umschreiben lassen, wie Erinnerungen, die mit der Zeit überlagert werden.
Wobei man nicht übersehen sollte, das die Abkehr von der Drei Welten Theorie keineswegs eine eigenständige Entscheidung darstellte, sondern nur dem Bruch zwischen China und Albanien folgte.
Dafür nichts Neues unter der Sonne. Hinterher will niemand an den Dummheiten beteiligt gewesen sein und es schon immer besser gewußt haben. Nein, ich will nicht meckern. Wikipedia ist wirklich wunderbar und wir sollten froh sein, das wir es haben. Doch das ist kein Grund unkritisch zu werden. Nicht alles vorbehaltlos glauben, nur weil es auf Wiki steht.

Die Verdienste der Partei dürfen nicht vergessen werden. So der Kampf gegen den ‚Chinesischen Revisionismus‘ auf dem sie noch heute stolz verweisen. Als wenn das eine eigenständige Entscheidung gewesen wäre, wer s glaubt. Nichts weiter als Parteinahme für Albanien. Kommiparteien zeichnen sich meist dadurch aus, sich nach einen Zentrum auszurichten. Das war früher Moskau, dann kam Peking als Alternative dazu und Tirana, nachdem die Leuchtfeuer ausgebrannt waren. Die aktuellen Staaten die noch irgendwie den Sozialismus als Staatsdoktrin führen, wie Kuba oder Vietnam, eignen sich nicht als ideologisches Leitbild. Und so bleibt als ideologisches Zentrum heute die Vergangenheit. Das haben sie mit den Trotzkisten gemeinsam, die ja ebenfalls ihren ideologischen Fixpunkt in der Vergangenheit verlegt haben.
Ja und was hat dieses ideologische Irrlicht noch so zu tun? Geschichtsrevisionismus zu  betreiben und Stalin reinzuwaschen.


 „Der Antistalinismus ist die Torheit der gegenwärtigen Epoche und besonders widerwärtig, weil viele Linke und auch Kommunisten die Lügen, Verdrehungen und Halbwahrheiten über Josef Stalin für bare Münze nehmen, ohne zu überprüfen, ob es stimmt.“

 
Na da haben wir ja was zu tun. Wenn schon Linke ihren Glauben an Stalin verloren haben, dann hat die kapitalistische Propaganda ja ganze Arbeit geleistet. Oder waren es sogar Kommunisten die irgendwann genug hatten, von den Lügen über die Schauprozesse. Denen die gespenstischen Selbstbezichtigungen irgendwann zu irreal wurden. Es fehlte nicht an Intellektuellen, die sich für die Propaganda hergaben und genau deren Texte werden bis heute von den Geschichtsrevisionisten ausgegraben und der Netzwelt als Wahrheit verkauft.
Und nicht zu vergessen, das Unglück der Entstalinisierung, das sie bis heute betrauern. Die Geheimrede Chruschtschows ist bis heute der Sündenfall und ein gemeinsamer Fixpunkt aller Marxisten/Leninisten jenseits Moskaus. Ein Blick in die empfohlene Literaturliste bestätigt es.
Die unkritische Selbstbeweihräucherung dagegen ist eher unfreiwillig komisch. So etwa.

 „ROTER MORGEN – Die meisten Menschen die diesen Namen schon einmal gehört haben verbinden damit eine konsequente Berichterstattung über die soziale Lage des  Proletariats und eine kompromisslose Anklage und Aufdeckung der Machenschaften des modernen Revisionismus.“

Wer diesen Namen gehört hat, muß heute schon nachschlagen, was es damit auf sich hat. Wer noch konkret was damit verbindet, ist mittlerweile etwas in die Jahre gekommen und falls er oder sie mal selbst daran beteiligt war, da möchten die meisten gar nicht daran erinnert werden. Etwa so, wieso hast diesen Quatsch mitgemacht? Hast echt geglaubt, so was verändern zu können?
Eine Minderheit hat versucht darüber öffentlich Rechenschaft abzulegen und einige Bücher geschrieben, die sich der Renegatenliteratur der vom Stalinismus ernüchterten Genossen anschließt. Bücher die diese Übriggebliebenen sofort aus dem Verkehr ziehen würden, wenn sie nur könnten. So schreibt sogar in ihrer Kommentarspalte jemand.

 „Schon klar, alles gelogen. Und das ZK aus Lenins Zeiten, das die Oktoberrevolution geleitet hat, ist in hohem Alter friedlich im Bett verstorben.“

Das hätte es früher nicht gegeben. Solche ketzerischen Zeilen duldet die Redaktion in ihrem Blog? Was nur eines zeigt. Dieser Zeitungsblog (für ne Webseite reicht's nicht mehr? ;-) scheint sich in der Netzwelt eines ziemlichen Desinteresses zu erfreuen. Da ist die Redaktion naturgemäß glücklich über jede Form der Beachtung. So ein Satz als Leserbrief seinerzeit? Undenkbar.  

„ Diese Partei hatte grandiose Erfolge bei der Mobilisierung der Werktätigen ….“

Der ist auch noch gut. Wenn in den Geschichtsbüchern darüber nichts zu lesen ist, dann liegt das natürlich nur an den Lügen bürgerlicher Historiker, die alle glänzenden Erfolge der Partei verschweigen. Ironie Ende.

Noch mehr davon? Bitte sehr.

 „Der Herausgeberkreis dieser Onlinezeitung orientiert sich an Marx, Engels, Lenin und Stalin. So wie an Thälmann, an der Großen Polemik über die Generallinie gegen den ChruschtschowRevisionismus seitens der Chinesischen- und Albanischen Genossen, an den Kampf der Marxistisch-LeninistischenBewegung gegen den Breschnew-Revisionismus und seine Nachfolger, an den Kampf der KPD/ML unter Ernst Aust gegen Revisionismus und an den Kampf der illegalen KPD/ML in der DDR gegen den Ulbricht/HoneckerRevisionismus.


Wer das ernst nimmt, dem ist nicht mehr zu helfen. Besondere Verachtung …. ähm, Beachtung verdient hier der ‚Kampf der illegalen KPD/ML, die selbstverständlich illegal war. Was auch sonst? Eine Legale KPD/Ml konnte es nur in der BRD geben. In der DDR so einen Verein zu gründen war schlicht und ergreifend verantwortungslos und die Narren, die sie dafür gefunden haben, bezahlten dafür mit langen Haftstrafen und kamen ironischerweise vorzeitig frei, als die DDR zusammenklappte. Eine kritische Aufarbeitung ist freilich von solchen Leuten nicht zu erwarten. Siehe auch: Kpd/ML Ost

Und das hier läßt sich auch noch dokumentieren.

"Beschäftige dich doch mal mit der Zeit dazwischen, Das z.b. Trotzki ein Verräter war, ist doch belegt (s. seinen Verrat in Brest-Litowsk und die Prozessakten, der sogenannten Schauprozesse zeigen eindeutig, dass die anderen Mitglieder des „ZK aus Lenins-Zeiten“, sich zu Feinden der Revolution entwickelt haben. Ende der Diskussion. Alles andere ist bürgerlich-kapitalistische Geschichtsfälschung."

Sowas auf einen vorgeblich linken Blog lesen zu dürfen ist schon mehr als daneben. Unbeeindruckt von jeder Geschichtsforschung wird die alte Propaganda rezitiert. Na klar, Bürgerliche Geschichtsfälschung. Ja so haben viele seinerzeit unerwünschte Fakten entsorgt und dann konnte man munter weiter an die Ideologie glauben.



Freitag, 15. Januar 2021

Märtyrerkult

 Peter Weiss
Che Guevara
Kursbuch 1968


Als wir vom Tode Ches erfuhren, war unser erster Gedanke: Mußte er sterben, gerade jetzt, wo er unentbehrlicher geworden war denn je? War da keine Hilfe und kein Entsatz……. Es erhob sich die Frage: hat er sich geopfert? Hat er das Los eines Märtyrers gewählt?

Wir können keine Heiligen brauchen. Wir lehnen die mystische Verehrung ab, die den Opfertod mit einen Glorienschein umgibt. Wir weisen das Christusbild zurück, die Kreuzabnahme, das Warten auf die Auferstehung. Was bleibt ist Ches Tod, der Verrat an ihm, der Hinterhalt, ein zerfetzter Leichnam.
Sind wir mitschuldig an diesem Tod? Sind wir die Verräter? Oder waren wir nur in unseren Alltag Befangene, Gleichgültige, getrost und unbekümmert um jene ferne Revolution? Haben wir es vermieden, Stellung zu nehmen? Und warum haben wir es vermieden? Vielleicht, weil das Feld, auf dem er sich schlug so weit entfernt liegt?


Interessant nicht? So lange ist das wieder her. Und wozu zitiere ich diesen Auszug? Natürlich gibt es einen Grund. Betrachten wir die Linke in der BRD, plus Gesamtdeutschland. Seit Benno Ohnesorg gibt es eine lange Liste von …..? Ja wie sollen wir sie nennen? Märtyrer? Kaum. Sie sind nicht für irgendeine Sache gestorben. Keiner ging zur Demo mit der Absicht zu sterben. Oft waren es Unfälle, oder die berühmte Verkettung unglücklicher Umstände. Gelegentlich auch Überreaktionen. Polizeischüsse waren eher die Ausnahme, im Gegensatz zu anderen Weltgegenden, wo Todesschüsse zum Alltag gehören. Berlin, Genua aber sonst passierte es eben in dem Chaos oder rücksichtsloses (Günter Sare) Vorgehen und hinterher konnte man sagen, niemand wollte es. Natürlich reagierte die linke Szene stets nach solchen Todesfällen mit militanten Demos. Nicht immer, wohlgemerkt. Auf Wiki gibt es eine Namensliste und da sieht man, wenn keine direkten Schuldigen auszumachen waren, dann kommt es nicht zwangsläufig zur fälligen militanten Demo. Nachdem die Scherben zusammengekehrt waren, kam der Versuch der Aufarbeitung und trotz der Aussichtslosigkeit machten sich stets welche die Mühe, juristisch zu klagen. Auch wenn man weiß, es bringt wenig, war es wichtig, wenigstens den Versuch zu machen.
Soweit erstmal. Doch was fangen wir mit der Namensliste an? Mit einer mystischen Verehrung konnte sich die neue Linke nie anfreunden. Gut, ihre Namen wurden Teil des linken kollektiven Gedächtnis. Sie sollten nicht vergessen werden. Ja und was noch? Ohnesorg starb am 2. Juni. Eine bewaffnete Gruppe benannte sich nach diesem Datum. Doch davon abgesehen, das genaue Todesdatum von Olaf Ritzmann oder Klaus-Jürgen Rattay steht auf Wikipedia. Siehe: Liste von Todesopfern bei Demonstrationen in der Bundesrepublik Deutschland. Die Linke hat keine Gedenktage hervorgebracht. Den einzigen allgemeinverbindlichen Gendenktag, den sie übernommen hat, ist der 1. Mai.
Ja dazwischen gab es immer wider Versuche an diverse Namen zu erinnern. Darunter auch etliche die im Zusammenhang mit RAF und bewaffneten Kampf starben. Doch so kontinuierlich ging es eben nicht. Neue Generationen kamen dazu und denen bedeuteten die alten Namen wenig. Um das mal zu verdeutlichen. Was können heutige Klimakids mit den Namen Holger Meins anfangen oder Conny Wessmann? Eben.
Geschichtlich betrachtet hat man gerade in Deutschland nicht die besten Erfahrungen mit Heldengedenktagen und Märtyrerkult. Der war fester Bestandteil im NS Staat. Das macht mißtrauisch.
Märtyrerkult war eher Sache ausländischer Gruppen und Parteien wie etwa der PKK oder diverser türkischer Gruppen die hier aktiv agitieren. Es wurde als spezifische Eigenart zur Kenntnis genommen.
Als es zur Beteiligung deutscher Linke an den Kämpfen in der Türkei bzw. im Kurdengebiet kam, machten einige den Versuch aus ihrem Tod einen neuen Märtyrerkult zu begründen. Und zudem ihre eigene Politik zu verbreiten. Ausgestattet mit der Autorität  eines Namens, dessen Tod nicht umsonst gewesen sein darf und verpflichtet, wurde agitiert. Wer Zweifel äußerte, dem wurden moralische Glaubenssätze entgegengehalten. Die hat sich für …. usw. Und du sitzt ja nur am Rechner. Welches recht hast du daher überhaupt den Mund aufzumachen. Mit solchen Scheinargumenten versucht man dann Kritiker zum Schweigen zu bringen. Siehe: EZB Demo
Nun es war ein netter Versuch, der nicht zuletzt daran scheiterte, weil er auf eine skeptisch gewordene Linke traf, die schon zu oft der eigenen Propaganda geglaubt hat und damit auf die Nase gefallen war. Das macht mißtrauisch, auch gegenüber den besten Absichten.

Mittwoch, 13. Januar 2021

Chinesischer Knoten

DKP macht auf jugendlich.
 Ein Mann aus Lu schenkte dem König Yüan von Sung einen Knoten. Der König ließ einen Befehl durch das ganze Land gehen, daß alle geschickten Leute kommen sollten, um [zu versuchen], den Knoten aufzulösen. Aber niemand vermochte ihn aufzulösen. Ein Schüler des [Redemeisters] Erh Shuo bat, sich ebenfalls an die Aufgaben heranwagen zu dürfen. Aber es gelang ihm nur, die eine Hälfte des Knotens zu lösen, die andere konnte auch er nicht aufbekommen.
Da sprach er: „Es ist nicht so, daß man [diesen Knoten] auflösen kann und nur ich nicht imstande bin, es zu tun, sondern er lässt sich überhaupt nicht auflösen.“
Man befragte den Mann aus Lu [von dem der Knoten stammte], und der sagte: „Ja, man kann ihn tatsächlich nicht auflösen. Ich habe ihn [selbst] gemacht und weiß daher, daß er nicht auflösbar ist. Aber einer der ihn nicht gemacht hat und doch weiß, daß man ihn nicht lösen kann, muß noch kunstfertiger sein als ich.“
So hat der Schüler des Erh Shuo den Knoten dadurch gelöst, daß er ihn nicht gelöst hat.

„Frühling und Herbst des Lü Pu -wei“ 4. Jahrhundert v. Chr.
Kursbuch 1979 Mythos des Internationalismus.


Wozu diese Einleitung? Thema ist der Kampf zweier Linien in der Kommunistischen Partei. In jeder Kommunistischen Partei, die dem Marxismus-Leninismus im Programm hat, ist dieser Kampf zweier Linien fester Bestandteil des Parteilebens. Der Richtungsstreit wird auch als Kampf zwischen Links und Rechtsopportunismus bezeichnet. Es gibt weitere Bezeichnungen, wie den Kampf zwischen der proletarischen und kleinbürgerlichen Linie oder Fraktion. Oder in der MLPD wird es als Kampf zwischen der bürgerlichen und proletarischen Denkweise verstanden.
Was ist darunter zu verstehen und wie kann man es beurteilen? Dies wurde auch als der Windmühlenkampf gegen alle Strömungen menschlichen Denkens bezeichnet. Reformistisch, Revisionistisch, Spontaneistisch, Kleinbürgerlich, Anarchistisch und was noch alles. Die Parteiführung ist Rund um die Uhr darum bemüht, die Partei steril und rein zu halten.
Und diese Auseinandersetzung wird mit viel Papier und Worten geführt, da ist es ist nicht einfach für die Beteiligten die Übersicht darüber zu behalten, um was es jetzt geht und wer nun warum zu welcher Linie gehört. Oder was gerade die richtige Linie ist. Meist eben die der Parteiführung, also der Zentralkomitees.
Nun werden Parteilinien oft in einer kryptischen Umschreibung verkündet, da fällt es nicht leicht die Frage zu beantworten, ist die Aussage die gerade verkündet wurde, jetzt links oder rechts, denn Das kann von Zeit zu Zeit wechseln. Wann ist etwas links oder rechts? Ist der verstärkte Einsatz und die Opferbereitschaft für die Parteipropaganda nun links oder kleinbürgerlicher Aktionismus? Auf die Bedeutung der Theorie zu verweisen kann heute als bürgerliches Verhalten der Intellektuellen gelten und morgen schon als wichtig für den Parteiaufbau oder auch umgekehrt. Vernachlässigung der Theorie zugunsten der Propaganda gilt dann als kleinbürgerlicher bewußtloser Aktionismus.
Ja, was denn nun? So haben sich schon viele der Beteiligten gefragt und im Zweifel besser geschwiegen und auf die Anweisungen der Führung gewartet.
Beim KBW etwa galt es als kleinbürgerlich, auf familiäre Verpflichtungen zu verweisen, etwa die Kosten für den Schulausflug der Kinder. Proletarisch war zu spenden, was man konnte. Für einige war da die Grenze erreicht. Schon aus der Geschichte der ML Sekten lassen sich etliche Fälle anführen, zumal sie sich ja alle Mühe gaben, die Kommunistische Partei möglichst original nachzustellen.
Aus der Geschichte kennt man die Auseinandersetzung zwischen Stalin und Trotzki und auch da fällt es nicht leicht herauszufinden, um was es genau ging. Oder was Trotzkismus  eigentlich ist, die von Stalin als die schändliche Strömung ausgemacht wurde. Darüber wurden lange Texte verfasst und trotz der Versuche dies konkret an Fällen wie der Revolution in einem Land oder der Permanenten Revolution festzumachen, so klar war es nie, wann man Stalinist oder Trotzkist war.
Und das war beabsichtigt. So konnten diverse Äußerungen oder auch nur Unterstellungen schnell dazu führen, das verdiente Genossen plötzlich als Trotzkisten dastanden und abgeurteilt wurden. Einschließlich der ‚Geständnisse‘ die zum Kennzeichen der Schauprozesse wurden. Das intellektuelle Niveau dieser Auseinandersetzungen war verwirrend gehalten und überforderte jeden Arbeiter oder Bauern. Daher schwiegen die auch besser und wann jemand als Trotzkist herausgedeutet wurde, dann war die Haltung, besser du als ich. Warum? Das verstand kein Mensch mehr.
So etwa lief es auch in China, vor allem bei der Kulturrevolution. Die ideologischen Kampagnen waren komplex und schwer verständlich. Schon weil man nie wußte, ob das, was heute galt, nicht schon morgen konterrevolutionär sein würde. Dies setzte sich in den folgenden Auseinandersetzungen zwischen den Fraktionen oder Parteiführern fort. Wen interessierte das? Nun naturgemäß die maoistischen K – Gruppen und ihre Vertreter hatten alle Mühe den Auseinandersetzungen zu folgen. Sie kamen nicht nur aus China, sie waren oftmals auch chinesisch in dem Sinne von unverständlich. Unverständlich für Außenstehende, für Insider oft nicht weniger. Und das war kein Zufall.
So blieb ihnen meist nur abzuwarten, wes sich durchsetzen würde und der hat eben recht. Warum? Frag nicht so blöd.
Was die Auseinandersetzung in den deutschen Parteisekten anging, immerhin waren sie in der Landessprache verfasst. Man hatte also Heimvorteil. Nützte aber wenig. Noch lange nach ihrem Verschwinden ist das Parteichinesisch auch von ‚Experten‘ nicht leicht nachvollziehbar. Für Normalsterbliche erst ziemlich unverständlich. Man fragt sich, um was ging es eigentlich? Um was haben die sich gestritten?
Ja und das ist genau der Punkt, an dem ich auf den Chinesischen Knoten verweise. Das ist die Lösung des Rätsels. Der ideologische Streit ist nicht auflösbar und soll es auch gar nicht sein. Es geht gar nicht darum, was nun falsch oder richtig an der Parteilinie ist, oder warum und wie. Es geht schlicht und ergreifend um Macht. Um die Frage, wer ist der Boss im Hühnerhof (wie das ein Radiomoderator treffend ausgedrückt hat), wer hat zu bestimmen und wer bekommt die Weibchen. Etwas vulgär ausgedrückt. Wir leben eben noch immer in der Affenherde und scheinen bis heute nicht von den Bäumen heruntergekommen zu sein. Könnt man fast glauben.
Also, der Kampf zweier Linien ist ein unauflösbarer Knoten und das ist Absicht. So kann man die Parteigenossen beschäftigen und dafür sorgen, das sie funktionieren und nicht noch selbst anfangen zu denken. Dann könnten sie ja Führung und Dogmen hinterfragen und das wär der Anfang von Ende.
War es auch. Als die Parteien auf der Stelle traten und nichts erreichten, fingen einige langsam an selbstständig zu denken und Fragen zu stellen. Und erst dann begannen sie sich aus dem ideologischen Bann zu lösen.
Der Ideologische Kampf zweier Linien. Nicht alle könnten sich davon befreien. Und so gibt es heute online noch einige Spinner, die dem geneigten User dieses Zeug auf ihren Seiten allen Ernstes verkaufen wollen.



Montag, 21. Dezember 2020

Gechlechterkrieg

Heißt eigentlich Flint und Flinta soll die Mehrzahl sein. ;-)))

Es gab eine Zeit, da gab es Männer und Frauen und a Ruah war. Doch seit geraumer Zeit ist das nicht mehr so einfach. Seit der neuen Gendertheorie haben sich die Geschlechter vervielfacht und es ist gar nicht so einfach da noch die Übersicht zu behalten. Es kommt einen gelegentlich vor, als würde alle paar Tage ein neues Geschlecht entdeckt das man vor Diskriminierung schützen muß.

Und bisher wurde wenn zu einer Demo aufgerufen wurde, davon ausgegangen, jeder der dem Inhalt zustimmt, ist aufgerufen. Nach Geschlecht, Alter, Hautfarbe oder Automarke wurde nicht gefragt, oder daß bestimmte Verhaltensweisen oder Eigenschaften als Voraussetzung für eine Teilnahme vorgegeben wurden. Das könnte sich beizeiten ändern und dann muß man schon sehr genau hinsehen, ob man überhaupt erwünscht ist.

Auf Plakaten wird zu einer Demo aufgerufen und es geht irgendwie um Gewalt gegen Frauen. Soweit so gut erstmal. Doch dann steht da, Flinta s only.
So? Ähm ja? Was soll das wieder sein?
Zum Glück kann man (sic) sich im Internet schlau machen. Und da kann man es lesen. Flinta hat nichts mit Flinte zu tun. Hätt ja sein können, nein, nicht wirklich, mußt nicht gleich die Flinte auspacken, auch wenn man grad mal auf so ne Idee kommen könnte. F steht für Frauen aber eben nicht einfach Frauen sondern Cis Frauen, also heterosexuelle Frauen sie sich als Frauen fühlen. Das L steht für Lesben. (dürften ja auch Frauen sein) Das I für Intersexuelle was immer man sich darunter vorzustellen hat. Echt ist das komplex. Und das N? Das sind Nicht-binäre Personen und hat nichts mit binäre Zahlen zu tun, kann man sich schon denken. Das sollen die sein, die sich weder dem einen noch dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen? Glaubst es? Ja und das T steht für Transgender.
Was ist mit den Männern, die sich für Männer halten, weil sie ….. nun weißt schon, damit auch nie Probleme hatten und sich fragen, was das alles werden soll wenn s fertig ist? Na was wohl. Die sind der Feind, der Unterdrücker und der Abschaum und damit unerwünscht. Die sind an allem schuld. Oder seh ich schon Gespenster und leide unter Paranoia?
Für mich war es das erste Poster, in dem zu einer Aktion aufgerufen wird und man muß schon genauer hinsehen, ob man zu denen gehört, deren Anwesenheit überhaupt erwünscht ist. Früher gab es halt Frauendemos, oder die Walpurgisnacht. Da war aber klar, Männer sind nicht erwünscht und zumeist hatte niemand ein Problem damit. Und es war eindeutig definiert. Männer eben. Keine weiteren Fragen nötig.
Frauendemos waren die Ausnahme, sonst waren Demoaufrufe zumeist an alle gerichtet, welche die Inhalte der Demo unterstützen wollten, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft, welche Stellungen sie im Bett bevorzugten, oder Speiseplan und was noch alles.
Doch heutzutage scheint das nicht mehr so eindeutig. Die Geschlechter werden aufgefächert und da gibt es nicht mehr einfach Männer und Frauen. Und es gibt neue Abkürzungen da mußt erstmal nachsehen was die bedeuten sollen.
LGBTIQA ist so eine unaussprechliche Wortschöpfung und heißt? Lesben, Gays, Bisexuelle, Transsexuelle, Intersexuelle, Quere und Asexuelle.
Wobei Asexuell so definiert wird.

A-sexuelle Personen (Personen ohne /mit wenig sexuellem Verlangen), A-romantische Personen (Menschen die keine/wenig romantische Anziehung verspüren) und/oder A-gender (Personen, die sich keinem Geschlecht zuordnen)

Schwirrt dir schon der Schädel? Verständlich. Und A-romantische Personen? Nie gehört sowas. Unromantische Personen? Da dachte man bisher an eher nüchterne Leut, die sich bei Kitschfilmen langweilen und die man mit Arztromane jagen kann. A-gender Personen. Die sich keinen Geschlecht zuordnen können? Böse Menschen würden da raten, Hose runter und nachsehen. Doch es geht ja nicht um die Biologie des Geschlechts. Ja um was dann? Männer können sich Frauenkleider anziehen und wirken darin äußerst lachhaft, bleiben aber trotzdem Männer.
Es war sicher einiges an Stress und Ärger nötig, bis Frauen auch Jeans tragen konnten. Nun können sie es. Doch dabei ging es nie um die Frage, daß sie damit keine Frauen mehr wären. Solche Vorstellungen wären ihnen seinerzeit auch völlig verrückt erschienen. Und solche Forderungen wurden auch nie gestellt. Doch mittlerweile scheinen wir in verrückten Zeiten zu leben. Zumindest, seit einige ihre verrückten Ideen als Politik verkaufen wollen und zudem noch als linke Politik.
Befindet man sich da als Altlinker nicht mehr auf der Höhe der Zeit und gehört zum alten Eisen? Könnt man fast glauben. Aber nur solange, wie man daran glaubt, diese Irren würden alle vertreten und seien die Speerspitze des gesellschaftliche Fortschritts. Denn darauf basiert schon immer die Vorherrschaft einiger Gruppen, das sie der Mehrheit einreden, sie seien die Mehrheit und vertreten die bestimmende Meinung.
Warum? Weil sie das lauteste Geschrei machen. Davon lässt man sich leicht beeindrucken. Ist wie in der Werbung.
So und damit sich auch kein Mann auf so einer Demo verirrt hier nochmal.
Insbesondere nicht gemeint sind im Kontext von:

LGBTQI* heterosexuelle cis Männer (also cishet Männer) bzw.
FLINT* cis Männer.


Soll heißen, Männer die Fußball sehen, Bier saufen, und auch sonst alle Klischees erfüllen. Kleiner Scherz. Oder doch nicht?  Mit cishet Männer sind wohl hetreosexuelle Männer gemeint, die es auch sein wollen? Echt, da kannst durchdrehen.

Auch wenn nicht ausdrücklich erwähnt, gemeint ist der weiße europäische/westliche Mann. Und du weißt schon auf wen der Finger zeigt. Muß man sich diesen Quatsch antun? Haben die Irren bereits die Macht übernommen und keiner hat s gemerkt? Wär ja denkbar. Doch es geht noch weiter.

Die Abkürzungen FLINT* bzw. Frauen und LGBTIQA* bezeichnen also die Personen, die im Patriarchat diskriminiert werden.

Aha, darum geht es. Das Patriarchat. Halt, nicht ganz. Das Patriarchat in denen der Mann die Beine hochlegt und die Frau rackert, ist dann nicht gemeint, wenn dieser Mann von dunkler Hautfarbe ist, aus Afrika kommt und sich genau so verhält, weil das in seiner Kultur so üblich ist. Kann man dem nicht zum Vorwurf machen, er kann nichts dafür. Das Patriarchat der Moslems mit der klaren Stellung von Mann und Frau ist auch nicht gemeint, denn wir wollen ja keine Rassisten oder Islamophob sein. ;-))) Marokkanische Frauen denen selbst volljährig die Menschenrechte verweigert werden, werden nicht diskriminiert. Wer kommt denn auf sowas? Die Migranten und das Volk mit Migrationshintergrund die eher traditionelle Geschlechterrollen vertreten, muß sich nicht angesprochen fühlen, die stehen unter Artenschutz. Irgendwas passt da nicht zusammen.

Genau, es ist offenkundig. Es handelt sich um eine Veranstaltung von weißen intellektuellen Feministen und Männerhassern. Da sollte sich niemand wundern, wenn wieder einmal der weiße, europäisch/westliche Mann das Feindbild darstellt, selbst wenn er von Hartz 4 lebt.

Und hier noch eine Fundsache aus den Tiefen des Internets.

Wichtig ist durchaus der Unterschied zwischen der sexuellen Orientierung (LGBA) und der Geschlechtsidentität (FINTQ). Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierung haben erstmal nichts miteinander zu tun,


Wieder so unaussprechliche Bezeichnungen. Wie soll man sich das vorstellen? Frauen die auf Frauen stehen sind lesbisch, aber nach wie vor Frauen. Würde ich jetzt mal vermuten, ich könnte mich irren, wer weiß?
Unter LGBT gibt einen Wikieintrag, kann man sich schlau machen, ob man s danach ist, ist ne ne andere Frage.
Und weiter mit dem Irrsinn.
Als Linker gehört mensch nicht automatisch zu „den Guten “!
Fragt so ein Spinner und selbsternannter Gutmensch. Und so schreiben nur Idioten. Man heißt das und ich weigere mich dieses Neusprech mitzumachen. Ok, dann gehör ich als Linker nicht automatisch zu den Guten. Gehör ich überhaupt noch zu den Linken? Um zu den Linken zu gehören, muß man heute schon eine ganze Menge an Regeln und subtilen Grenzen beachten. Brauchst schon n fettes Buch mit Verhaltensregeln. Was man heut alles nicht darf. Ok, dann gehör ich eben nicht mehr zu dieser Linken.
Nichts Neues unter der Sonne. Früher war man bereits Kommunist wenn man Marx buchstabieren konnte. Für die Rechten war man schnell Kommunist und die fackelten nicht lange. Doch in der Welt der Kommunisten war das nicht so einfach. Du glaubst du bist Kommunist? Könnt ja jeder kommen. Nein, da mußte man sich erstmal positionieren, den richtigen Standpunkt einnehmen und die feinen Unterschiede kennen, zwischen Revolutionär und Revisionist. Anhand festgefügter Dogmen entschied sich, ob jemand Reformist, Sozialist, Anarchist, Utopist, Trotzkist, Maoist, Versöhnler, Leninist oder sonst was für n ...ist ist. Heute entscheidet die aktuelle Kenntnis (und Zustimmung) der neusten Gender und Rassentheorien und nicht zu vergessen der Refugees, ob man noch zur Linken zählt. Da kann ich nur raten, vor dem lesen linker Webseiten, bitte Gehirn abschalten.

Für linke Menschen scheint es z.T. schwierig zu sein, Ansätze wie kritisches weißsein …… zu verstehen. Warum muss ich jetzt auch noch das Wort cis-Mann benutzen?


Weil sich das einige Spinner so ausgedacht haben und über andere bestimmen wollen. Weil sie definieren wollen, wer dazu gehören darf und wer nicht. Könnt ja sein, daß sie mal an der Disco abgewiesen wurden und seitdem traumatisiert sind. Nun wollen sie bestimmen, wer rein darf und wer nicht.
Kritisches weißsein? Bitte was? Soll ich mich jetzt für meine Hautfarbe schämen? Na wenn das mal kein Rassismus ist. Oder für meine Privilegien als Weißer? Früher waren's die Privilegien als Student und der kleinbürgerlichen Herkunft. Sorry, jeder kann Dummheiten machen, aber nur einmal.

Denn es ist ein Privileg von weißen Menschen sich nicht mit Rassismus beschäftigen zu müssen.

Ja und warum sind es dann weiße Menschen die Rassismus thematisieren? Hab ich was mißverstanden? Hätte ich besser den Rassismus ignorieren sollen? Was geht's mich an? (Übrigens, auch mit weißer Hautfarbe lernt man Rassismus kennen, da können so manche Volksgruppen was erzählen) Ich weiß doch wie der Dank aussehen wird. Genau so. Du tust nicht genug, du kapierst nichts, du tust nichts gegen deine eigene rassistischen Strukturen, du profitierst selbst vom Rassismus und so weiter. Ich kenn doch das Spiel. Sie sind nie zufrieden. Irgendwas ist immer.
Da hilft nur die Notbremse zu ziehen, sonst wirst irre.
Wie das? Na deswegen. Werfen viele Linke nicht den Israelis Rassimus vor? Israel ist ein Apartheitsstaat, sagen sie. Ja, könnte sein. Und wenn? Einen gewissen Grundrassismus wirst aus dem Menschen nicht rausbekommen. Klingt bitter, aber man muß es einfach akzeptieren. Und damit umgehen können. Will man diesen so wie die selbsternannten Antirassisten beseitigen und ausmerzen, dann endet man in letzter Konsequenz im Zwangssystem mit Lager und Sibirien. Haben wir ja bereits ausprobiert. Der neue Mensch, antikapitalistisch, antirassistisch, antiimperialistisch und antisexistisch, ist dabei nicht herausgekommen. Und wie komm ich jetzt auf Israel? Na rat mal. Gerade von ihnen wird absolutes Wohlverhalten verlangt. Etwas müssen sie doch aus der Geschichte gelernt haben. Ja was bitte?
Schaut man sie diesen fanatischen Antirassismus so an, man erkennt schnell die Züge einer Denkweise, die Zwischentöne und Vielfalt nicht aushält und die Menschen einheitlich formen will. Schon die Inquisition hatte genau dieses Ziel und jedes Gewaltsystem war darauf bedacht, alles zu vereinheitlichen und was nicht reinpasste, zu vernichten.
Ja sicher, politische Bewegungen neigen zur Übertreibung und zu radikalen Aussagen um sich Gehör zu verschaffen. Wie in der Werbung, die ja auch übertreiben muß um ihre Produkte anzupreisen. Doch genau da weiß man, das ist nicht so gemeint und muß man auch nicht  so ernst nehmen.
Was also hindert uns daran, diese Erkenntnis auch auf die Politik anzuwenden? Um dann  diesen selbsternannten Erziehern der Menschheit klarzumachen, ey Freunde, beruhigt euch mal.

Um nicht missverstanden zu werden. Ich hab nichts mit der sogenannten Männerrechtsbewegung zu tun, die in Netz ihre verstaubten Vorstellungen verbreiten. Frau an den Herd und zurück zur guten alten Zeit. Diese vorgeblich antifeministischen Seiten sind kontraproduktiv. Sie setzen jeden unter Distanzierungsdruck, der den Feminismus als menschenverachtende Ideologie ablehnt und kritisiert, gleichzeitig aber erklären muß, mit diesen vorgeblichen Männerrechten nichts zu tun zu haben.
Aber andererseits auch die Nase voll davon hat, sich permanent Asche auf s Haupt zu streuen.
Die Erkenntnis, dass auch ich ein Sexist und Rassist bin, ist nicht schön. Aber sie hilft auch!
Mir nicht. Ok, dann bin ich eben sowohl als auch. Erinnert mich an alte Zeiten, als es darum ging den Standpunkt der Arbeiterklasse einzunehmen und sich von seinen kleinbürgerlichen Privilegien zu reinigen. Und was war das für ein Drama, um einzelne Worte, Halbsätze und kleinbürgerliches Denken oder beharren auf die kleinbürgerlichen Vorrechte die es zu bekämpfen galt. Das war derart komplex, kein Arbeiter hätte das verstanden, aber der mußte das auch nicht. :-))
Und jetzt wieder. Statt Kleinbürger ist es nun die Hautfarbe. Wieder mal ein komplexes System von Selbstvorwürfen und Selbstkritik mit deren Hilfe aus dem weißen linken Rassisten, ein Verbündeter der coloured People (Korrekt ausgedrückt? Hä? Wieso sind die farbig? Grün und Blauhäutige leben nichtmal im tiefsten Afrika) werden soll. So wie aus dem durch Selbstkritik und Partei umerzogenen Kleinbürger ein Verbündeter der Arbeiterklasse werden sollte. Wohlgemerkt ein Verbündeter, kein Arbeiter. Denn der Rest an kleinbürgerlichen Kern und Herkunft verschwindet einfach nie.
Und das ist es. Es ist aussichtslos. So wie der Intellektuelle und Kleinbürger nie zur Arbeiterklasse gehören wird, da kann er sich auf den Kopf stellen, wird der linke Weiße im Kern immer ein Rassist, Sexist und Privilegierter bleiben.
Woraus folgt. Wenn ihr so blöd seid, ok ist ja nicht verboten, aber hört auf andere blöd zu machen.
Man muß wohl schon etwas älter sein um diesen Zusammenhang zu bemerken. Jüngere haben diesen Irrsinn der ML- Zeit ja nicht mehr erlebt. Zu schade auch, wenn sie mal die alten Texte der Selbstkritik und Selbstzerknirschung lesen würden, sie würden sich wundern, wie sich die Inhalte gleichen.

Diese Erkenntnis ist ziemlich anstrengend. Insbesondere für linke, weiße Männer (aber im Kontext von Rassismus auch für linke, weiße Frauen). Schließlich sind wir es gewohnt uns als „die Guten“ zu betrachten. Und zu erkennen, dass ich diese „systemische Arschlochposition“ also die Position des Aggressors habe, ist nicht leicht. Die Abwehr diese Position anzuerkennen ist enorm. Einfacher ist es auf jeden Fall solche Aspekte als Nonsens abzutun, gegen Nazis (also andere) zu sein und sich nicht mit eigenen Sexismen und Rassismen auseinander zu setzten.


Ach ja, kennt man aus der Psychologie. Deine Abwehrreaktion beweist nur, das die Analyse zutrifft. Soll heißen, Widerstand ist zwecklos. Gib gleich zu, das du ein Rassist und Sexist bist. Du bist ein Sünder, leugnen ist zwecklos.
Ja eben, nicht zufällig erinnert dies an das Christentum. Ja wenn du ohnehin ein Sünder bist, dann lasst uns sündigen, dem Himmel kündigen und nur noch sündigen.
Und wenn ich mir die Anstrengung erspare stets mein Verhalten und meine Äußerungen bei jeder Gelegenheit auf möglichen Rassismus zu überprüfen und sofort Abbitte zu leisten, dann bin ich eben fröhlicher Rassist. Oder ein einfältiger Mensch, der sich einbildet nicht rassistisch zu sein und damit ganz gut leben kann? So wie die Mehrheit der Linken seinerzeit. Die dachten es reicht doch wenn sie zwischen Frolic und Frolinat unterscheiden können. Ob das heute noch jemand kapiert?
Diese ganze Rassismusveranstaltung erinnert nicht nur an die berüchtigte Selbstkritik aus ML-Zeiten, sie erinnert genauso an ein gestrenges Christentum. Na da hättest auch gleich in der Kirche bleiben können.

Den sollte ich auch noch einfügen.

…… Zumindest, wenn ich davon ausgehe, dass die Solidarität von Linken für alle Menschen da ist. Insbesondere von sich als links identifizierenden cis-Männern (und teilweise auch cis-Frauen) bekomme ich aber sehr viel Widerstand, selbst wenn ich nur das Wort cis-Mann (oder auch Feminismus) benutze.


Was für mich deutlich zeigt, wenn ich mir die Frage stelle, bin ich der einzige Verrückte unter lauter Normalen? Offenbar nicht. Es gibt auch unter den Linken immer mehr, die genervt sagen, ich kann s nicht mehr hören.
Hatten wir schon mal in Berlin. Als die autonom/antiimp Szene mit ihren Flyern nervte. Kein Aufruf ohne die notorischen gegen Kapitalismus, Rassismus, Sexismus, Patriarchat  und was noch für Plagegeister. Gestandene Linke, die vieles mitmachten, die Demomeilen nicht mehr zählten wandten sich entnervt ab und genau mit diesen Worten, gedacht oder laut ausgesprochen. Ich kann es nicht mehr hören.
Und genau so reagieren viele auf die derzeitige Propaganda und sie haben recht. Ist so wie seinerzeit mit den hungernden Negerkinder, (Was is n das für n Rassismus? Nein, nur n Originalzitat) so ich hab was gespendet und jetzt lass mich in Ruhe mein Bier saufen. So etwa.

Abschließend dieser ketzerischer Gedanke.
Was ist mit Frauen die auf Männer stehen, sind das noch Frauen? Sollte man (sic) naiverweise mal annehmen. Was auch sonst? Wer weiß? Es könnte ja sein, das sind gar keine Frauen mehr sondern Verräter am eigenen Geschlecht. Weiß ich‘s? Diesen Irren trau ich mittlerweile alles zu. Ja klar, sie wollen mal wieder die ganze Welt auf den Kopf stellen. Alles soll anders werden. Die Heteronormale Welt ist das Feindbild. Das heteronormal auch das vorherrschende Gesellschaftsbild bei unseren dunkelhäutigen Freunden ist und alles davon abweichende bei vielen sogar verhasst ist, (in ihren Herkunftsländern sogar strafbar, bis hin zur Todesstrafe) da stört die Realität noch etwas.
Der Weiße Europäisch/westliche Heterosexuelle Mann hat lange genug gewütet und die Welt an den Rand des Abgrunds geführt. Wird Zeit das Kommando an afrikanische Warlords und Islamistische Mörderbanden zu übergeben. Oder wie wär‘s mit Klitorisbeschneiderinnen (hier stimmt die Endung, da es sich um Frauen handelt, die diese ‚Operation‘ durchführen) und Kindersoldatenrekrutierer? Warum nicht gleich an die Kopfabschneider vom IS? Oder dürfen's asiatische reiche Trottel sein, die an Medizin aus Nashornpulver glauben und die Viecher an den Rand der Ausrottung gebracht haben? Oder marokkanische Geschwistermörder, wie wär‘s?
Was sind denn das für rassistische Vorstellungen? Passt ja gar nicht in das schwarz/weiß Bild, hier die Guten, da die Bösen.

PS: Haben wir sonst keine Probleme, ausgerechnet in dieser Zeit? Kann ich doch nichts für. Ich hab weder mit meinen Geschlecht, noch mit meiner Hausfarbe ein Problem. Es sind nur die üblichen Ideologen, die deswegen Stress machen.


 

Samstag, 7. November 2020

Linke und Rassimus

Wieder ein Einzelfall, diesmal in Frankreich und der religiöse Wahn traf einen Lehrer der die Mohammedkarikaturen im Unterricht gezeigt hatte. In diesen Zusammenhang stellt sich die Frage nach dem Verhalten der Linken, insbesondere in Deutschland, die wieder einmal großteils schweigt oder verharmlost um den Rechten keine Munition zu liefern.
Doch nicht alle sind noch bereit dieses niederträchtige Spiel mitzumachen.

Islamkritische Stimmen melden sich auch aus der Linken. Die Linke sollte ihre falsche Scham ablegen, so kann man es etwa auf Spiegel online lesen. Und auch in der Jungle World.
Woher kommt dieses seltsame Verhalten? Man kennt es aus der organisierten Linken wie auch aus der linken Szene, da vor allem.

Es hat seinen Ursprung in der Entdeckung des Rassismus und der Migranten bzw. Asylanten seinerzeit. In den Achtzigern setzte eine Antirassismusagitation ein, vor allem durch die TAZ befeuert, bis man es nicht mehr hören konnte, wie das oft mit linker Selbstagitation so geht. Was daran zu beachten ist, wäre das Selbstbild oder auch die ideologische Grundlage.

Sie basiert auf der Erzählung, der Mensch ist gut. Halt, stimmt ja gar nicht. Die Erzählung lautet, der dunkelhäutige, migrantische, asylsuchende Mensch ist gut. Er verdient Schutz und Solidarität. Was auch sonst?

Vorläufer der linken Schirmherrschaft über eine soziologisch definierte Gruppe ist die Arbeiterklasse aus den Siebzigern. Einmal unter linker Schirmherrschaft gestellt, lautete die Erzählung, die Arbeiterklasse ist gut. Somit wurde sie zu einer Projektionsfläche der Linken, die eine historische Mission zu erfüllen hatte und selbst selten gefragt wurde. Verständlich, alt gewordene Linke werden sich noch erinnern, wie ihre Antworten lauteten. Im Zuge dieses noch aus KPD Zeiten stammenden Proletenkults, war die Arbeiterklasse über alle Zweifel erhaben und Nazis gab es unter ihnen nicht. Historisch sollte die Arbeiterklasse rein gehalten werden und so wurde auch in der DDR das Geschichtsbild etwas geradegebogen. Arbeiter haben die Nazis nicht gewählt, waren alles nur Kleinbürger. Die Zahlen sprechen zwar nicht dafür, doch die Partei bestimmt wie die Geschichte verlaufen ist. Ja und aktuell überhörte man ihre Ablehnung und Ratschläge, nach drüben zu gehen.

Eine weitere Zielgruppe waren die Gastarbeiter und auch die waren grundsätzlich gut. Das die auch nur Geld verdienen wollten um damit zuhause zu Fabrikbesitzer  oder Kleinbürger werden wollten, nun davon träumten viele, war kein Thema. Es wurde vorausgesetzt, sie waren Arbeiter, links und auf unserer Seite. Wenn die deutsche Arbeiterklasse schon nicht den linken Versprechungen folgen wollte, dann sollten es wenigstens die Gastarbeiter richten.

Seltsamerweise waren Demos der Linken meist eine geschlossene einheimische Veranstaltung. Die Gastarbeiter oder Migranten hatten ihre eigenen Blöcke, wenn sie sich überhaupt politisch betätigten. Nu ja, man muß es nicht so genau nehmen.

Nicht zu vergessen, die wichtigste Zielgruppe, die kämpfenden Völker (sic) der dritten Welt, allen voran Vietnam. Einmal unter linken Schutz gestellt, waren sie grundsätzlich gut. Ihr Kampf berechtigt und vor allem, sie wurden idealisiert.

In dieses Idealbild passten stalinistische Säuberungen ebensowenig wie interne Machtkämpfe oder Berichte über Gewalt bis hin zu den Mordsystem in Kambodscha. Die linke Solidarität und Schutzherrschaft war (ist immer noch) ein System, das von einen Weltbild ausgeht, das nach gut und böse einen sauberen Trennungsstrich zieht. Wie schon Mao sagte, zwischen uns und dem Feind einen klaren Trennungsstrich ziehen. Eine Aussage, die von der RAF übernommen wurde. Sie passte ja auch gut in ihr Selbstbild.
Das Weltbild dieser Erzählung bekam beizeiten seine Risse und nach und nach begannen immer mehr dran zu zweifeln, während neue Generationen dazukamen, frisch und neu dabei und vor allem, frei von Zweifel.

Differenzierung ist was für Feiglinge und Verräter. Graustufen gibt es nicht. Entweder oder. Schwarz oder weiß und wir stehen auf der Seite der Guten.
Gut sind die Unterdrückten. Ihr Kampf ohnehin und an allem ist ohnehin nur der Kapitalismus schuld. Wer auch sonst? Es ließ sich zwar mit der Zeit nicht vermeiden, mal genauer hinzuschauen, doch wollte man sich davon nicht weiter stören lassen. So wurde die Islamische Revolution zunächst idealisiert, bis sich ihre mörderischen und reaktionären Eigenschaften nicht länger ignorieren ließen. In der Folge wurde auch die Politisierung des Islams zu einer reaktionären Ideologie von einigen solange schöngeredet, bis auch die Ignoranten langsam aus ihren Träumen aufwachten. Solange sie die gleichen Gegner wie die Antiimperialisten hatten, konnte man den Rest der Ideologie ignorieren. Doch dann wurde der Westen allgemein zum Ziel. Nicht mehr so funny. Viel gelernt haben sie trotzdem nicht.

Im Indochinakrieg hatte die Linke sich in ihrer Solidarisierung, ebenfalls ein idealistisches Bild von den ‚Kämpfenden Völkern‘ geschaffen bis es ein böses Erwachen gab und man nach dem Sieg feststellen durfte, da bricht nicht gerade das versprochene Paradies der Freiheit aus. Der Krieg unter sozialistischen Staaten unterzog die Linke einen ideologischer Härtetest und das Mordsystem der Roten Khmer ließ sich irgendwann nicht länger als imperialistische Propaganda abstreiten.

Trotzdem blieb es dabei. Die Völker sind gut. Ihre Eigenarten und Unarten dürfen nicht thematisiert werden, denn das nützt nur unseren Feinden. Ausgerüstet mit dieser Ideologie war die nächste Zielgruppe fällig. Die Flüchtlinge. Doch halt. Da war doch noch was. Vietnam vertrieb seine chinesische Minderheit. Sie wurden zu Boatpeople. Doch der Mehrheit der Linken waren sie eher lästig. Das waren ja Kleinbürger und Händler, nicht gerade das Idealbild linker Solidarität. Ja auch so ein vergessenes Thema.

Doch nun ging es um die Asylanten und die waren alle gut. Was sonst? Das viele herkamen, weil sie am Wohlstand teilhaben wollten, nun das ist menschlich verständlich. Doch das überließ man den Rechten oder der Mainstreampresse. Für Linke waren ihre Fluchtmotive über jeden Zweifel erhaben. Wer da noch so dabei war, was für eine Religion und was für ein Menschen, vor allem Frauenbild sie mitbrachten, das war tabu. Wer darauf verwies, war Rassist oder Nazi. Grundsätzlich waren alle Asylanten gut. Selbstredend auch diejenigen, die mit ihren Spruch, wollen Rose kaufen, die Gaststätten unsicher machten.

Ein kleiner Einschub noch über unerwünschte Migranten. Die aus dem Osten waren den Linken stets verdächtig und nicht von ungefähr. Sie kamen nicht als potentielle Verbündete der Linken. Für sie war der Kapitalismus das Ziel ihrer Träume. Als Projektionsfläche linker Wünsche waren sie denkbar ungeeignet.

Kommen wir nun zu der letzten Migrationswelle, die von der Linken selbstverständlich unter Schutz gestellt wurde. Nicht das man sie gefragt hätte. Wen soll man auch stellvertretend für wen fragen? Jedenfalls sind sie alle gut, weil Flüchtlinge. Oder auch nicht? So genau will es niemand wissen. Das sie in erster Linie aus den islamischen Ländern kommen in denen es einen Überschuß an jungen Männern gibt (siehe Youth Bulge) und daß sie das Weltbild des radikalen Islams mitbringen, ist ein Tabuthema. Wer darüber redet, ein Rassist. Mindestens. Ja sicher, von der Hautfarbe sind sie nicht allen willkommen. Unbestritten und die rassistische Ablehnung ist real. Unbestritten. Und um genau dieser keinen Vorschub zu leisten, ignoriert die Linke die Realität und idealisiert dieses Volk zu einer schützenswerten Minderheit, deren Eigenarten zu respektieren sind. Und seltsamerweise werden Eigenarten oder Unarten respektiert, die bei den hier beheimateten weißen Männern zu Ausschluß und Verdammnis führen.

Wer als linker Mann Zweifel am Feminismus äußert und sich der Sprachverbiegung verweigert, muß damit rechnen, aus der linken Gemeinde ausgeschlossen zu werden. Im Netz aus linken Foren und Portalen. Bei Migranten südlicher Herkunft und dunkler Hautfarbe, ist die Toleranz was Frauenverachtung angeht erstaunlich hoch. Und so bringen es Linke fertig, sich für das Kopftuch und der Burka auszusprechen und man fragt sich, wie blöd muß man sein, das noch für den Kampf um Freiheitsrechte auszugeben. Und genauso dumm verhält sich die Linke gegenüber ihrer geschützten Minderheit, bis es ein böses Erwachen wie in Köln gibt und dann stehen sie hilflos und schweigend vor ihren Scherbenhaufen naiver Idealisierung.

Und nun wieder einmal. Die von islamischen Anmaßungen betroffenen werden von den Linken alleingelassen. In den schulen versuchen die Islamisten ihre Regeln durchzusetzen und von Seiten der Linken ist keine Hilfe zu erwarten. Liegt es daran, weil in erster Linie die Schulen der Unterschicht betroffen ist? Die Schulen in die die Mittelschicht ihre Kinder schickt, sind nur von wenigen Moslemskinder frequentiert und daher von muslimischer Anmaßung  weniger betroffen. Es ist ohnehin erstaunlich, wie tolerant sich die Linke gegenüber einer reaktionären Ideologie zeigt, nur weil sie von Dunkelhäutigen vertreten wird? Wenn Rechte versuchen sollten, im Unterricht ihren Geschichtsrevisionismus durchzusetzen, wären sie da auch so tolerant und gleichgültig? Den Rechten wird nicht zugutegehalten, sie seien ja auch Opfer des Kapitalismus. Zurecht, denn sonst hätte ja jeder einen Freibrief. Nur sehen sich die Islamisten selbst witzigerweise keineswegs als Opfer der Kapitalismus, allenfalls des gottlosen Westens. Mit dem Kapitalismus haben sie weniger Probleme als die verständnisvolle Linke. Und warum werden islamistische reaktionäre Weltanschauungen mit Verweis auf dem Kapitalismus verteidigt? Die sind ja selbst Opfer der Verhältnisse und können nichts dafür? Würde man so rassistische Morde verteidigen, es gäbe zurecht einen Aufschrei. Gelten bei Morde mit islamischer Motivation andere Maßstäbe? Man könnt den Eindruck bekommen.
Die Argumentation, es ist der Rassismus, der ihnen keine Chance lässt und sie zwingt in einen reaktionären Islam Zuflucht zu suchen, ist schon dahingehend fragwürdig, denn das könnte man auch von den AfD Wählern im Osten sagen. Der Kapitalismus hat ihre Fabriken plattgemacht und deswegen zünden sie Asylantenheime an. Sie können ja gar nichts dafür. So eine Verteidigung würde kein Linker durchgehen lassen. Schließlich haben die Leute ja immer noch sowas wie Entscheidungsfreiheit. Ja, die haben die Migranten mit islamischen Hintergrund (oder war es umgekehrt?) ebenfalls. Für den rückständigen Islam haben sie sich freiwillig entschieden. Nur die Linke neigt dazu, in allen Unterdrückten dunkler Hautfarbe, ausschließlich Opfer zu sehen. Solange, bis sie selbst zu Opfer werden.

Über Rassismus muß an dieser Stelle geredet werden. Und zwar über den Antirassismus der Linken, der längst den Charakter einer Ersatzreligion angenommen hat. Es ist die Ideologie vom den Europäischen/Westlichen Alten Weißen Männern, die an allem Unglück auf der Welt schuld sind und den guten dunkelhäutigen der dritten Welt. Und das erinnert an was? Genau, an den Edlen Wilden, der als Metapher für linke Befindlichkeit die Basis bildet. Wer nach Europa kommt ist gut und hat unterstützenswerte Motive. Der Weiße Mann (Mann wohlgemerkt) ist böse, der dunkelhäutige ist gut. Schaut man nach Afrika, nein besser nicht. Könnte das naiv linke Weltbild stören. Wenn die Islamisten in Nigeria wüten, daran ist nur der Neokolonialismus schuld. Also wieder mal der weiße Mann. Erinnert einen das an was? Nicht jeden, man muß wohl schon etwas älter sein um sich noch an den Wahn zu erinnern. In den Siebzigern war es eine Frage der Herkunft. Der weiße Mann war seinerzeit der Student kleinbürgerlicher Herkunft, der an allen Elend schuld war und sich durch Kaderarbeit, Kritik und Selbstkritik und Umerziehung für seine Herkunft entschuldigen mußte um dann der Arbeiterklasse zu dienen. Meist in ML Sekten. Ein längst vergessener Irrsinn an Selbstzerlegung und bußfertiger Zerknirschung, der nicht zufällig an gestrenge Glaubensgemeinschaften erinnerte. Ist dieser Wahn wieder zurückgekehrt, oder war er nie weg und man hat es nur nicht bemerkt?

Frauenunterdrückung, Zwangsheirat, Ehrenmorde, Beschneidung und ein rückständiges Weltbild, das für Aufklärung und Menschenrechte nur Verachtung übrig hat, das Thema überlässt man den Rechten. Das ist Rassismus. Islamkritik wird von dieser Linken mit Rassismus gleichgesetzt. Und weil die Rechten sagen (mehr oder weniger verdeckt) alle raus, muß die Linke das Gegenteil vertreten. Alle rein. Was auf der Strecke bleibt, sind die Zwischenwerte.

Polarisierung hat noch immer den falschen genutzt. Für die Linken hatten auch die Islamisten im Iran nur Verachtung übrig. Solange man einen gemeinsamen Gegner hatte, war dies kein Diskussionspunkt. Nachdem sie die Macht hatten, zeigten sie den Linken deutlich was sie von dem gottlosen Zeug (Marxismus, Sozialismus) aus dem ungläubigen Westen hielten. Kaum in den Iran zurückgekehrt mußten linke Iraner wieder flüchten und wer nicht schnell genug war, endete am Baukran. Eine Warnung? Gerade dogmatische Linke vergessen die Warnungen der Geschichte recht schnell. Also auf zu neuen Unglück.

Soviel ist sicher. Die Linke ist mit der Arbeiterklasse auf die Nase gefallen. Sie ist mit dem (seinerzeit) Sozialistischen Staaten auf die Nase gefallen. Sie ist mit den Kämpfenden Völkern auf die Nase gefallen und sie wird auch mit den Migranten auf die Nase fallen. In Köln ist sie es bereits.

Und anschließend noch dieser Text zur Doku.

Der fatale Umgang der Linken mit dem Islam

SAMUEL SCHIRMBECK September 2018
In Österreich hat zuletzt die Lehrerin Susanne Wiesinger eine Debatte über den fahrlässigen Umgang mit dem Islam in Schulen losgetreten. Ein neues Buch aus Deutschland beleuchtet die Hintergründe
Die deutsche Linke und der Islam, das ist eine monströse Geschichte. Denn es ist die Begegnung zweier Seelenlagen, jede von ihnen voller Schuldgefühle. Das linke Schuldgefühl kommt aus der Hölle der deutschen Vergangenheit. Das islamische Schuldgefühl kommt aus dem allmächtigen Himmel, in dessen Dienst die muslimische Welt ihre Zukunft verpasst. Das linke Schuldgefühl entlastet sich durch maximale Toleranz. Das islamische Schuldgefühl besänftigt sich durch maximale Intoleranz. Beide Schuldgefühle erzeugen ein Monstrum an Irrationalität auf deutschem Boden.
Die maximale Toleranz aber befreit die Linke keineswegs von ihrem Schuldgefühl. Deshalb tendiert ihre Toleranz zur Grenzenlosigkeit, sie toleriert alles, es sei denn, es komme von "rechts", aus der Hölle. Für alles andere, und sei es noch so übel, wird sie zur Blanko-Toleranz. Die islamische Intoleranz hingegen toleriert nichts, es sei denn, es komme aus dem Himmel. Auch sie ist in ihrem Schuldgefühl steckengeblieben. Deshalb verbaut sie der muslimischen Welt weiterhin die Zukunft. Beide Schuldgefühle versuchen sich durch jeweilige Hypermoralität zu entschulden. Das produziert den Überlinken einerseits und den Übermuslim andererseits. Beide müssen zur Vernunft gebracht werden. Aber wie und von wem?
Zunächst die triste Bilanz aus der Begegnung irrationaler Toleranz mit irrationaler Intoleranz: Die deutsche Linke hat den linken Verstand verloren, denn ihre Toleranz dem Islam gegenüber duldet alles, was der aufgeklärten deutschen Gesellschaft und was freiheitsbewussten Musliminnen und Muslimen in Deutschland und in der islamischen Welt schadet.
Orientalismus
Es gibt einen neuen Orientalismus, den die Linke nun von den Muslimen selbst einfordert, schreibt die algerische Feministin und langjährige Unesco-Mitarbeiterin Wassyla Tamzali: "Muss ich ab jetzt verschleiert sein, um Gehör zu finden?" Der neue, linke Orientalismus grenzt den muslimischen Menschen aus der Aufklärung aus, wie früher der alte, eurozentrische Orientalismus es tat. Markenzeichen des linken Neo-Orientalismus ist das "Kopftuch".
Es gehört in Anführungszeichen gesetzt, denn es ist kein Kopftuch. Es ist ein den Frauenkörper bis über die Fußknöchel abdeckender Hidschab, Nikab, eine Burka oder ein Burkini. Deshalb werde ich ab jetzt das Wort "Kopftuch" immer in Anführungszeichen setzen. Denn das Kopftuch ohne Anführungszeichen verharmlost, was das "Kopftuch" der Frau und dem Bild von der Frau in der heutigen Welt antut. Der linke Neo-Orientalismus behauptet, das "Kopftuch" werde "freiwillig" getragen. "Harvey Weinstein und seine Anwälte verteidigten sich gegen den von einer Frau erhobenen Vorwurf sexuellen Übergriffs mit dem Argument, die Frau habe den Handlungen des amerikanischen Produzenten freiwillig zugestimmt. Das hört man jetzt auch, wenn es um die verschleierten Frauen geht", so Wassyla Tamzali.
Missionarisch, militant, inhuman ebnet die deutsche Linke dem "freiwilligen" Fundamentalismus in Deutschland den Weg. Der "freiwillige" Fundamentalismus ist gefährlicher als der offen erzwungene. Denn der offen erzwungene lässt den Widerstandswillen intakt, der "freiwillige" löscht ihn als "unislamisch" aus.
Gegen alles
Ich hatte nie etwas gegen den Islam, bis ich plötzlich merkte, dass der Islam etwas gegen mich und meine muslimischen Freunde hatte. Ich habe mit dem heutigen Islam nicht mehr Schwierigkeiten, als ich mit jedem reaktionären Deutschen, Franzosen oder Chinesen habe. Mit jedem Amerikaner, Türken, Buddhisten, Christen, Hindu, Nord- oder Schwarzafrikaner, Dunkelhäutigen oder Hellhäutigen, der gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist, gegen die Gewissensfreiheit, gegen die Gleichheit aller Menschen, ob "gläubig" oder "ungläubig", der gegen die Trennung von Religion und Staat ist, der gegen die Vermischung von Menschen unterschiedlicher kultureller Prägung ist, der gegen Homosexuelle ist, gegen die sexuelle Selbstbestimmung der Frau, gegen die Gedankenfreiheit.
Leider ist der gegenwärtige Islam gegen all dieses. Anders als der einzelne reaktionäre Deutsche, Amerikaner, Chinese, dem ich aus dem Weg gehen kann, hat der Islam mehr Macht als diese alle zusammen. Er ist vielerorts Staatsmacht. Er ist Staatsreligion. Er beherrscht einen großen Teil der Welt. Er steckt in international vernetzten Terrororganisationen.
Er verfügt über zivile Organisationen, die "friedlich" und "tolerant" die westlichen Freiheiten für ihre antifreiheitlichen Zielsetzungen nutzen, an erster Stelle die westliche Religionsfreiheit, die der Islam bei sich nicht duldet. Dieser Islam ist militant und missionarisch wie die linke Islam-Toleranz, die ihm militant und missionarisch entgegenkommt. Seit dem 11. September 2001.
Nichtlinke Linke
Ich habe keine Schwierigkeiten mit einer Linken, die links ist. Die "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" für alle gelten lässt. Die muslimische Aufklärer nicht als "Rassisten" diffamiert, weil sie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit auch für Muslime wollen. Was wäre die Welt ohne die Linke? Ohne jene Linke, die sich für die gesellschaftliche Emanzipation auf sozialem und kulturellem Gebiet eingesetzt hat seit den Zeiten Voltaires? Die den Kolonialismus bekämpft hat? Die die Befreiungsbewegungen inspiriert und unterstützt hat? Die den katholischen Fanatismus besiegt hat? Die die Kirche gezwungen hat, Gleichberechtigung und sexuelle Selbstbestimmung anzuerkennen?
Ich habe nur Schwierigkeiten mit einer Linken, die alles dies aufgibt, sobald das Wort "Islam" fällt. Die so tut, als wäre der Islam Teil einer Befreiungsbewegung gegen die (angebliche) politische und kulturelle Hegemonie des Westens. Die nicht zugibt, dass der Islam selbst zum grausamen Unterdrücker in weiten Teilen der einstigen "Dritten Welt" geworden ist. Die einverstanden ist, dass der Islam dort alles Aufgeklärte und Demokratiefreundliche als "westlich", "verwestlicht", "unislamisch" ablehnt und verfolgt. Die einen Islam unterstützt, der auch in Deutschland die Abschottung von allem "Westlichen" fordert und die Frau für "unrein" hält.
Im Namen der Toleranz
Mit einer Linken, die im Namen der Toleranz all dieses akzeptiert, will ich nichts zu tun haben. Sie missachtet die Menschenrechte. Sie toleriert, dass ein Teil unserer Gesellschaft, der Teil mit muslimischem "Migrationshintergrund", im Namen Gottes hinter die Menschenrechte für alle Menschen zurückfallen konnte.
Ich will keine Linke, die Religionskritik für "rassistisch" hält, sobald sie den Islam betrifft. Religion ist keine Rasse, was soll der Unsinn? Es wird höchste Zeit für eine Linke, die wieder links wird. Die endlich kapiert, dass die bedrohte Minderheit in der Welt von heute nicht der Islam, sondern die Aufklärung ist. Deutschland braucht eine Linke, die mit der muslimischen Aufklärung zusammenarbeitet.
Ihr sollte die linke Toleranz gelten, nicht – wie seit 20 Jahren – ihren Feinden. Es kann doch nicht sein, dass diese Selbstverständlichkeit aufgegeben wird, weil Kritik am Islam angeblich "Wasser auf die Mühlen der Rechten" liefert. Was wiegt denn diese Rechte gegen die Menschenrechte?
Mit der Aufgabe linker Selbstverständlichkeiten ist es doch die Linke selbst, die seit Jahren Wasser auf jene rechten Mühlen liefert, die sie trockenlegen möchte. Die Linke ist es, die immer mehr Bürger nach "rechts" treibt, weil sie bei der Linken nicht mehr finden, was einst zum linken Selbstverständnis gehörte: Kritik an Dogmen, an Fanatismus, an Frauenverachtung, an gesellschaftlicher Rückständigkeit und an einer Aufteilung der Menschheit in "Gläubige" und "Ungläubige", also in Gut und Böse. So dreht die Linke die Republik nach rechts.
Wieder links werden
Um wieder links zu werden, muss die Linke erst einmal rechts anfangen, wo sich inzwischen alle Probleme zur Behandlung eingefunden haben, die die Linke seit zwei Jahrzehnten verdrängt: vom aufklärungsresistenten Islam über den vom Islam ruinierten Multikulturalismus und die gegen "Ungläubige" abgeschotteten Parallelgesellschaften bis hin zur Penetranz des Islam im staatlich neutralen Raum via "Kopftuch" für Lehrerinnen, dem Mobbing nichtislamischer Schüler und dem muslimischen Antisemitismus. Ganz zu schweigen vom Terror im Namen des Islam, der nach Rotgrünlinks mit dem Islam "nichts zu tun" hat.
Dabei berichten algerische und marokkanische Zeitungen – muslimische (!) Zeitungen – ausführlich, warum genau das Gegenteil der Fall ist: "Der traditionelle religiöse Diskurs rechtfertigt in der Tat diese Gewalt. Es fordert uns viel Mut ab, das anzuerkennen, aber dennoch ist es die Realität. Wir müssen die religiösen Texte und archaischen Interpretationen angreifen, die immer noch Terrorismus hervorbringen und ihn rechtfertigen", war in der algerischen Zeitung "El Watan" nach dem Massaker an der "Charlie Hebdo"-Redaktion zu lesen. (Samuel Schirmbeck, 15.9.2018)
Samuel Schirmbeck (Jg. 1941) ist Soziologe, Autor und Filmemacher. Er hat ab 1991 das ARD-Büro Nordafrika in Algier aufgebaut und berichtete als Korrespondent über Algerien. Dieser Text ist ein Auszug aus seinem neuen Buch "Gefährliche Toleranz – Der fatale Umgang der Linken mit dem Islam". Es erscheint am 21. September im Orel-Füssli-Verlag.

Mittwoch, 9. September 2020

Sprachenstreit

 Rassismus: Google Chrome streicht Begriffe wie "Blacklist" und "Whitelist"

Die aktuelle Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt, die längst über die USA hinausgeht, hat auch zahlreiche IT-Firmen dazu gebracht, Stellung zu beziehen.
……. Bei Google nutzt man diesen Anlass jetzt aber auch, um seit langem benutzte Begrifflichkeiten zu hinterfragen.


So steht es im Standard zu lesen. Der Sprachkrieg um Begriffe, der bislang eher die linke Szene beschäftigte scheint Mainstreamfähig geworden zu sein. Nach den Massenprotesten nach dem Tod eines Schwarzen (darf man ja gar nicht mehr schreiben) oder PC ausgedrückt, eines Afroamerikaners (sind die Weißen neuerdings Euroamerikaner und was wären dann die Indianer? Rothautamerikaner?) scheinen die Internetanbieter vom Aktionismus gepackt und der ist selten ein guter Ratgeber.

Die Entwickler des Chrome-Browsers wollen künftig auf die Verwendung von Begriffen wie "Blacklist" oder "Whitelist" verzichten. Eine entsprechende Änderung zur Umbenennung interner Begrifflichkeiten wurde vor kurzem in den Quellcode von Chrome aufgenommen, ……. Die Argumentation der Entwickler ist dabei simpel: Die Art, wie diese Begriffe hier genutzt werden, reproduziere rassistische Stereotype.
…… Statt den bisherigen Begriffen sollen nun die Bezeichnungen "Blocklist" und "Allowlist" zum Einsatz kommen.


Da haben wir aber Glück, daß der Begriff Chrome nicht auch eine Minderheit bezeichnet. Wär ja schade um den Browser. ;-)) Nun in dem Fall kann man das mit blockierte Liste und erlaubter Liste übersetzen. Klingt in deutscher Sprache etwas sperrig. Man ist eben den Begriff Blacklist gewohnt. Ist schon fast zum Gastwort aufgestiegen. Blacklist wird mit einigen assoziiert und auch mit Menschen die auf eines solchen Liste stehen, was für die Betreffenden meist recht ungesund enden konnte. Sind es nur Handelswaren, dann mag's ja noch angehen. Da geht es eher um Warenboykott. Doch mit Neger!!! ähm sorry, mit Schwarzen!! also bitte, mit Afroamerikaner, hm besser so? Nun halt mit dunkelhäutigen Menschen aus Afrika, wird der Begriff Blacklist nicht in Verbindung gebracht. Was nun? Wem soll dieser Sprachkrieg helfen? Vermutlich den mehrheitlich weißen IT-lern die damit demonstrieren wollen, wir sind doch auch …. oder den Konzernen, die sich als fortschrittlich und integer darstellen, aber letztlich wollen sie doch nur Profit machen. Ja, auch der Kapitalismus kann fortschrittlich sein, wenn s sich auszahlt. Muß man daher nicht überbewerten.
Für die Kommentarspalten ist dies natürlich ein gefundenes Fressen. Nicht zu Unrecht. Und wenn es in dem Fall um das Schwarze geht, dann sollte man grad nach den Verteidiger des Schwarzen Meeres rufen und fragen was dann aus dem Kleinen Schwarzen wird, oder was aus Begriffen wie Schwarzes Loch oder Schwarzer Strahler werden soll. Müssen jetzt die Physikbücher geschwärzt (sic) werden?
Immer wenn es um sprachliche Begriffe geht, stellt sich die Frage, wird die Welt besser, wenn wir gesellschaftliche No Go‘s nicht mehr benennen?
Es gibt keine Rassen. Es gibt Bestrebungen den Begriff zu ächten. Kann man zwar machen, gibt es dann keinen Rassismus mehr? Entdeckt der Osten dann auf einmal seine Zuneigung für dunkelhäutige Einwanderer? Sind dann  in Sachsen, künftig alle aus dem tiefsten Afrika willkommen?
Wenn sich Probleme so einfach aus der Welt schaffen ließen.
Dabei geht es genau genommen um Menschenrassen. Gegen Rassenpferde und Rassenkatzen hat bisher niemand was einzuwenden. Noch nicht, aber wer weiß? Wann wird die erste Katzenrassenschau verboten? Gibt es noch einen Wikieintrag über Hunderassen? Ja, man sieht, es artet schnell in Realsatire aus.
Kein Wort mehr über Plastikmüll und er verschwindet aus den Weltmeeren. Verbieten wir das Wort Armut, dann ist niemand mehr arm.
Versuche dieser Art gibt es nicht nur seitens der PC Anhänger und der Szenelinken, von staatlicher Seite ebenso.
(Das PC eigentlich als Kampfbegriff der Rechten in den USA benutzt wurde ist nicht der Punkt. Längst ist der Begriff zu einem Code für eine Szene geworden, die nicht mehr daran glaubt die Verhältnisse grundlegend ändern zu können, aber umso fanatischer darum kämpft, wie darüber gesprochen werden darf.)
Der Begriff Arbeitslose wurde gegen Jobsuchende ersetzt. Seither ist niemand mehr arbeitslos ;-))) und es gibt auch keine Arbeitsämter mehr. Das sind seit geraumer Zeit Jobcenter. Klingt auch viel moderner und sprachlich nicht mehr so nach verstaubtem Amtsdeutsch. Da geht man doch gern hin, weil da wird dir geholfen.
Nun schon lange davor wurde der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer eingeführt. Fabrikherr hat so den Klang von Kapitalismus und Ausbeutung. Arbeitgeber hört sich so nach Oberhirte an, der sich um seine Herde sorgt.
Und im aktuellem Fall, wenn wir die Blacklist abschaffen, dann ist den Schwarzen in den USA ungemein geholfen.
Doch wenn man das mal umdreht. Selbst bin ich ja nach diesen Kategorien weiß. Bin ich? Dazu brauch ich nicht erst den Spiegel, ein Blick auf die Hände reicht. Was ich da zu sehen bekomme lässt sich farblich gesehen vielfältig bezeichnen, nur eben nicht als weiß. Zumeist macht sich der weiße Mann (sic) nicht so viele Gedanken, wenn er so bezeichnet wird. Man fühlt sich nicht etwa rassistisch diskriminiert. Weiß ist ein Oberbegriff mit dem Europäer plus die ausgewanderte Nachkommenschaft bezeichnet werden. Lässt man sich keine grauen Haare davon wachsen, davon nicht. Ach ja, die Weißen sind ja nicht diskriminiert. Sie sind ja die Unterdrücker. Mal davon abgesehen, das die Mehrheit der Weißen nicht soviel zu bestimmen hat und Schwarze auch keine Engel sind, man darf hier an die Frauenverachtung in den Gettos erinnern oder an die Zustände in Afrika.
Doch das sollte man nicht auf linken Portalen schreiben. Da soll die Welt schwarz/weiß sein. Genau, black and white. Da gut dort böse. Differenzen sind unerwünscht. Und die Bösen, das sind die alten weißen europäisch amerikanischen Männer. Männer wohlgemerkt, Frauen ausgenommen. Ja die sind an allem schuld und wer sich weigert sich die Welt so einfach zurechtzulegen, ist Rassist. Und in diesen Kreisen wird man schneller zu Rassist als man Blacklist tippen kann.
Doch was wären wir ohne PC und Streit um die richtige Sprache? Wär‘s uns dann zu langweilig? Fehlen uns dann die Themen um die man sich fetzen kann? Oder müßten wir uns dann ernsthaft Gedanken über Rassismus machen? Und auch darüber, daß der Wahn kein Rassist sein zu wollen, genauso das Klima vergiften kann wie der ausgewiesene Rassismus? Solche Fragen zu stellen, erscheint den linken Antirassisten bereits als Ketzerei. Und wer online schon mal mit denen aneinandergeraten ist, kann ein Lied davon singen.
Doch soviel kann man bereits jetzt sagen. Das Thema wird uns noch lange beschäftigen, denn die selbsternannten Sprachwächter werden weiter nach Begriffe suchen, die  Minderheiten diskriminieren. Man darf gespannt sein, welche Wortschöpfungen ihnen noch einfallen, die jeden Text unlesbar machen.

Montag, 17. Februar 2020

Noch was zu den K Gruppen und dem Rest.

Was ist eigentlich gegen die ML Sekten der 70er Jahre zu sagen? An Kritik dieser Vereine herrscht mittlerweile kein Mangel. Es wurden etliche Bücher verfasst, auch von ehemals Beteiligten und die Geschichte ihres Scheiterns ist auch dementsprechend dokumentiert. 
Doch betrachten wir die Story einmal aus der Perspektive des Aufbaus und der Organisation. Sie haben sich doch alle Mühe gegeben und nach Lenins Vorlage den Verein aufgebaut. What‘ s wrongabout, so könnte man provokativ fragen. Oder, woran sind sie denn nun gescheitert? 
Der Dogmatiker kennt die Antwort. Natürlich, weil sie mit dem Maoismus von rechten Weg abwichen oder weil es in erster Linie Studentenparteien waren. Oder, so würde es ein Vertreter der echten Partei (Natürlich seiner eigenen) ausdrücken, sie scheiterten an ihren kleinbürgerlichen Widersprüchen. 
Andere würden sagen (haben es schon seinerzeit) Lenins Vorlage zu kopieren war der Grundfehler. Den hatten aber die meisten Kommunistischen Parteien im Programm, nur in der dritten Welt änderten sie eigenmächtig die Dogmen, sehr zum Missfallen der Hüter der Flamme. All diese Debatten wurden geführt, doch sie geben keine Antwort, was die Kommiparteien im Westeuropa und vor allem im deutschsprachigem Raum zumeist nach 68 entstanden, nun scheitern ließ.
Lag es etwa an der falschen Typographie der Parteizeitung? Könnte man ja genauso gut fragen. 
Tatsächlich waren diese Vereine in ihrer Struktur, Organisation und Ideologie mehr oder weniger gelungene Kopien der Weimarer KPD und gaben sich alle Mühe, dem Original möglichst nah zu kommen. Wollten sie ja schließlich neu aufbauen. Sie gaben sich viel Mühe und tatsächlich hätte so ein Verein durchaus erfolgreich sein können. In der richtigen Zeit eben, wenn es nicht darauf ankommt, ob irgendwelche Mängel oder Fehler nicht aufgearbeitet wurden oder ob es Theoriedefizite gibt. Darauf kommt es in einer Krisensituation nicht an, wie aus der Geschichte bekannt ist. Zum passenden Zeitpunkt eben, in einer Krisensituation, in der die Staatsmacht nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr funktioniert. 
Freilich sind sie dann nicht die einzigen, die sich um die Macht kloppen. Doch solche Situationen sind eher selten und in den 70ern war davon weit und breit nichts zu sehen. So gab es für kommunistische Politik nur wenige Möglichkeiten, meist irgendwo zwischen Reformismus oder Sektierertum. Für letzteres entschieden sich die K-Gruppen, umso besser konnten sie der DKP Verrat vorwerfen, die aber auch nicht viel erfolgreicher war.
Immer noch wird von einigen Unentwegten und Bewahrern der reinen Lehre, das Erklärungsmuster einer mittlerweile recht verständnislos gewordenen linken Öffentlichkeit  vorgestellt und als Erklärung angeboten.
Diese und jene Fehler wurden begangen, dies und jenes nicht zu Ende diskutiert. Von dieser und auch dieser Position hätte man sich trennen müssen, einschließlich und besonders ihrer kleinbürgerlichen Vertreter. Ja dann …. was? Wären die Massen nur so in die Partei geströmt? Wäre alles ganz anders gekommen? Stünde dann die Mauer noch? So Fragen bewegen die Menschen im Internet, aber wie. 
Nur ein Teil der K-Gruppen, insbesondere die KPD/AO produzierte nach der Auflösung einiges an Literatur, die eher von der psychischen Ebene ausging und danach Erklärungsansätzen suchte. Eben auf Grundlage der früher so verachteten subjektiven Ebene. Soll heißen, wer schafft es wie lange und mit welchen Argumenten weiterzumachen und entgegen jeder Vernunft an das Endziel zu glauben. Wer springt wann ab und sieht die Sinnlosigkeit dieser Politikform ein? Eine Frage der Psyche und auch der Machtposition. Wer hat was zu verlieren? Und sei es nur eine selbstgeschaffene Pseudoheimat. Da waren die Resolutionen auf der Ebene der ML Ideologie nur vorgeschoben aber nicht der wirkliche Grund.
Schaut man sich rückblickend an, was seinerzeit so aus dem Boden gestampft wurde, es gab eine Organisationsstruktur, aber wie sie im Lehrbuch steht. Von oben nach unten. Es gab Ortsgruppen, Unterorganisationen, sog. Massenorganisationen (nur die Massen machten sich rar) und weitere Unterorganisationen für etliche Bereiche und jede Zielgruppe. Auch wenn nicht viel dahinter steckte. Und natürlich gab es eine Parteipresse, von der Parteizeitung bis zum Betriebsblatt. Radio und Fernsehen waren noch in der Hand des Staates und Internet, nun ja, soweit war die Technik noch nicht. Aber sonst waren sie medial durchaus präsent. Also, woran lag s?
Etwa an dem Prinzip; Begeisterung für das Projekt, Ernüchterung, Absprung der Hellen, Durchhalten der Spinner. 
So könnt man s abhandeln und so geht’s nicht nur bei ML Sekten zu. Nachdem viele in diese Vereine geströmt waren, ließ der Zustrom naturgemäß irgendwann nach und diese Vereine begannen in ihrer selbstgeschaffenen Struktur zu erstarren. So wird man endgültig zur Sekte, wenn man es nicht schon vorher war. Und dann schaffte es der Rest der durchhielt oder eine Machtposition besaß es, diese Parteiwelt noch Jahrelang in Betrieb zu halten, bis es entweder zur Spaltung oder zur Auflösung kam oder bis die Erosion nur noch einige tragische Gestalten übrigließ, die vergessen hatten das Licht auszumachen.
In der DKP etwa, konnte man alt werden. Wurden sie auch, die unbedingt die reine Lehre erhalten wollten. Anderswo hatten sie vergessen das Licht auszuschalten und so gelang es den letzten aufrechten Kämpfern, ihren Verein ins Netz zu stellen und einigen zu erstaunten Ausrufen Anlass zu geben, meist von der Sorte, was, die gibt’s noch? Zu dumm auch. 89 entstand kein Machtvakuum etwa wie 1918 und so konnten die verbliebenen Gruppen die Gelegenheit nicht nutzen, wenn es je eine war.
Der Zusammenbruch der DDR, was für eine Gelegenheit, sollte man doch meinen. Doch von den K Gruppen war zu der Zeit nicht mehr genug übrig um da zu intervenieren.War auch besser so, sie hätten sich eher zur Lachnummer gemacht. 
Und aktuell? Die Versuche die kommunistische Theologie im Internet wiederauferstehen zu lassen, hat eher resigniertes bis mitleidiges Desinteresse auch bei ehemals Beteiligten gefunden. Die Welt mit Marx und Lenin erklären zu wollen, scheiterte bereits an der Entkolonialisierung, als die daran Beteiligten (sie waren sogar Teil der kommunistischen Bewegung  bzw. von dieser inspiriert) nicht fragten, ob nicht erst eine Arbeiterklasse geschaffen oder es nicht zuerst eine bürgerliche Revolution geben müßte. Frisch an der Macht erklärten sie ihr Land für sozialistisch und irgendwann …. nun ja, s war n Versuch wert. Hätte ja klappen können ;-)) doch von dem hat man sich mittlerweile verabschiedet und sogar die großen Hoffnungsträger wie Vietnam und China haben sich von der Ideologie weitgehend verabschiedet. Übriggeblieben sind die Parteimacht und ein bizarrer Rest in Nordkorea. 
Und was fangen wir damit an? Klar, man kann dogmatische Parteien auf Basis der kommunistischen Theologie  und des Vorbilds der russischen KP gründen. Nur kommst damit hier nicht weit. Man unterscheidet sich kaum noch von einer religiösen Sekte und benötigt eben diese Denkmuster und Psychowracks, um den Verein in Betrieb zu halten. Doch das ist ohnehin ein Thema für sich.
Doch nochmal zum Ansatz. Hätte man mit so einen Verein die Macht übernehmen können? Der Dogmatiker sagt nein, denn erstmalmuß eine Theorie her und dies und jenes ….. also erst brauchen wir die perfekte Parteiorganisation, von allen kleinbürgerlichen, revisionistischen,utopistischen, sponaneistischen, reformistischen und sonstigen ….istischen Elementen gereinigt. Was n Unsinn, aber genauso denken sie. Und weil dies seinerzeit versäumt wurde, brach der Ostblock zusammen. Vertreten sie allen Ernstes.
Und was sagt die Erfahrung der Geschichte? Genau das ist ja passiert und in der richtigen Situation reicht es eine Organisation zu haben, die den Winterpalast stürmt. So etwa. Da fragt niemand, ob schon die kleinbürgerlichen Elemente rausgesäubert sind. Hebt man sich für später auf, wenn s um die Verteilung der Macht geht.

Seh ich Gespenster? Hier der Gegenbeweis. Hier melden sich die letzten Aufrechten zu Wort.

50 Jahre KPD/ML – der revolutionäre Kampf geht weiter
Am 31. Dezember 1968 – genau 50 Jahre nach der Gründung der KPD – wurde in Hamburg die Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten, KPD/ML von den Genossen Ernst Aust, Klaus Schalldach, Werner Heuzeroth, Günter Ackermann, Ezra Gerhardt u. a. aus verschiedenen Regionen Deutschlands gegründet.
Diese Gründung war notwendig geworden, nachdem sich die KPD/DKP dem modernen Revisionismus Chruschtschows verschrieben hatte und eine innerparteiliche Diskussion in deren Organisationen durch die Zensur der DKP-Führung unmöglich geworden war.
Die Gründung der KPD/ML war in etwa zeitgleich mit dem Aufschwung der außerparlamentarischen Opposition (APO), auch 68er genannt.
Viele der jungen Genossen der APO, Studenten, Schüler und Lehrlinge erkannten im Laufe ihrer antiautoritären Praxis, daß um etwas zu erreichen,es eine Organisation braucht und die Wurzel aller Mißstände die Ökonomie, der Kapitalismus ist. Sie begeisterten sich an den jungen Roten Garden der „Großen Proletarischen Kulturrevolution“ in China und ihren Losungen „Rebellion ist berechtigt“ und „die Haupttendenz ist Revolution“.
Der KPD/ML gelang es damals viele dieser jungen Leute in der Partei, der Jugendorganisation Rote Garde und Umfeld zu organisieren.
Das hatte aber auch einige Nachteile und Schwächen, denn es kam viel Unreifes in die Organisation. viele Schwankungen und Spaltungen. Doch der Vorteil überwog. Man konnte innerhalb kurzer Zeit ein nationales Kadernetz aufbauen, ohne das viele Aktionen nicht möglich gewesen wären wie z.B. der Kieler Lehrlingsstreik, die Schlacht am Karlstor beim Antikriegstag 1972 zur Olympiade in München usw.
Auch in den Betrieben war die KPD/ML präsent. An allen größeren Betrieben wurden Betriebszeitungen herausgegeben. Streiks organisiert und Betriebszellen organisiert. Bei Betriebsratswahlen wurden viele RGO-Betriebsräte (z. B. BASF) gewählt.
Die Gründung der KPD/ML fiel jedoch nicht nur zeitgleich mit der neuen Jugendbewegung zusammen, sondern war auch die Zeit des auslaufenden „Wirtschaftswunders“. Die Arbeiterklasse erlebte in den 20 Jahren seit Gründung der BRD einen ständigen Wirtschaftsaufschwung. Die Arbeitszeiten wurden immer kürzer, der Urlaub immer länger, der Lohn immer mehr. Der Facharbeiter konnte sich ein Häuschen und ein Auto leisten. Reformen hatten damals noch einen positiven Klang und man strebte die 35-Stunden-Woche an.
Ältere werden sich erinnern. Jüngere dürfen die alten Zeitungen nachlesen. Seinerzeit klang das in der Parteipresse aber etwas anders. Da hörte es sich an, als lebten die Arbeiter nach wie vor im Elend des Manchesterkapitalismus.
Die Arbeiter erkannten die KPD/ML und andere kommunistischen Gruppen zwar als Vertretung und Opposition an, aber an Revolution dachte keiner, denn es ging ja immer nur aufwärts. Die Massenarbeitslosigkeit und die offenen Krisenzeichen entwickelten sich erst in den 80er und 90er Jahren unter Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Gerhard Schröder.
Dies frustrierte viele intellektuelle Kleinbürger in der KPD/ML und anderen ML-Organisationen, die „Haupttendenz ist Revolution“ als baldige Revolution in wenigen Jahren begriffen. Echte Revolutionäre dagegen haben einen langen Atem und rechnen mit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten.Wie viele Jahre Abstand gab es zwischen dem Bauernkrieg 1524 – 1525 und der Revolution 1948/49. der Novemberrevolution 1918 ?
Kommunisten denken in Jahrhunderten. Allerdings ist die eigene Lebenszeit etwas begrenzt um so lange auf das Paradies zu warten.
Alle diese Revolutionen kamen sprunghaft und unerwartet.
Diese ungeduldigen Kleinbürger suchten nun nach schnellem Erfolg in Ökologismus, Feminismus, Reformismus und Karrierismus. Mit der Methode des Personenkults wurde der Parteigründer Ernst Aust („Für Ernst Aust – Hoch die Faust!“) isoliert und man vereinigte sich hinterrücks mit den Trotzkisten der GIM für eine Gewerkschaftskarriere in der VSP und machte später Karriere in der PDS/Die Linke.
Die Rest-KPD/ML zerfiel weiter in größenwahnsinnigen Sektierertum einerseits und im neoliberalen „Regenbogen“-Mainstream der „bunten-weltoffenen Gesellschaft“ andererseits.
Nur wenige Genossen blieben bei der Stange.
Und die verfassen solche Erklärungen. ;-)))
Die weitere Entwicklung der kapitalistischen Welt bestätigte jedoch die Erkenntnisse des Marxisten-Leninismus. Zerfall der Nachkriegsordnung, der EU, weltweite Zunahme von Kriegen, Verschlechterung der Arbeitsbedingungen selbst in den imperialistischen Monopolen, Verschuldung, Wohnungsmangel, Drogensucht, neuerdings sogar wieder Sinken der Lebenserwartung, weltweite Völkerwanderung. Zukunftsängste statt Fortschrittsglaube.
Die soziale Frage tritt wieder in den Vordergrund. Diesmal wird nicht eine Jugend- und Studentenrevolte den Ton angeben, sondern die Arbeiterklasse und vor allem die revolutionäre Arbeiterjugend werden die Hauptkraft im Klassenkampf sein und das ganze Volk gegen die bourgeoise Diktatur der Kapitalistenklasse führen. Dazu wird eine stählerne bolschewistische Partei gebraucht.
Was wär der Mensch ohne seine Träume?
Die Erfahrungen der KPD Ernst Thälmanns, der KPD/ML Ernst Austs und anderer Genossen werden in dem Wiedererstarken einer revolutionären kommunistischen Partei in Deutschland einfließen.



Montag, 23. Dezember 2019

MLPD sucht neue Mitstreiter

Die Klimaproteste werden von Jugendlichen getragen und viele davon haben noch keine lange Erfahrung mit politischer Arbeit und es ist neu für sie. Und stets tauchen bei solchen Bewegungen diejenigen auf, die genau wissen, bei Älteren ist für sie nichts zu holen außer Spott und Hohn. Da freilich hoffen sie einige unerfahrene und naive Kids für ihren Verein abrippen zu können. Ist doch immer wieder das gleiche Spiel.

12.12.2019 Jungle World
Die stalinistische MLPD versucht, »Fridays for Future« zu vereinnahmen
Stalinisten beim Klimaprotest
Anhänger von »Fridays for Future« beklagen Konflikte mit der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands. Diese versucht vielerorts, Demonstrationen für sich zu vereinnahmen.
Von
Tobias Kaluza
Immer wieder tritt die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD), eine stalinistische Kleinpartei, bei Demonstrationen von »Fridays for Future« (FFF) auf. Die Klimaschützer schließen zwar grundsätzlich niemanden aus, bitten teilnehmende Parteimitglieder aber darum, auf das ­Tragen von Parteiflaggen zu verzichten. Die MLPD ignoriert diese Bitte konsequent, verteilt regelmäßig Flugblätter und gibt sich als Teil der Klimabewegung aus.

In den vergangenen Monaten berichteten Anhänger von FFF vermehrt von Zwischenfällen mit der MLPD. ­Einem Bericht des Internet-Portals »Ruhr 24« zufolge sollen Parteimitglieder am 20. September beim Klima­streik in Dortmund ein Banner mit der Aufschrift »Gegen jeden Antisemitismus« heruntergerissen haben. Nach einer ­Demonstration in Erfurt am 27. September berichtete Tassilo Timm, der Landesvorsitzende der MLPD Thüringen, »einige antikommunistische Spalter« seien dort »Amok« gelaufen. »Nach Störaktionen gegen die MLPD riefen sie sogar die Einsatzleitung der Polizei, die doch tatsächlich alle Fahnenträger von MLPD und Rebell (der Jugendorganisation der Partei, Anm. d. Red.) zur Personenkontrolle abführte«, ließ sich Timm auf der Website der Partei ­zitieren.

Auch in Düsseldorf gab es bereits häufiger Probleme mit der Partei. »Beim Klimastreik am 29. November haben die uns den ganzen dritten ­Demoblock verjagt«, sagte Lukas Mielczarek von FFF Düsseldorf im Gespräch mit der Jungle World. »In diesem hin­teren Teil waren vor allem verschiedene linke Gruppen unterwegs. Vor dem Block lief die MLPD mit eigenem Megaphon und einem riesigen Banner, so dass es aussah, als gehörte der gesamte Block zu denen.« Die Demonstrie­renden dahinter hätten die MLPD aufgefordert, das Banner einzupacken. »Das haben sie nicht gemacht und daraufhin sind viele gegangen«, so Mielczarek.

»Die Polizei übernimmt, was die MLPD sagt, stellt das als Tatsache dar und ist uns gegenüber dann weniger kooperativ.« Lukas Mielczarek, Fridays for Future Düsseldorf
Im Verlauf der Demonstration habe die MLPD auch einen Ordner von FFF angezeigt. Die Partei habe behauptet, dieser habe eine Demonstrantin verletzt. »Das stimmt nicht. Unser Ordner hat eine MLPD-Anhängerin minimal mit ihrem eigenen Fahnenstock gestreift. Da ist aber nichts passiert«, sagt Mielczarek. Die Anzeige hatte Folgen. »Bei einem späteren Kooperationsgespräch hat die Polizei uns gesagt, es gehe nicht, dass unsere Ordner Demonstranten verletzten. Die Polizei übernimmt, was die MLPD sagt, stellt das als Tatsache dar und ist uns gegenüber dann weniger kooperativ«, so Mielczarek. Diese Taktik der MLPD schade FFF. Eine andere Strategie der MLPD sei es, die Fahnen zu wechseln. Mielczarek sagt: »Wenn auf der Demo gesagt wird, dass die MLPD nicht erwünscht sei, dann stehen die kurz darauf mit den Fahnen ihrer Jugendorganisation ­Rebell da.«

Im Laufe des Jahres sei es regelmäßig zu Zwischenfällen gekommen. Bei ­einer Demonstration habe sich ein MLPD-Anhänger mit eigener Ordnerbinde als offizieller Ordner ausgegeben. Ein anderes Mal hätten Parteimitglieder nicht nur die Parteizeitung Rote Fahne verteilt, sondern auch das Parteiprogramm.

Die MLPD versucht, die Klimaschützer einzuschüchtern. »Mich haben sie mit Klarnamen in der Roten Fahne genannt und als ›grünen Parteifunktionär‹ bezeichnet«, sagt Mielczarek. Zudem sei die Telefonnummer eines Mitglieds der »Parents for Future« veröffentlicht worden.
Gabi Fechtner, die Bundesvorsitzende der MLPD, bezeichnete FFF-Anhänger, die MLPD-Mitgliedern das Tragen von Parteifahnen untersagen wollten, in einer Mitte September veröffentlichten Pressemitteilung der Partei als »Spalter« und »Liquidatoren«, die »ihr antikommunistischer Fanatismus« blind ­gemacht habe. In einem Mittwoch voriger Woche veröffentlichten Bericht der Roten Fahne heißt es, am 29. November habe es beim Klima-streik in Dortmund eine »Pogromstimmung« gegen die MLPD gegeben.

Auch Geschichtsklitterung und Verschwörungstheorien finden sich in der Parteizeitung. Im März wurde dort der angeblich erfolgreiche Umweltschutz unter Stalin und Mao Zedong angepriesen. Am Mittwoch voriger Woche wurde anlässlich des Welt-Aids-Tags am vorvergangenen Sonntag behauptet, HIV sei eine »vom US-Imperia­lismus konstruierte missglückte Biowaffe«.
»Anfangs konnten wir uns noch durchsetzen«, berichtet Mielczarek. Da habe die Polizei die MLPD noch von der Demonstration ausgeschlossen. Doch die Partei habe dagegen geklagt und recht bekommen. »Die haben ­jedes Mal ihren eigenen Anwalt dabei.

Jetzt sind uns die Hände gebunden, auch weil die Polizei nichts mehr machen kann. Denn die sagt, sie könne nur etwas machen, wenn die MLPD ein Sicherheitsrisiko darstelle«, so Mielczarek. Genau dies sei die MLPD, denn es werde immer zu Konflikten mit der Partei kommen. Weil sie beanspruchten, überparteilich zu sein, wollten viele FFF-Anhänger niemanden ausschließen. »Wir wollen denen ja nicht das Demonstrieren verbieten«, betont Mielczarek. »Aber sie sollen uns nicht schaden. Deswegen ist es wichtig, den Leuten zu sagen, dass die MLPD nicht zu uns gehört.«

Auch Leonie Bremer, die Sprecherin von FFF Deutschland, kritisiert die ­Partei. »Die MLPD versucht immer wieder, sich aufzudrängen, und gibt sich als Teil von Fridays for Future aus, was sie aber nicht ist. Sie verteilt ihre Flyer und schreibt da ›Fridays for Future‹ drauf«, sagte Bremer im Gespräch mit der Jungle World. So sei es auch beim Sommerkongress der Bewegung gewesen, der vom 31. Juli bis 4. August in Dortmund stattfand. »Da die MLPD nicht auf das Gelände durfte, haben die Mitglieder am Eingang ihre Flyer verteilt«, so Bremer. »Sie treten auch unseren offenen Whatsapp-Gruppen bei und geben sich als Aktivisten aus. Allerdings werden sie recht schnell erkannt und dann rausgeworfen.«

FFF Dortmund distanzierte sich Anfang Oktober in einer Erklärung ­deutlich von der MLPD. Die Ideologie der Partei sei mit den Zielen der ­Bewegung unvereinbar, hieß es dort. Sie verbreite auf ihrer Website anti­semitische Verschwörungstheorien und unterstütze die antisemitische BDS-Kampagne.

Und so liest es sich bei der Partei für den echten Sozialismus

Wie versucht wird, FFF zu instrumentalisieren und zu zerstören

Mittwoch,  18.09.2019,  22:50 Uhr
Vor einem Jahr hat die mutige Greta Thunberg mit Fridays for Future (FFF) begonnen. Seitdem ist eine bisher einzigartige weltweite Jugendbewegung von Millionen Teilnehmern entstanden. Massenhaft ist ein Umweltbewusstsein erwacht.

Den Umweltverbrechern dieser Welt ist das ein Dorn im Auge. Denn konsequenter Umweltschutz ist mit dem Kapitalismus heute nicht mehr vereinbar.

Die bürgerlichen Parteien im Bundestag – CDU und FDP, aber auch SPD und Grüne – sind schon lange willige Dienstleister für die Konzerne. Sie spielen ein schmutziges Spiel mit FFF, wollen FFF auf systemkonforme Bahnen trimmen und Kapitalismuskritik aus der Bewegung säubern. Dafür machen sie sich sogenannte „Nichtregierungsorganisationen“ und auch junge Vertreter der bürgerlichen Parteien zunutze. Mit undemokratischen, repressiven und intriganten liquidatorischen, also zerstörerischen, Methoden soll der Bewegung ihre Radikalität genommen werden. Gegen Revolutionäre und Sozialisten, kapitalismuskritische Kräfte, vor allem von der MLPD und dem Jugendverband REBELL, wird eine miese antikommunistische Hetze entfaltet unter der scheinheiligen Losung „keine Flaggen, keine Parteien“.

Von wem kommt diese üble Hetze? Schon in den letzten Jahren, wie in der Bewegung gegen die Polizeigesetze, hatte sie ihren Ausgangspunkt bei Geheimdiensten, Polizei und ultrareaktionären Medien wie der BILD. Diese forderte schon am 15. Juni 2019, die MLPD auszuschließen. Verfassungsschützer Torsten Voß forderte am 7. Juli 2019, dass FFF sich von „Linksradikalen“ abgrenzen solle1. FFF soll also brav, systemkonform und antikommunistisch werden? Von solchen Leuten kann sich die Jugendbewegung nicht gängeln lassen!
 
Das neue Flugblatt zu Fridays-for-Future
Im neuen Flugblatt vom Rebell heißt es:
„Für die Rettung der Umwelt müssen wir kämpfen! Diese Erkenntnis bricht sich Bahn. Seit Monaten halten die Fridays for future Proteste in hunderten Städten Deutschlands, in Europa und weltweit an. Kreativ, mit viel Einsatz und mit Fach- und Detailwissen rebellieren hunderttausende Jugendliche an einer Zukunftsfrage der Menschheit.
Trotz aller geheuchelten Einsicht halten die Herrschenden an ihrer Politik im Dienste der kapitalistischen Profitwirtschaft fest und riskieren dabei mutwillig die Zerstörung unser aller Lebensgrundlagen. Regionale Wetterextreme, ein alarmierendes Artensterben, Abtauen der Permafrostböden – immer mehr Faktoren des Umschlags in die globale Umweltkatastrophe werden sichtbar. Verachtung von Mensch und Natur zieht sich durch die gesamte Politik der Regierung. Dazu zählt auch die Verschärfung der reaktionären und menschenverachtenden Asyl- und Flüchtlingspolitik. Der faschistische Mord am CDU-Politiker Lübcke lässt nur erahnen, dass der NSU-Skandal mitnichten aufgearbeitet ist. Dazu zählen die explodierenden Mieten für die Profite von Bau- und Wohnungskonzernen, die wachsende Rüstung und Kriegsgefahr usw.
Die Frage nach der gesellschaftlichen Perspektive rückt ins Zentrum. Der technische Fortschritt und gesellschaftliche Reichtum wird im Kapitalismus in sein dekadentes Gegenteil verkehrt. Eine Gesellschaftsordnung in Einheit von Mensch und Natur ist möglich, wenn nicht mehr der Profit diktiert. Dafür muss der Kapitalismus gestürzt und der echte Sozialismus aufgebaut werden.
Umwelt und Arbeiterbewegung – Hand in Hand!
Die globale Umweltkatastrophe ist kein unabwendbares Schicksal – wenn wir die häufig noch relativ spontanen Proteste höherentwickeln zu organisierter Rebellion und sich Jugend-, Umwelt- und Arbeiterbewegung zum aktiven Widerstand eng verbinden. Wir haben den gleichen Gegner und gemeinsam sind wir stark!
Wie in einem Brennglas kann man im Ruhrgebiet sehen, wie die Politik der Monopole und die Interessen der Massen und der Umwelt sich gegenüber stehen. Die RAG (Ruhrkohle AG) will mit dem Ende des Steinkohlebergbaus verbrannte Erde hinterlassen. 200 Bergleute haben Anfang Juni ihre Kündigung erhalten. Ein Tabubruch! Jahrzehnte wurde behauptet „keiner fällt ins Bergfreie“. Um Geld zu sparen lässt die RAG das Grubenwasser ansteigen. Damit droht eine regionale Trinkwasserkatastrophe, denn in den Schächten hat sie Profit damit gemacht, 1,6 Millionen Tonnen Giftmüll einzulagern. Hinzu kommt der Rentenklau mit der Streichung des sogenannten Deputats – was 124.000 Menschen betrifft. Die RAG Stiftung steckt auch hinter Wohnungskonzernen wie Vonovia und ViVaWest die die Mieten explodieren lassen. Dagegen regt sich Widerstand. Am 11. Juni protestierten 250 Bergleute gegen ihre Kündigung. Am 15. Juni kam bei einer Demo in Bottrop all die verschiedenen Anliegen zusammen unter dem Motto: „Damit darf die RAG nicht durchkommen!“
Was hat das mit FFF zu tun?
Wenn wir es ernst meinen diese Gesellschaft zu verändern brauchen wir die richtigen Verbündeten. Viele haben aus Umweltgründen die Grünen gewählt. Wir müssen uns bewusst sein, dass die Grünen in der Regierung aus „Sachzwang“ noch jede Schweinerei mitgemacht haben. Sie waren an der Genehmigung der Einlagerung des Giftmülls unter Tage in NRW beteiligt, haben der Rodung des Hambacher Waldes zugestimmt usw. Sie sind nicht „grün“ – sie sind zu einer staatstragenden Monopolpartei geworden. Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Unternehmerverbänden und Konzernchefs ist bei ihnen Standard, Revolutionäre und Marxisten-Leninisten werden von ihrem Spitzenpersonal dagegen bekämpft. Versuche der antikommunistischen Spaltung der Umweltbewegung gehen gerade von den Grünen aus. Der Hype um die Grünen landet so bei purer Verteidigung des Kapitalismus und Greenwashing um jeden Preis. Machen wir uns von Denkverboten frei und entwickeln den Umweltkampf höher zum gesellschaftsverändernden Kampf.
1997 haben im Ruhrgebiet und Saarland 130.000 Bergleute gestreikt. Sie haben Autobahnen besetzt und sind in die Bannmeile in Bonn demonstriert. Dieser Kampf leutete das Ende der Regierung von Helmut Kohl ein. Ausgelöst wurde der Streik durch die Betriebsgruppen der MLPD und die Bergarbeiterzeitung Vortrieb. Die Bergleute und Arbeiter müssen die führende Kraft auch in der Umweltbewegung werden, die MLPD und der REBELL als revolutionäre Kräfte müssen gestärkt werden, damit wir für unsere Ziele die notwendige Durchschlagskraft bekommen.
Dafür müssen wir auch jede Spaltung überwinden. Das Ende des sicheren Steinkohlebergbaus in Deutschland führt ja nicht zu Umweltschutz. Jetzt wird nur statt heimischer die Blutkohle aus Kolumbien verbrannt. Auch im Braunkohlerevier müssen wir fordern, dass die Arbeitsplätze für die noch auf Jahrzehnte notwendigen Renaturierungsarbeiten erhalten bleiben. Die Kohleverbrennung muss sofort gestoppt werden. Kohle bleibt ein wertvoller Rohstoff für viele andere Prozesse.
Wir laden alle Umweltkämpfer zum Sommercamp des REBELL ein. Dort werden wir eine Revue einstudieren die den Streik der Bergleute mit Originalzitaten der Kumpel wieder lebendig werden lässt.
Der richtige Platz für die konsequentesten Umweltkämpfer ist in der revolutionären Arbeiterpartei MLPD und ihrem Jugendverband REBELL. Wir stehen für eine starke überparteiliche Bewegung und dafür, Partei zu ergreifen, um über die gesellschaftliche Alternative des echten Sozialismus zu diskutieren und für sie organisiert zu kämpfen!“

DUISBURG
Fridays for Future: Erklärung zu Ausgrenzungsversuch gegen MLPD und REBELL
Zum Versuch, MLPD und REBELL bei Fridays for Future in Duisburg auszugrenzen, schreibt der Kreisverband Duisburg-Niederrhein-Oberhausen der MLPD:

Wir begrüßen es sehr, dass die Fridays-for-Future-Bewegung seit dem 22. Februar auch Duisburg erreicht hat. Diese Bewegung beweist eindrücklich, dass „die Jugend“ weder politikverdrossen noch eine „Spaßgeneration“ ist – sondern Verantwortung für ihre Zukunft und die unseres Planeten übernimmt.
 Die Bewegung, die eben im Entstehen ist, muss wachsen, an Breite und Stärke gewinnen. Sie legt sich schließlich mit mächtigen Gegnern an – dem internationalen Finanzkapital und seinen Interessenvertretern in den Regierungen.
 In völligem Widerspruch dazu steht, wie am Freitag, 1. März, versucht wurde, Teilnehmer der MLPD und des Jugendverbands REBELL undemokratisch von der Demonstration auszugrenzen. Versammlungsleiter Yannick Redweik verstieg sich dazu, einen Polizeieinsatz gegen die MLPD zu fordern – was diese in Kenntnis der Rechtslage verweigerte. Er garnierte dies mit wütender antikommunistischer Hetze, die MLPD sei „linksradikal“ und forderte die  Demoteilnehmer auf, keine Flugblätter von MLPD und REBELL zu nehmen; die Bewegung würde sich von den Zielen der MLPD distanzieren. Am 7. März wurde dieses Ansinnen als Leserbrief in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) veröffentlicht.
 Tatsächlich ist die MLPD radikal im besten Wortsinn. Radikal – dem Übel an die Wurzel gehen! Nicht umsonst ist eine zentrale Losung gerade der Jugend in der Umweltbewegung: „system change, not climate change“! Die MLPD steht für die Rettung des Planeten vor der kapitalistischen Profitwirtschaft, für eine sozialistische Gesellschaft.